MHP

Hygiene & Medizin 3/2009

Aktuell

  • Neue Therapie gegen Lungenentzündungen
  • Schützende Zusammenarbeit
  • Zahnwurzelbehandlung im Eilverfahren
  • Impfen – den Schutz vor Masern nutzen
  • Erstmals MRSA bei Nutztieren in der Schweiz entdeckt

Originalia

  • Wirksamkeitsnachweis silberbeschichteter Medizinprodukte

    Dirk Troitzsch, Uta Borutzky, Ulrich Junghannß*

    Hintergrund: In Produkten der Medizintechnik werden zunehmend Silber- und NanoSilberschichten verwendet, um einer Besiedelung von Mikroorganismen vorzubeugen bzw. besiedelungskritische Oberflächen zu schützen. Die hierzu verwendeten Silberarten sind sehr vielfältig und reichen von elementarem Silber bis zu komplexen NanoSilberschichten. Um deren antimikrobielle Aktivität und Wirksamkeit nachzuweisen, werden verschiedene Testmethoden verwendet. Aufgrund des Einsatzes unterschiedlicher Methoden sind die silberbeschichteten Medizinprodukte kaum vergleichbar und Bewertungen nicht auf andere Prüfmodelle übertragbar.

     

    Methode: In den Untersuchungen wurden verschiedene kommerzielle Medizinprodukte hinsichtlich ihrer antimikrobiellen Wirksamkeit gegenüber Enterococcus faecium untersucht. Dazu wurden verschiedene Testmethoden, wie Agardiffusionstest, Suspensionstest und modifizierte Dow Shake-Methoden, verwendet und unter einheitlichen Ausführungsbedingungen (gleicher Untersucher, gleiche Laborausstattung) die Probekörper untersucht.

    Ergebnisse: Bei allen Materialproben zeigten sich Hemmzonen um den Probekörper, wobei die Breite vom eingesetzten Silber und der Silbermenge abhängig war. Die methodenimmanente höchste Genauigkeit wurde beim Suspensionstest mit Keimrückgewinnung erzielt. In den

     

    Ergebnissen der modifizierten Dow Shake-Methoden konnten jedoch ebenfalls die Abstufungen in der Keimreduktion durch die silberbeschichteten Proben aufgezeigt werden. Die Einzelwerte zwischen beiden Dow Shake-Methoden korrelierten eng und zeigten, dass auch über eine Beurteilung mittels Score bei reduziertem Aufwand Aussagen über die antimikrobielle Wirkung getroffen werden können.

     

    Schlussfolgerung: Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die untersuchten Materialien bei Enterococcus faecium eine deutliche antimikrobielle Wirksamkeit hatten und die verwendeten Testmethoden zum Nachweis geeignet erscheinen.

     

    Hyg Med 2009; 34 [3]: 80–85

Aus der Praxis

  • Immunitätslage gegen Poliovirus Typ 1 Stamm CHAT im Vergleich zu Poliovirus Typ 1 Stamm Sabin (LSc-2ab)

    Maren Eggers*, Elena Terletskaia-Ladwig, Gisela Enders, Martin Enders

    Hintergrund: Desinfektionsmittel müssen auf ihre Viruswirksamkeit überprüft werden. Der Nachweis der Wirksamkeit erfolgt nach der Leitlinie der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) und des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Prüfung von chemischen Desinfektionsmitteln auf Wirksamkeit gegen Viren oder nach der Europäischen Norm EN 14476. Auf europäischer Ebene soll es nun auf Grund der schlechten Verfügbarkeit des Poliovirus Typ 1 Stamm Sabin (LSc-2ab) zum Austausch des Prüfvirus durch den Poliovirus Typ 1 Stamm CHAT kommen.

     

    Methode: Wir haben zehn Labormitarbeiter auf neutralisierende Antiköpertiter gegen den Poliovirus Typ 1 Stamm CHAT untersucht. Zusätzlich wurden die neutralisierenden Antikörpertiter gegen den Stamm Sabin aus drei verschiedenen Quellen (Stamm Sabin original 2. Passage Behring Werke (SO+2); WHO-Referenzstamm, Stamm Sabin original 2. Passage (SO+2); DVV-Referenzstamm, Stamm Sabin original 2. Passage (SO+2), (LSc-2ab)) bestimmt.

     

    Ergebnisse: Durchschnittlich wurden gegen den CHAT-Stamm signifikant niedrigere neutralisierende Antikörpertiter als gegen den Sabin-Stamm aus den drei unterschiedlichen Quellen gemessen (Wilcoxon signed rank test P=0,002). In vier Seren wurden gegen das CHAT-Virus reziproke Titer von , 8 gefunden, obwohl gegen Sabin (LSc-2ab) neutralisierende Antikörpertiter im geometrisches Mittel von 11 bis 54 gemessen wurde.

     

    Schlussfolgerung: Auf Grund dieser Untersuchungsergebnisse stellt sich die Frage, ob auch bei niedrigen neutralisierenden Antikörpertitern gegen den Sabin-Stamm ein Schutz gegen den CHAT-Stamm besteht – vor allem im Hinblick auf potentielle Laborinfektionen.

     

    Hyg Med 2009; 34 [3]: 86–89

DGKH

  • Umsetzung der MRSA-Empfehlung der KRINKO von 1999 – Aktuelle Hinweise des Vorstands der DGKH

    A. Simon*, M. Exner, A. Kramer, S. Engelhart für den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene

  • Konsensus-Empfehlung der DGKH-Sektion „Hygiene in der ambulanten und stationären Krankenpflege“

Referate

  • Neue Studie zur selektiven Darmdekontamination zeigt nur marginalen Benefit

    Hardy-Thorsten Panknin