MHP

Aktuelle Ausgabe

Wundmanagement 3/2017

Aktuelle Ausgabe

  • Bedeutung von Medikamenten für die Wundheilung
  • Patientenrelevanter Nutzen von Wundauflagen bei Menschen mit Diabetischen Fußsyndrom
  • Wundpatient im Schweizer Gesundheitssystem

Aktuelles

  • Konstante Teilnehmerzahlen für Doppelkongress
  • DKG zum Internationalen Tag der Pflegenden
  • Sonderforschungsbereich zu Wundheilung erneut verlängert
  • Umgang mit Scham in der Pflege kann man lernen

Übersicht

Bedeutung von Medikamenten für die Wundheilung

K. Kröger, J. Dissemond

WundManagement 2017; 11 (3): 126–131

SCHLÜSSELWÖRTER: Wundheilung, Medikamente, Calciumantagonisten, Phenytoin, Aspirin, niedermolekulare Heparine

Die systematische Literatursuche nach Medikamenten und Wundheilung zeigt, wie gering unser derzeitiges Wissen zu der Wirkung der medikamentösen Therapie der kardiovaskulären Risikofaktoren bzw. der schmerzlindernden Therapie chronisch degenerativer Erkrankungen unseres Skeletts auf die Wundheilung ist. Bei selektiver Betrachtung einiger Medikamente stellt man dann allerdings fest, dass der Einfluss einzelner Medikamente auf die Wundheilung doch nicht ganz unerforscht ist. Wird diese Forschung vorangetrieben, könnte in Zukunft die medikamentöse Therapie zusätzlich zur feuchten Wundtherapie mit modernen Wundverbänden für bestimmte Wundphasen eine größere Bedeutung haben und es z. B. ermöglichen, gezielt den Kollagengehalt oder die Epithelisierung zu steuern. Leider ist die Datenlage zu den einzelnen Medikamenten noch zu gering, so dass konkrete Empfehlungen nur sehr zurückhaltend formuliert werden dürfen.

Übersciht

Rekonstruktive Optionen durch die Plastische Chirurgie in der Therapie des Dekubitus

J. H. Dolderer, K. Bachleitner

WundManagement 2017; 11 (3): 132–136

SCHLÜSSELWÖRTER: Dekubitus, Rekonstruktive Optionen, Plastische Chirurgie

Die Behandlung von Dekubitus stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar und gewinnt aufgrund demographischer Veränderungen eine immer größere sozioökonomische Bedeutung. Am häufigsten betroffen sind bettlägrige oder paraplegische Patienten, bei denen durch erhöhten Druck auf Weichteilgewebe die Perfusion gemindert wird und Druckgeschwüre entstehen. Obwohl Prophylaxe immer noch der beste Ansatz zur Vermeidung von Dekubitus darstellt, so lässt sich in vielen Fällen eine operative Versorgung, vor allem in fortgeschrittenen Stadien, nicht vermeiden. Das sorgfältige chirurgische Debridement stellt hierbei die Grundlage für eine weiterer erfolgreiche Lappendeckung dar. Eine Vielzahl an faszio- oder muskulokutanen Lappen, aber auch freie Lappenplastiken stehen zur Verfügung. Dennoch tragen sorgfältige Evaluation von Risikofaktoren, häufige Lagerungswechsel und genaue Dokumentation ebenso zu einem optimalen Ergebnis bei.

Übersicht

Patientenrelevanter Nutzen von Wundauflagen bei Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom – Ergebnisse eines Rapid Evidence Assessment

J. Fischer, M. Hebig, A. Kaschper, M. Werner

WundManagement 2017; 11 (3): 137–141

SCHLÜSSELWÖRTER: Diabetisches Fußsyndrom, DFS, Wundverband, Wundbehandlung

Hintergrund: Die Prävalenz und Inzidenz von Diabetes und dessen Folgeerkrankungen nehmen stetig zu. Eine der häufigsten Folgeerkrankungen ist das diabetische Fußsyndrom (DFS). Daraus können chronische Wunden entstehen, die im schlimmsten Fall zu einer Amputation der unteren Extremitäten führen. Die Amputationsrate in Deutschland ist mit 60.000 im Jahr sehr hoch, davon sind 70 % auf das DFS als Ursache zurückzuführen. Dies kann mit einer effektiven Wundversorgung der entstandenen Ulzerationen reduziert werden. Es fehlen Informationen, die Aufschluss über eine adäquate und nutzenorientierte Versorgung von chronischen Wunden, verursacht durch DFS, geben. Die lokale Behandlung mit Wundauflagen ist die wichtigste Therapie bei chronischen Wunden, z. B. der unteren Extremität.

Methode: Dieses Rapid Evidence Assessment basiert zur Sichtung, Ansammlung und Überprüfung der aktuellen Evidenz auf einer systematischen Literaturrecherche in den Datenbanken Cochrane, Medline (Pubmed), CINAHL, EMBASE und Web of Science und enthält die wichtigsten und aktuellsten Evidenzempfehlungen.

Ergebnisse: Es konnten drei randomisierte, kontrollierte Studien, eine Kohortenstudie sowie eine qualitative Studie aus der systematischen Recherche als relevant eingeschlossen werden. Einen statistisch signifikanten Effekt auf die Wundheilung konnten dabei drei Wundauflagen aufweisen. Ein klinisch signifikanten Effekt von Integra® Dermal Regeneration Template auf die Wundheilung konnte identifiziert werden. Eine Versorgung mit Epifix® Wundauflagen hat bessere Heilungschancen im Vergleich zu einer Standardversorgung oder einer Versorgung mit Apligraf®. Eine MC-Membran (mikrobielle Cellulose) kann die Wundheilung verbessern. In einer qualitativen Studie wird auf das Erleben von Patienten mit chronischen Fußwunden eingegangen und praxisrelevante Ergebnisse vorgelegt. Der Effekt von einer Wundauflage auf die Enzyme, die die Wundheilung beeinflussen, konnte nur teilweise statistisch signifikant belegt werden.

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen auf, dass Wundauflagen in Bezug auf die Dauer der Wundheilung bei chronischen Fußwunden, verursacht durch das diabetische Fußsyndrom, positive Effekte bewirken können. Jedoch stellt die große und unübersichtliche Auswahl von verschiedenen Wundauflagen ein komplexes Problem an professionell Pflegende dar. Es ist weiterhin Forschungsbedarf nötig, um den betroffenen Patienten eine adäquate und bedarfsgerechte Behandlung anbieten zu können.

Pflegeorientiertes Fallbeispiel

Wundpatient im Schweizer Gesundheitssystem – Disease Management eines Patienten mit einer chronischen Wunde im Schweizer Gesundheitssystem aus deutscher Perspektive

A. Vogtmann

WundManagement 2017; 11 (3): 142–145

SCHLÜSSELWÖRTER: Gesundheitssystem Schweiz, Selbstpflegedefizit, Diabetisches Fußsyndrom

In der Behandlung von Patienten mit diabetischem Fussyndrom sehen wir als Akteure in der Wundbehandlung häufig nur die Wundsituation. In der Betrachtung des Fallbeispiels mit Blickwinkel der Selbstpflegedefizittheorie nach Orem wird deutlich, dass aus Sicht des Patienten die Wundsituation eine nebensächliche Rolle spielt. Aus seiner Sicht stehen im Schweizer, ähnlich wie im deutschen Gesundheitssystem umfangreiche Einschränkungen der selbstständigen Alltagsgestaltung im Vordergrund. Diese gilt es für alle Akteure in der Versorgungsplanung mit einzubeziehen. Das schweizer Gesundheitssystem bietet solchen Patienten zwar kein Disease Management Programm, bietet ihnen aber ähnliche Behandlungsund Unterstützungsmöglichkeiten wie das deutsche Gesundheitssystem.

Pflegelexikon

Lymphödem – Diagnostik und Therapie

K. Protz

Nachrichten des IC W e. V.

  • 15 Jahre ICW e. V. – Jubiläum und Mitmachaktionen beim Wundkongress in Bremen
  • Mitgliederversammlung 2017
  • Aus den regionalen Arbeitsgruppen
  • ICW e. V. Wundsiegel
  • WundDACH: Das neue M.O.I.S.T.-Konzept hat ein Logo

Nachrichten der SAfW

  • Wunden und Medikamente
  • SAfW Anerkennung von Wundzentren

Wundnetz Kiel e. V.

  • 23. Veranstaltung des Wundnetzes Kiel: „Behandlung chronischer Wunden – eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung“

Veranstaltungen

  • WundDACHEE 2016: „Die Wunde als Tatort - Das therapeutische Team in der Rolle des Ermittlers"
  • 12. Mainzer Wund-Symposium: Brennpunkt Chronische Wunde
  • Deutscher Wundkongress / Bremer Pflegekongress 2017