MHP

Hygiene & Medizin 7&8/2007

Aktuell

  • Ende der Toleranz – Übergangsfrist abgelaufen
  • Forscher entwickeln pilztötende Oberflächen für Medizinprodukte
  • Tuberkulose-Biomarker hat ausgedient
  • Ausschreibung KHK-Stiftungspreis 2008
  • Neue Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) veröffentlicht
  • Malariaforscher des Hamburger Tropeninstituts erhält Wissenschaftspreis
  • Gülledüngung fördert Antibiotika-resistente Bakterien im Boden

Originalia

  • Krankenhaus-Trinkwasser aus Grundwasser ist eine Quelle für non-Aspergillus-Spezies Schimmelpilze

    N. Wellinghausen*, H. von Baum, S. Reuter

    Hyg Med 2007; 32 [7/8]: 282–285

    Hintergrund: Die Häufigkeit von Infektionen mit invasiven Schimmelpilzen bei immungeschwächten Patienten hat in den letzten Jahrzehnten trotz der Einführung von Präventivmaßnahmen deutlich zugenommen. Daher spielen möglicherweise im Krankenhaus neben der Luft auch andere Quellen bei Infektionen mit Aspergillus und weiteren pathogenen Schimmelpilzen eine Rolle.

     

    Methoden: Wasserproben (Warmwasser aus der Dusche, Kaltwasser aus dem Wasserhahn, beides aus dem Grundwasser stammend), Luftproben und weitere Umweltproben (Waschbecken und Duschwannen vor und nach Wasserentnahme, Sauerstoffanschlüsse, trockene Flächen) der hämatologischen Abteilung des Universitätsklinikums Ulm wurden auf die Kontamination mit pathogenen Schimmelpilzen untersucht.

     

    Ergebnisse: Bezüglich der Konzentration von Schimmelpilzen wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Kalt- und Warmwasserproben gefunden. Nach dem Duschen stieg die Konzentration der Schimmelpilze in der Luft signifikant auf einen Medianwert von 3,5 KBE/m3 Luft (p < 0,05). Die höchsten Konzentrationen von Schimmelpilzen fanden sich bei den Abstrichen der Waschbeckenabflüsse nach dem Durchspülen mit Wasser. In den Duschen unterschieden sich die Konzentrationen von Schimmelpilzen vor und nach dem Duschvorgang nicht signifikant. Bei den identifizierten Schimmelpilzen handelte es sich in allen Fällen um Nicht-Aspergillus-Schimmelpilze.

     

    Schlussfolgerung: Das Wasser war nicht im größeren Umfang mit Aspergillus-Spezies kontaminiert, was die Annahme stützt, dass das Trinkwasser aus Grundwasser geringere Konzentrationen von Aspergillus-Spezies aufweist als das Trinkwasser aus Oberflächenwasser. Die Untersuchung stützt die Hypothese, dass Schimmelpilze sekundär aerosolisiert werden, wenn Wasser in der Dusche oder im Waschbecken verwendet wird. Es erscheint empfehlenswert, vor dem Laufenlassen von Wasser bereits nasse Oberflächen zu reinigen, um für immungeschwächte Patienten das Risiko einer Infektion mit Schimmelpilzen zu verringern.

     

     

Übersicht

  • BSE, vCJK und weitere Prionkrankheiten – Geschichte und aktuelle Situation

    W. Popp*

    Hyg Med 2007; 32 [7/8]: 290–298

    Der Artikel gibt eine kurze geschichtliche Übersicht zu den Prion-Krankheiten wie Scrapie (bei Schafen), Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) (bei Menschen), Kuru (bei Menschen durch Kannibalismus), BSE (bei Rindern) und vCJK (bei Menschen). Alle diese Krankheitsbilder zeichnen sich durch schwammartige Abbauvorgänge im Gehirn aus, sind – auch iatrogen

    – übertragbar und werden durch Prion-Proteine hervorgerufen. Das individuelle Erkrankungsrisiko scheint durch einen genetischen Polymorphismus am Prionproteingen bestimmt zu sein. Von Seiten der EU wurden diverse Maßnahmen ergriffen, um den Ausbruch der Rindererkrankung aufzuhalten. Zu diesen zählen beispielhaft die Testung der Rinder, Töten und Verbrennen der positiv getesteten Rinder sowie der Kohortentiere und die Eliminierung von Risikomaterial (z. B. Hirn). Diese Maßnahmen sind sehr kostenintensiv. Außerdem lässt sich eine Veränderung des Verbraucherverhaltens beim Fleischverzehr belegen. Auch im Gesundheitswesen wurden diverse Empfehlungen erarbeitet, um die Übertragung von vCJK durch Instrumente zu verhindern.

     

Arbeitskreis Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF

  • Hygieneanforderungen bei Herzkatheteruntersuchungen und -behandlungen sowie bei angiologisch-invasiver und angiologisch-interventioneller Radiologie
  • Prophylaxe der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung in Krankenhaus und Praxis

VAH

  • Mitteilung des VAH Nr. 2 / 2007: Empfehlung des VAH zu Formaldehyd
  • Desinfektionsmittel-Kommission im VAH – Mitteilung Nr. 4 / 2007

DGKH

  • Gedanken zum 80. Geburtstag von Prof. Dr. med. habil. Walter Steuer

Referate

  • Orale Dekontamination mit Chlorhexidin: Eine Option zur Reduktion der Pneumonierate auf Intensivstationen?

Veranstaltungen

  • 8. Internationale BODE-Hygienetage in Tallin