MHP

Zentralsterilisation 1/2017

Aktuelle Ausgabe >>

  • IDSc-Konferenz in Blackpool
  • Auswirkung von Pflegeöl auf die Wirksamkeit der Dampfsterilisation zahnärztlicher Handstücke
  • Hämoglobin als Analyt für die Bewertung der Reinigung
  • ESH und 20 Jahre AK/FA Qualität der DGSV

Aktuell >>

  • Neues aus dem Normenwerk: Verwirrung um «Wassertest für Container»
  • Anpassung an neue Aufgaben – Aufbereitung im Wandel der Zeiten. IDSc-Konferenz, Blackpool, 28.–30. November 2016
  • Hygiene am Ostseestrand. 16. ZSVA-Hygieneforum Schleswig-Holstein, Damp, 22. Oktober 2016
  • BVMed aktualisiert Leitlinie zur Aufbereitung von Absauggeräten
  • Infektionsausbrüche durch Endoskope – Hygiene-Tipp der DGKH
  • Erratum

Originalia >>

Die Auswirkung von Pflegeöl auf die Wirksamkeit der Dampfsterilisation zur Dekontamination zahn- ärztlicher Handstücke

S. Winter*, A. Smith, B. Kirk, D. Lappin

Zentr Steril 2017; 25 (1): 25–30.  

Von zahnärztlichen Handstücken geht das Risiko einer Kreuzinfektion durch die Kontamination mit Patientenmaterial aus. Reinigung und Sterilisation zahnärztlicher Handstücke sind wegen ihres komplexen Aufbaus schwierig. Auch das zum Schmieren innerer Bauteile verwendete Pflegeöl beeinflusst das Herstellen der Sterilisationsbedingungen. Ohne die Anwesenheit von Feuchtigkeit findet die Sterilisation mit «trockener Hitze» statt und benötigt eine deutlich längere Einwirkdauer bei deutlich höheren Temperaturen (z.B. 160 °C über 2 h). Schmiermittel können hydrophob sein und deshalb durch ihre Anwesenheit verhindern, dass die im Dampf vorhandene Feuchtigkeit die Oberflächen erreicht, was die Abtötung von Mikroorganismen (Sterilität) beeinträchtigt. Diese Studie sollte die Auswirkungen von Pflegeöl auf zahnärztlichen Handstücken auf die Inaktivierung von Sporen von Geobacillus stearothermophilus während der Dampfsterilisation untersuchen. Die Handstücke wurden mit einer auf Edelstahldrähte aufgetrockneten Sporenlösung beimpft: Diese Drähte wurden in die Spraykanäle eingesetzt, anschließend wurde Pflegeöl für Handstücke (W&H, Österreich) aufgetragen. Mit einem Resistometer des Typs BIER (Biological Indicator Evaluation Resistometer) wurden die Abtötungsraten drei verschiedener Sterilisationsprogramme untersucht: zwei Programme mit Vakuum, eines ohne. Zur Wiederfindung der Sporen wurden die Drähte in phosphatgepufferter Salzlösung (PBS) geschallt, die dann gefiltert und auf eine Trypton-Soja-Agar-Platte (TSA-Platte) ausgebracht wurde. Die Menge der wiedergefundenen Sporen wurde als kolonie- bildende Einheiten (KbE) angegeben. Nur in einem der Programmtypen (mit einem Vorvakuumstoß) wurden bei 4 von 12 aufbereiteten Handstücken Sporen wiedergefunden. Aus dieser Untersuchung lässt sich schlussfolgern, dass es ratsam wäre, Sterilisationszyklen mit den Geräten und unter den Bedingungen zu validieren, die später in der klinischen Praxis vorhanden sind. Die Annahme, dass während des Sterilisationsprozesses alle Bakterien getötet werden, ist trotz der integrierten Letalität überdimensionierten Parameter von 3 Minuten bei 134 °C nicht notwendigerweise korrekt.

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Hämoglobin als Analyt für die Bewertung der Reinigung

Winfried Michels

Zentr Steril 2017; 25 (1): 36–39. 

Die Reinigung von Medizinprodukten hat mit validierten Verfahren zu erfolgen (1). Das erfordert eine objektive Beurteilung der Entfernung unerwünschter Substanzen von deren äußeren und inneren Oberflächen. Als Analyt für die objektive Beurteilung der Reinigung gilt Protein. Da chirurgische Instrumente in der Regel mit Blut verschmutzt sind, kann auch Hämoglobin ein wichtiger und aussagefähiger Analyt bei der Beurteilung der Reinigung sein. In dieser Un- tersuchung wurde zunächst der Bezug der Färbung von Mikrohämaturie-Teststreifen zum mengenmäßigen Gehalt an Hämoglobin in Probelösungen hergestellt. Die Teststreifen erwiesen sich als sehr empfindlich und aufgrund der Beurteilung der Reinigung nach Elution der Instrumen- tenflächen mit 1%iger Natriumdodecylsulfatlösung (SDS) entspricht ein negativer Hämoglobinbefund in der Regel auch einem hinreichend von Protein befreitem Instrument. Die Teststreifen ermöglichen bei blutverschmutzten Medizinprodukten somit eine sehr empfindliche, einfache und preisgünstige Prüfung auf das Vorhandensein von Hämoglobin in SDS-Eluaten bei der Prüfung der Reinigung.

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European Society for Hospital Supply und 20 Jahre AK/FA Qualität der DGSV

Sigrid Krüger