MHP

Hygiene & Medizin 5/2007

Aktuell

  • Entdeckung eines natürlichen HIV-Hemmstoffs könnte zu einer neuen Klasse von AIDS-Medikamenten führen
  • Diamantähnliche Schichten halten Implantate sauber
  • Neue Informationen zum Thema Impfen
  • Licht ermöglicht bei Wundinfektionen rasche Diagnose
  • Tropeninstitut rät Reisenden zur Tollwutimpfung
  • Neue Software zur Überwachung Antibiotika-resistenter Bakterien
  • PROGRESS untersucht Veranlagung für schwere Lungenentzündung
  • Neue Behandlung schwerwiegender Pilzinfektionen

Originalia

  • Nosokomiale Clostridium-difficile-assoziierte Erkrankungen bei pädiatrisch-onkologischen Patienten – Ergebnisse einer prospektiven Surveillancestudie

    A. Simon*, G. Bierbaum, S. Engelhart, M. Exner, M. Kramer, U. Bode, G. Fleischhack und die Studiengruppe Onkopaed 2001

    Hyg Med 2007; 32 [5]: 170–176

    Hintergrund: Die Bedeutung von Clostridium difficile als Erreger nosokomialer Infektionen (NI) und das krankenhaushygienische und antimikrobielle Management der C.-difficile-assoziierten Erkrankung (CDAD) wird bei pädiatrisch-onkologischen Patienten kontrovers diskutiert.

     

    Methode: Prospektive Dokumentation (Onkopaed 2001) aller toxinpositiven, mehr als 48 Stunden nach Aufnahme symptomatischen Patienten mit spezifischer Therapie gegen C. difficile.

     

    Ergebnisse: In 209 Monaten (54.824 Patiententage) wurden in 5 Zentren 24 Fälle einer CDAD dokumentiert (kumulative Inzidenzdichte 0,48 pro 1000 Patiententage, 8 % aller 263 prospektiv dokumentierten NI). Der Altersmedian lag bei 12 Jahren; nur ein Patient war jünger als 12 Monate. Die Mehrzahl der Patienten hatte Leukämien und Lymphome (54 %); solide Tumoren bestanden bei 46 %. Etwa die Hälfte der Patienten war vor der CDAD mit Breitspektrum-Antibiotika behandelt worden. Acht Patienten (33 %) waren zum Zeitpunkt der Diagnose granulozytopenisch (Neutrophile < 0.5 3 109 / l). Bei 75 % der Patienten ließ sich eine Inflammation der Kolonwand in der Bildgebung objektivieren (Enterokolitis), ein Patient zeigte eine Hb-wirksame Darmblutung, drei Patienten (12 %) mussten im Verlauf operiert werden, keiner verstarb. Die Therapie erfolgte mit Metronidazol (83 %; Monotherapie 54 %), 46 % (17 % Monotherapie) erhielten Vancomycin. Ein wahrscheinlicher Ausbruch konnte mit Hilfe des Moduls identifiziert und durch eine Multibarriere-Intervention eingedämmt werden.

     

    Schlussfolgerung: CDAD ist – wenn auch mit insgesamt niedriger Inzidenzdichte – eine wichtige nosokomiale Infektion bei Kindern mit Krebserkrankungen, die insbesondere bei nicht neutropenischen Patienten dokumentiert wird. Vor dem Hintergrund des Auftretens von Ausbrüchen und hypervirulenter C.-difficile-Isolate sollte die prospektive Erfassung in dieser Patientengruppe unbedingt fortgeführt werden.

     

  • Aufbereitung von Ultraschallsonden im Krankenhaus – ein nicht zu vernachlässigendes Thema

    U. Heudorf*, H. Hofmann, G. Kutzke, U. Otto

    Hyg Med 2007; 32 [5]: 183–186

    Hintergrund: Ultraschalluntersuchungen sind ein fester Bestandteil klinischer bildgebender Diagnostik. Gleichwohl wird der Aufbereitung der Ultraschallsonden häufig nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Übertragungen von Krankheitserregern im Zusammenhang mit Ultraschalluntersuchungen sind publiziert.

     

    Methode: Vor diesem Hintergrund wurde die Aufbereitung der Ultraschallsonden in allen 16 Frankfurter Kliniken im Rahmen der jährlichen Kranken-hausbegehungen nach § 36 IfSG anhand einer Checkliste standardisiert überprüft – nach ausführlicher Vorabinformation der Häuser. Bei insgesamt 53 Sonographiegeräten wurden u. a. Herstellerangaben zur Aufbereitung der Schallköpfe, Angaben zur Aufbereitung im Reinigungs- und Desinfektionsplan sowie deren Umsetzung in der Praxis und die Sauberkeit der Schallköpfe geprüft.

     

    Ergebnis: Nur für 50 % der Geräte lagen Herstellerangaben vor; diese waren darüber hinaus in mehr als der Hälfte der Fälle entweder fehlerhaft oder nicht zu verwerten. Für die Mehrzahl (76 %) der Sonden waren – oft kurz vor der angekündigten Begehung erstellte – Reinigungs- und Desinfektionspläne mit Angaben zur Aufbereitung vorhanden. 45 (85 %) der überprüften Geräte waren optisch sauber, alle (100 %) der transösophageal eingesetzten Sonden, aber nur 5 (63 %) der Rektalsonden bzw. deren Aufbewahrungsmulden. Bei allen Geräten wurden Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Viruswirksamkeit eingesetzt. Bei 51 (96 %) der Sonden war das angewandte Aufbereitungsverfahren aus fachlicher Sicht korrekt.

     

    Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass die Herstellerangaben zur Aufbereitung von Ultraschallsonden nach wie vor oft nicht vorhanden oder fehlerhaft sind. Da viele Reinigungs- und Desinfektionspläne erst kurzfristig vor der angekündigten Begehung überarbeitet (erstellt?) worden waren, kann zur Situation vor der Ankündigung der Begehung keine Aussage gemacht werden. Andererseits ist festzustellen, dass die Ankündigung der Begehung mit Angabe der Schwerpunktthemen in den Häusern bereits effektive Hygienemaßnahmen befördert hat. Dies unterstützt die Bedeutung der Routinekontrollen der Gesundheitsämter.

     

VAH

  • Desinfektionsmittel-Kommission im VAH – Mitteilung Nr. 3 / 2007

DGKH

  • Konsensuspapier: Unterrichtsempfehlung zur Infektionsprävention und Krankenhaushygiene
  • Zum achtzigsten Geburtstag von Prof. Dr. med. Walter Steuer

Referate

  • Surveillance nosokomialer Infektionen in der Urologie – Erfahrungen einer urologischen Klinik in Italien

Veranstaltungen

  • 19. Dosch-Symposium der ÖGHMP
  • Der öffentliche Gesundheitsdienst – Mitgestalter einer modernen Gesundheitspolitik?

Fragen aus der Praxis

  • Pressfittings und Legionellenproblematik