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Hygiene & Medizin 6/2008

Aktuell

  • Klebsiella-pneumoniae-Carbapenemase in Deutschland nachgewiesen!
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  • Mangelernährung im Überfluss

Originalia

  • Inhalative Glutardialdehydbelastung – ein Risiko für das Personal bei der maschinellen Endoskopaufbereitung?

    Herta Gerdes*, Barbara Krug, Richard Bloß, Matthias Kelting

    Hyg Med 2008; 33 [6]: 232–238

    Hintergrund und Ziel: Bei der Aufbereitung von Endoskopen kommen Desinfektionsmittel auf der Basis unterschiedlicher Wirkstoffklassen mit spezifischen Vor- und Nachteilen zum Einsatz. Aldehyd-basierte Desinfektionsmittel zeichnen sich durch eine hohe Wirksamkeit in Verbindung mit einer hervorragenden Materialverträglichkeit aus. Nachteile sind neben der bekannten Eiweißfixierung potentielle gesundheitliche Risiken beim Umgang mit diesen Wirkstoffen und im Falle von Glutardialdehyd (GDA) der starke, als unangenehm empfundene Geruch. Ziel der vorliegenden Untersuchung war, die Belastung des Personals durch GDA-Dämpfe in der Praxis der maschinellen Endoskopaufbereitung mit einem GDA-basierten Desinfektionsmittel (0,2 % GDA in der Anwendungslösung) zu bestimmen und das Risiko hinsichtlich der toxikologischen Eigenschaften von GDA zu bewerten.

     

    Methode: Es wurden die Expositionen der mit der maschinellen Aufbereitung beschäftigten Personen in den Endoskopie-Abteilungen von drei Krankenhäusern und in der professionellen Endoskopaufbereitung eines Industrieunternehmens bestimmt. Die Messungen erfolgten personenbezogen mittels im Atembereich befestigter Aldehyd-Probenahmekartuschen gemäß VDI Richtlinie 3862. Über eine Messdauer von 2 Stunden wurden jeweils 60 Liter Luft durch eine mit 2,4-Dinitrophenylhydrazin beschichtete Kartusche gezogen und flüssigkeitschro-matographisch analysiert. Insgesamt wurden 17 Einzelmessungen vorgenommen. Erfasst wurden neben den personengebundenen GDA-Messwerten (Konzentration in der Luft in mg/m3) das Raumvolumen, der eingesetzte Maschinentyp, die Raumsituation (z. B. Anzahl der Maschinen in Betrieb, Lüftung, andere Aktivitäten) sowie die Aufenthaltsdauer des Personals in den Räumen.

     

    Ergebnisse: Die Messwerte unterschieden sich je nach Raum- und Arbeitsbedingungen. In einem Krankenhaus, in dem sich das Personal nur kurz in den Aufbereitungsräumen aufhielt, lagen sie unterhalb der Bestimmungsgrenze von 0,02 mg GDA pro m3 Luft. Bei längerem Aufenthalt lagen die gemessenen Werte im Bereich von 0,044 bis 0,153 mg/m3, wobei die höchsten Werte (0,1 bis 0,153 mg/m3) in einem Aufbereitungsraum gemessen wurden, in dem parallel eine manuelle Instrumentendesinfektion mit einem anderen GDA-haltigen Produkt durchgeführt wurde. Insgesamt lagen die Messwerte deutlich unterhalb des von der MAK-Kommission vorgeschlagenen Arbeitsplatzgrenzwertes von 0,21 mg/m3. Diese Konzentration wird, krebserzeugende Effekte eingeschlossen, als gesundheitlich unbedenklich definiert, auch wenn eine Person wiederholt über einen langen Zeitraum exponiert ist.

     

    Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass bei der maschinellen Aufbereitung von Endoskopen mit einem GDA-haltigen Desinfektionsmittel (0,2 % GDA in der Anwendungslösung) bei fachgerechter Handhabung keine gesundheitsgefährdenden Belastungen des Personals über die Raumluft zu erwarten sind. Eine mögliche geruchliche Belästigung kann sowohl durch eine gute Belüftung des Arbeitsplatzes als auch durch technische Maßnahmen wie durch den Einbau zentraler Dosiereinrichtungen oder durch Luftabsaugungen direkt in der Maschine minimiert werden.

     

  • Relevanz der Wirtschaftlichkeitsanalyse der dezentralen und zentralen Bettenaufbereitung in einem Krankenhaus der Maximalversorgung

    Claudia Winkelmann*, Steffen Fleßa, Rainer Leisten, Axel Kramer

    Hyg Med 2008; 33 [6]: 239–245

    Hintergrund und Ziel: Als eine bezogen auf Lösungsansätze unterschiedlich diskutierte Aufgabenstellung der technischen Hygiene sollte die Bettenaufbereitung unter ökonomischen Aspekten analysiert werden, weil hierzu in der Literatur keine aussagekräftige Kostenerhebung existiert. Neben Aussagen zum Nutzen soll der Input über eine Kostenanalyse erhoben werden, um das Verfahren mit der besten Kosten-Nutzen-Relation zu ermitteln. Auf Basis der Kostensenkungspotenziale werden Optionen zur Kostenreduzierung verdeutlicht und weiterführende Betrachtungen angestellt.

     

    Methode: Die Analyse zielt auf drei in Deutschland angewendete Verfahren ab: die dezentrale, die zentral-manuelle und die zentral-maschinelle Bettenaufbereitung. Mittels einer Literaturrecherche wurde anhand der gesetzlichen Bestimmungen das Soll ermittelt. Ist-Daten stützen sich jeweils auf Betriebsstättenbesichtigungen, Begehungen in Krankenhäusern und Interviews mit Ausführenden und Verantwortlichen. Die Kostenanalyse untersucht die hauptsächlichen Kostenarten. Grundlage ist die fiktive Beschreibung eines Maximalversorgers, wobei möglichst Echtdaten angesetzt wurden. Verwendete Preise sind Listenpreise. Rabatte und Skonti wurden nicht berücksichtigt.

     

    Ergebnisse: Gemäß hygienisch-medizinischer Expertisen führt jede der analysierten Aufbereitungsformen zum notwendigen Aufbereitungsergebnis, wofür allerdings die Motivation der Ausführenden Grundvoraussetzung ist. Als wesentlich fielen die Kostenarten Bau-, Investitions-, Wartungs- und Instandhaltungs-, Material-, Betriebsmittel-, Personalkosten sowie Kosten durch Bettentransporte auf.

    Personalkosten bilden jeweils den größten Anteil an den Gesamtkosten des Aufbereitungsprozesses (bis zu 89 %). Bezogen auf die Bettenaufbereitung in einer Bettenzentrale sind Personalressourcen/-kosten für Hin- und Rücktransport der Betten bestimmend. In Bezug auf die zentral-maschinelle Aufbereitung sind Kosten für Betriebsmittel neben Personalkosten maßgeblich für die Gesamtkosten (bis zu 42 %). Personal- und Betriebsmittelkosten bieten die größten Kostensenkungspotenziale. Bei identischen Aufbereitungsergebnissen steigen die Kosten für die zentral-manuelle bzw. -maschinelle Aufbereitung im Vergleich zur dezentralen Bettenaufbereitung um das rund 2,9- bzw. 4,5-fache.

     

    Schlussfolgerungen: Als unter ökonomischen und hygienisch-medizinischen Gesichtspunkten geeignetes Verfahren wurde die dezentrale Bettenaufbereitung identifiziert. Durch Einsatz der kostengünstigsten Berufsgruppe, den Reinigungsdienst, in Verbindung mit eindeutigen Vorgaben zur Risikoeinstufung des Betts nach Patientenentlassung oder -verlegung und dementsprechender Anforderung an die Bettenaufbereitung ergibt sich ein Kostensenkungspotenzial von bis zu 61 %.

     

     

Arbeitskreis Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF

  • Empfehlung: Die Harndrainage

DGKH

  • Tätigkeitsbericht des Vorstands der DGKH für den Zeitraum 30. März 2006 bis 23. April 2008

     

VAH

  • Fragen & Antworten: Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen in Schwimmbädern

  • Mitteilung Nr. 4 / 2008: Etablierung eines praxisnahen Tests zur Überprüfung viruswirksamer Präparate

Blickpunkt

  • Impfstatus sowie Einstellung und Verhalten von Hebammen zu Impfungen – Ergebnisse einer Querschnittsstudie

Referate

  • Arbeitsbelastung und Infektionsrisiko auf Intensivstationen

Veranstaltungen

  • 31. Jahrestagung der ÖGHMP