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Aktuelle Ausgabe

Hygiene & Medizin 6/2017

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C. difficile-assoziierte Infektionen (CDI) in Münchner und Nürnberger Akutkliniken 2015 – Ergebnisse einer aktuellen Erhebung zu Diagnostik, Surveillance, Hygienemanagement und Meldeverhalten

Sabine Gleich*, Jutta Lausecker, Cornelia Otto, Bernarda Lindner

Hyg Med 2017; 42(6): D80–D91.

Schlüsselwörter: CDI · C. difficile-Diagnostik · Meldepflichten · Öffentlicher Gesundheitsdienst · sporizid wirksame Desinfektion

Hintergrund: C. difficile-assoziierte Infektionen (CDI) sind mit einem Anteil von 6,4% die vierthäufigste nosokomiale Infektion, C. difficile ist der häufigste nosokomiale Einzelerreger. Eine aktuelle Untersuchung ergab, dass in München und Nürnberg 2013–2016 knapp jeder hundertste Todesfall C. difficile-assoziiert war.
Ziel: Es sollten mittels Fragebogen zu dieser Erkrankung Daten in Münchner und Nürnberger Akutkliniken erhoben werden zu Diagnostik, Surveillance, Hygienemanagement, Desinfektionsmitteleinsatz und Meldeverhalten. Ziel war, gezielt einen eventuell bestehenden Beratungsbedarf zu CDI zu eruieren.
Material und Methoden: 46 Kliniken in beiden Städten erhielten einen identischen Fragebogen. Alle erhobenen Daten wurden anonymisiert, standardisiert erfasst und statistisch ausgewertet. Ergebnisse: Die gesetzlich vorgeschriebene Surveillance wurde in einem Viertel der Kliniken nicht durchgeführt. Nicht alle Surveillancemethoden ermöglichten die Erhebung der erforderlichen Kennzahlen. Es besteht kein ausreichender Überblick des Hygienefachpersonals über die klinikeigenen Meldungen schwerer Fälle. Verbesserungspotenziale betrafen insbesondere einen unsachgerechten Desinfektionsmitteleinsatz. Diese Defizite treten auf, obwohl alle Kliniken über das vorgeschriebene Hygienefachpersonal verfügen.
Schlussfolgerung: Die Abfrage zeigte einen erhöhten Bedarf an Schulung, Fortbildung und Beratung in zahlreichen Kliniken. Ein besonderer Augenmerk ist auf den korrekten Desinfektionsmitteleinsatz zu legen.