MHP

Hygiene & Medizin 7&8/2008

Aktuell

  • Bifidobakterien helfen Frühgeborenen, sich besser zu entwickeln

  • Silberpartikelfolie als Bakterienkiller
  • Neue Impfempfehlungen veröffentlicht
  • Geltende Standards in der Aufbereitung müssen umgesetzt werden

  • Krankenhaus-Hygiene-Kongresspreis 2008
  • Ein Leben für die Desinfektion

Originalia

  • Oberflächendesinfektion mit einem Wasserstoffperoxid-Aerosol

    Frank-Albert Pitten*, Friedrich Tilkes, Maren Keiner

    Hyg Med 2008; 33 [7/8]: 290–295

    Hintergrund: Trotz seines breiten antimikrobiellen Wirkspektrums ist Wasserstoffperoxid auf Grund seiner Instabilität und eines nachhaltigen Eiweißfehlers nur in wenigen Produkten zur Flächendesinfektion im Scheuer-Wisch-Verfahren enthalten. Die vorliegende Untersuchung geht der Frage nach, ob ein Wasserstoffperoxid-Aerosol zur Desinfektion raumseitiger Oberflächen geeignet ist.

     

    Methode: In einem Laborraum wurden Prüfkörper mit Testorganismen an unterschiedlichen Positionen verteilt. Nach Freisetzung des Wasserstoffperoxid-Aerosols wurde die Anzahl der Testorganismen, die die Aerosolbehandlung überstanden, bestimmt.

     

    Ergebnisse: Es konnte gezeigt werden, dass auch unter den Anwendungsbedingungen hoher organischer Belastung (0,3 % Albumin + 0,3 % Schaferythrozyten) die für die Desinfektionsmittelprüfung üblicherweise eingesetzten Testorganismen (Staphylococcus aureus, Enterococcus hirae, Pseudomonas aeruginosa, Candida albicans) um mehr als 5 lg-Stufen abgetötet werden können. Die Optimierung des Verfahrens, insbesondere im Blick auf die initiale Wirkschwäche gegenüber Staphylococcus aureus, wird dargestellt und diskutiert.

     

    Diskussion: Vor dem Hintergrund eines nahezu umfassenden Verbots der Anwendung von Formaldehyd könnten sich mit dem hier beschriebenen Verfahren weitere Perspektiven erkennen lassen.

     

     

Übersicht

  • Rechtliche Rahmenbedingungen für die Aufbereitung von Medizinprodukten

    Christian Jäkel*

    Hyg Med 2008; 33 [7/8]: 296–298

    Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat am 04.04.2008 einen Erfahrungsbericht zur Aufbereitung von Medizinprodukten vorgelegt. Im Ergebnis stellt das BMG fest, dass der Rechtsrahmen für die Aufbereitung von Medizinprodukten ausreichend und ein Verbot der – rechtlich zulässigen – Aufbereitung von Einmalprodukten nicht sachdienlich sei. Voraussetzung jeder Aufbereitung ist die Einhaltung der RKI/BfArM-Empfehlung. Alles andere ist medizinprodukte- und haftungsrechtlich bedenklich. Für Medizinprodukte der Kategorie „kritisch C“ sieht die RKI/BfArM-Empfehlung vor, dass das Qualitätsmanagementsystem des Aufbereiters durch eine von der Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten akkreditierte Stelle (ZLG) zertifiziert sein muss. Diese Zertifizierung hat nach DIN EN ISO 13485:2003+AC:2007 zu erfolgen.

     

     

Arbeitskreis Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF

  • Empfehlung: Händedesinfektion und Händehygiene

DGKH

  • Bericht der Schatzmeisterin für 2006 und 2007

Blickpunkt

  • Leitlinie der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V. und des Robert Koch-Instituts zur Prüfung von chemischen Desinfektionsmitteln auf Wirksamkeit gegen Viren in der Humanmedizin

Referate

  • Impfung gegen nosokomiale Infektionen: Wunschtraum oder greifbare klinische Realität?

Fragen aus der Praxis

  • Kann durch den Einsatz von mobilen Laminar-Air-Flow-Geräten ein Rückgang postoperativer Infektionen erzielt werden?

    Liegen bezüglich der Laminar-Airflow-Geräte, die am Kopfende des Operationstisches angebracht werden bereits Gutachten vor, die über die Qualität dieser Produkte Aussagen treffen? Bei diesen Geräten handelt es sich um eine neue medizinische Innovation aus Schweden. Stimmen die Aussagen, die in den Medien getroffen werden, dass bei der Anwendung dieser Technologie es zu einem extremen Rückgang von postoperativen Infektionen kommt?