MHP

Aufbereitung in der Praxis 1/2014

Aktuell

  • WFHSS-Kongress in Antalya, Türkei, 6.– 9. November 2013, „Wissen weiterentwickeln – die Grundlage für die Zukunft"
  • 13. ZSVA-Hygiene-Forum Schleswig-Holstein
  • Hygiene-Tipp der DGKH: Der Kühlschrank in Krankenhaus und Praxis

Originalarbeit

  • Thermische Reinigung zahnärztlicher Hand- und Winkelstücke in Reinigungs- und Desinfektionsgeräten

    L. Radimersky, H. Martiny, A. Simonis

    AP 2014 ; 4 (1) : 11–14.

    Problemstellung: Die bei der zahnärztlichen Behandlung benutzten Hand- und Winkelstücke (HWS) bergen das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern von Patient zu Patient. Das Ziel dieser Studie war es, die thermische Reinigungsleistung zweier Reinigungs- und Desinfektionsgeräte (DAC Universal und KaVo LIFEtime) mit Hilfe einer proteinanalytischen Methode zu untersuchen.

    Methode: Für die proteinanalytische Untersuchung wurden die Spraywasser-/Sprayluftkanäle zahnärztlicher Hand- und Winkelstücke mit in 1%iger Natriumdodecylsulfat-Lösung verdünntem nativen Humanblut (1 : 2 bzw. 1 : 22) kontaminiert. Nach maschineller Reinigung im DAC Universal Gerät bzw. KaVo LIFEtime wurden die Spraywasser-/Sprayluftkanäle ausgebaut, voneinander getrennt, mit 10 ml 1%iger Natriumdodecylsulfat-Lösung durchspült und die Lumina mechanisch mit SuperFloss-Fäden gereinigt. Anschließend wurden die SuperFloss-Fäden in der zum Spülen genutzten Natriumdodecylsulfat-Lösung eluiert. Der Proteingehalt wurde mit der modifizierten OPA-Methode bestimmt.

    Ergebnisse: Nach der Aufbereitung im DAC Universal und im KaVo LIFEtime zeigten sich, nach Durchspülen der Kanäle und Elution der SuperFloss-Fäden in SDS, keine optisch sichtbaren Verschmutzungen. Der Vergleich des Restproteingehaltes der Spraywasser-/Sprayluftkanäle zeigte nach experimenteller Anschmutzung, Aufbereitung und photometrischer Auswertung keine Unterschiede zwischen den beiden Geräten.

    Schlussfolgerung: Die untersuchten Geräte eignen sich zur maschinellen Aufbereitung zahnärztlicher Übertragungsinstrumente im Sinne geltender RKI-Richtlinien.

     

     

    Literatur

    1 Kellet M, Holbrook WP. Bacterial contamination of dental handpieces. J Dent 1980.8: 249–253.

    2 Michels W. Qualitätssicherung bei der Aufbereitung – Dekontamination. Zentr Steril 1994. 2: 252–262.

    3 Lewis D, Boe R. Cross-infection risks associated with current procedures for using high-speed dental handpieces. J Clin Microbiol 1992. 30: 401–406.

    4 Lewis D L, Arens M, Appleton S S. Cross-contamination potential with dental equipment. Lancet 1992. 340: 1252–1254

    5 Lewis D L, Arens M, Appleton S S, Nakashima K, Ryu J, Boe R K, Patrick J B, Watanabe D T, Suzuki M. Cross-contamination potential with dental equipment. Lancet 1992. 340: 401–406.

    6 Lewis D L, Boe R K. Cross-infection risks associated with current procedures for using high-speed dental handpieces. J Clin Microbiol 1992. 172: 141–145.

    7 Schmid-Schwap M, Bristela M, Franz A, Kundi M, Piehslinger E, Stauffer F. Evaluierung der Reinigungsleistung von Geräten zur Winkelstückaufbereitung. Hyg Med 2008. 33: 518–521.

    8 Pfeifer M. Standardisierte Testanschmutzung Blut 1: Zusammensetzung, Herstellung, Anwendung. Zentr Steril 1998.6: 381–385.

    9 Schönherr P. Die Reinigung von zahnärztlichen Winkelstücken – geprüft mit der modifizierten OPA-Methode in zwei Reinigungs- und Desinfektionsgeräten. In: Inauguraldissertation zur Erlangung der zahnmedizinischen Doktorwürde, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin. 2005.

    10 Siehe S. Entwicklung einer Methode zum Nachweis von Restkontaminationen in zahnärztlichen Winkelstücken. In: Inauguraldissertation zur Erlangung der zahnmedizinischen Doktorwürde, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin. 2000. (unveröffentlicht)

    11 Pfeifer M. Untersuchung der Reinigungsleistung. Zentr Steril 2005; 13: 130–131.

    12 Leitlinie von DGKH, DGSV und AKI für die Validierung und Routineüberwachung machineller Reinigungs- und thermischer Desinfektionsprozesse für Medizinprodukte und zu Grundsätzen der Geräteauswahl. Zentr Steril 2008; 16: 5–56. Suppl. 2

    13 Langenheinrich, U. Bestimmung von Proteinkonzentrationen in Lösung – Teil 2. CLB 1995; 46: 135 – 136.

    14 Soibelmann M. Zur Problematik der Aufbereitung von Übertragungsinsturmenten – Hand- und Winkelstücken sowie Turbinen – in der zahnärztlichen Praxis. Forum Medizinprodukte und Prozesse 2008; 21–22.

    15 Dürr M, Dummert M, Schulz-Fincke D, Michels M, Brömmelhaus A, Borneff-Lipp M. Maschinelle thermische Aufbereitung von zahnärztlichen Übertragungsinstrumenten. Hyg Med 2008; 33: 74–79.

    16 Krüger S, Hofmann T, Zühlsdorf B. Prüfanschmutzung zur Prüfung der reinigenden Wirkung in Reinigungs- und Desinfektionsgeräten nach ISO 15883-1. Zentr Steril 2004; 12: 230–235.

    17 Früh B, Peifer M. Effiziente Überprüfung der Reinigungswirkung in Reinigungs- und Desinfektionsgeräten (RDG) im Routinebetrieb. Zentral Steril 2002; 11: 41–52.

    18 Michels W., Pieper M. Eigenschaften von Blut und Einfluss auf die Reinigung. Zentr Steril 2004; 12: 324–330.

    19 Langenheinrich, U. Bestimmung von Proteinkonzentrationen in Lösungen – Teil 1. CLB 1995; 46: 82–85.

Übersicht

  • Hilfestellung bei der Auswahl von Desinfektionsmitteln – Relevante Listungen und Wirksamkeitsauslobungen

    A.-M. Sprünken

    AP 2014 ; 4 (1) : 16–17.

    Um dem Anwender und den Hygieneverantwortlichen im medizinischen Bereich die Auswahl geeigneter Desinfektionsmittel zu erleichtern, stehen verschiedene Desinfektionsmittel-Listen unterschiedlicher Fachgesellschaften zur Verfügung. Diese sollen helfen, eine fachgerechte Produktauswahl für die Routinedesinfektion und beim Auftreten spezieller Infektionen zu treffen.

    Der Artikel gibt eine Übersicht über die Inhalte der Desinfektionsmittel-Listen und über Kriterien bei der Desinfektionsmittel-Auswahl.

     

Referiert

  • Chirurgische Wundinfektionen im Zusammenhang mit kontaminierten chirurgischen Instrumenten

    P. Heeg

    Original: Surgical site infections linked to contaminated surgical instruments. S. J. Dancer, M. Stewart, C. Coulombe, A. Gregori, M. Virdi; NHS Lanarkshire, Glasgow, UK, Journal of Hospital Infection 2012; 81: 231–238.

     

    Die Bedeutung einer adäquaten Fortbildung des Aufbereitungspersonals, eines konsequenten Qualitätsmanagementsystems und einer engen Zusammenarbeit zwischen Aufbereitungseinrichtung und der von ihr versorgten Bereiche unter Einbeziehung von Hygiene, Technik und Verwaltung kann im Sinne der Patientensicherheit nicht hoch genug eingeschätzt werden.