Cover der Ausgabe Wundmanagement 4/2014

Wundmanagement 4/2014

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Über die Zeitschrift

Aktuelles

  • EU fördert UKE-Projekt zur besseren Wundversorgung mit 2,9 Millionen Euro

  • Europäischer Adipositas-Tag

  • 5. Pflegepreis des Universitätsklinikums Regensburg – Jetzt bewerben

  • „Auch wer „im Krankenhaus liegt“, sollte sich bewegen

  • „Verbandmittel sind uneingeschränkt verordnungsfähig“

Originalarbeit

  • Einstufung von Risikowunden (W.A.R-Score) bei Patienten mit chronischem Ulcus cruris: Ergebnisse einer multizentrischen Studie

    F. Jockenhöfer, H. Gollnick, K. Herberger, G. Isbary, R. Renner, M. Stücker, E. Valesky, U. Wollina, M. Weichenthal, S. Karrer, M. Stoffels-Weindorf, J. Dissemond

    Wund Management 2014; 8 (4): 166–172.

    Ziel: Bewertung des Risikos von Wundinfektionen bei einzelnen Patienten durch Anwendung des von einer interdisziplinären Expertengruppe erarbeiteten W.A.R.-Score.
    Methode: Der W.A.R.-Score ist ein klinischer Test, bei dem anhand anamnestischer und klinischer Kriterien an Wundpatienten Punktwerte vergeben werden, wobei bei einem Gesamtwert von ≥3 die Notwendigkeit einer antimikrobiellen Behandlung indiziert ist.
    Ergebnisse: Insgesamt wurden die Daten von 970 Patienten (553 Frauen, 417 Männer) mit chronischem Ulcus cruris aus 10 dermatologischen Wundkliniken in verschiedenen Regionen innerhalb Deutschlands ausgewertet. Das Lebensalter betrug 10–100 Jahre (Mittelwert 69,8 Jahre); die Bestehensdauer der Wunden lag bei 2 Monaten bis zu 68 Jahren (durchschnittlich 41,1 Monaten). Die Wunden waren 1 bis 736 cm2 groß (Mittelwert 42,8 cm2). Insgesamt konnte bei 73,1 % der Patienten ein W.A.R.-Score von < 3 und bei 26,9 % der Patienten ein Wert von ≥3 ermittelt werden. Es gab signifikante regionale Unterschiede bei der Einstufung in Bezug auf die nachgewiesenen Bakterienspezies sowie der Ätiologien der Wundinfektion.
    Schlussfolgerung: Unsere multizentrische Studie ist die erste Auswertung klinischer Daten mithilfe des neu etablierten W.A.R.-Scores. Wir konnten aufzeigen, dass mit dem W.A.R.-Score ein Teil der Patientenpopulation zu identifizieren ist, bei dem davon ausgegangen werden kann, dass ohne entsprechende antimikrobielle Maßnahmen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Wundinfektionen besteht.
    Der W.A.R.-Score ist eine einfach durchzuführende klinischer Einstufung, mittels derer es möglich ist, Patienten mit einem erhöhten Wundinfektionsrisiko zu identifizieren.

    Schlüsselwörter:
    W.A.R.-Score, stark infektgefährdete Wunden, chronische Ulcera cruris, Antiseptika, Polihexanid

  • Ulcus cruris durch Vaskulitis: Wie viel serologische Diagnostik ist sinnvoll?

    M. Stoffels-Weindorf, I. Stoffels, J. Klode, F. Jockenhöfer, J. Dissemond

    Wund Management 2014; 8 (4): 173–177.

    Hintergrund: Ein Ulcus cruris wird in Europa bei etwa 5% aller Patienten durch eine Vaskulitis verursacht. Neben der klinischen und histologischen Diagnostik gehört auch die Untersuchung serologischer Parameter zu den aktuell in den meisten Institutionen durchgeführten Standards. Da bei vielen Patienten trotz der Bestimmung zahlreicher Parameter keine spezifischen, therapierelevanten Faktoren identifiziert werden, haben wir uns gefragt wie viel dieser kostenintensiven serologischen Diagnostik bei diesen Patienten sinnvoll ist.
    Patienten und Methoden: In unserer klinischen Untersuchung haben wir retrospektiv die Daten von 50 Patienten mit Ulcus cruris bei zugrundeliegender Vaskulitis ausgewertet.
    Ergebnisse: Wir fanden pathologische Erhöhung der Entzündungsparameter C-reaktives Protein bei 82 % und Fibrinogen bei 69 % der Patienten. Die zahlreichen weiteren untersuchten serologischen Parameter wie beispielsweise Autoantikörper, Gerinnungswerte, Immunglobuline oder die Serumelektrophorese zeigten eine weitestgehend unspezifische Streuung ohne Hinweise auf spezifische assoziierte Krankheitsbilder.
    Schlussfolgerung: Die Resultate unserer Untersuchungen zeigen, dass in der Diagnostik der Patienten mit Ulcus cruris durch Vaskulitis die serologischen Parameter in Hinblick auf die Genese selten relevant sind. Als praktische Konsequenz möchten wir daher empfehlen, dass die derzeit meist sehr unspezifisch breit durchgeführte Labordiagnostik in der Erstdiagnostik neben den Entzündungsparametern Blutbild und CRP ausschließlich auf die weiteren Symptome der Patienten und den Ausschluss viszeraler Manifestationen abgestimmt werden sollten.

    Schlüsselwörter:
    Vaskulitis, Ulcus cruris, serologische Laborparameter, Entzündungsparameter

  • Wie behandeln Sie diese Wunde ?

    K. Kröger, C. Schwarzkopf, M. Knestele, V. Gerber, Z. Babadagi-Hardt, J. Dissemond

    Wund Management 2014; 8 (4): 178–184.

    Hintergrund: Zur Erfassung der „Best Medical Practice“ bei der Wundversorgung eines Ulcus cruris venosum haben wir Im Rahmen des 5. ICW-Süd-Kongresses im März 2014 in Würzburg eine zweiteilige Befragung durchgeführt. Anhand von sieben Fotos wurde gezielt nach der Art und Notwendigkeit des Debridements, der Desinfektion, eines Wundfüllers, eines Wundumgebungsschutzes, der Wundabdeckung und des Intervalls bis zur nächsten Wundbehandlung gefragt. Insgesamt 78 Teilnehmer füllten den ausgegebenen Bogen anonym aus. Im zweiten Teil wurde im Rahmen einer Sitzung mit etwa 130 Teilnehmen über vorgegebene Empfehlungen abgestimmt.
    Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass man gemeinsam ganz konkrete Empfehlungen zur Therapie spezifischer Wundsituationen formulieren kann, die als Standards der Vereinheitlichung der Ausbildung und der Wundbehandlung in Deutschland dienen können. Die Fragebogenaktion zeigt auch mögliche Fehlentwicklungen auf. So scheint bei den Antworten z.B. die Anwendung des Hydrogels sehr unspezifisch. Hier ist die Erstellung eines Leitfades über die verschiedenen Hydrogele und ihre spezifische Anwendung dringend notwendig.
    Fazit: Abschließend bleibt die Frage ob solche eine gemeinsame Vorgehensweise der richtige Weg ist, die so genannte „Best Medical Practice“ zu erfassen oder gibt es bessere Vorgehensweisen. Dazu besteht weiterer Klärungsbedarf.

    Schlüsselwörter:
    Ulcus cruris venosum, Fragebogen, best medical practice, Hydrogel

Empfehlung

  • Anforderungen der Hygiene bei chronischen und sekundär heilenden Wunden – AWMF-Register Nr. 029/042, S1-Leitlinie

    Arbeitskreis „Krankenhaus und Praxishygiene“ der AWMF

    Wund Management 2014; 8 (4): 186–188.

Pflegelexikon

  • Rezidivprophylaxe von chronischen Wunden bei venösen Ulzera

    K. Protz

Cochrane Pflege Corner

  • Honig zur Behandlung von Wunden

    E.-M. Panfil, C. Halbig

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Erste Sitzung des neuen Vorstandes der ICW e. V.

  • Neues aus den regionalen Arbeitsgruppen

  • Neues zum ICW e. V.- Wundsiegel

Nachrichten der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung

  • Vorstellung der Swiss Association for Woundcare – Section Romande

  • Erste gemeinsame Jahrestagung der Schweizerischen Wundgesellschaften 24./25.9.2014 CTS Kongresszentrum Biel/Bienne

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Bericht von der 49. Mitgliederversammlung des Wundzentrum Hamburg e. V.

Veranstaltungsbericht

  • Internationales Forum Wunde und Schmerz D-A-CH-EE

  • Gewohnte Themenvielfalt beim Bremer Wundkongress – Akzeptanz des Doppelkongresses weiter gestiegen

  • 17. Jahreskongress der DGfW