MHP

Hygiene & Medizin 3/2010

Aktuell

  • Vom Kammerjäger zum Fachberater
  • Burger übernimmt vorläufige Leitung des RKI
  • Impfung gegen Dengue-Fieber in Sicht
  • Neue Impfung gegen Magenkrebs
  • Entzündungsfrei nach Hüft-OP

Originalia

  • Vergleich der Wirksamkeit von 89,5 % 1-Propanol bei kurzen Anwendungszeiten mit dem Referenzverfahren der DGHM-Methode für die Hautantiseptik

    Mirja Reichel*, Peter Heisig, Günter Kampf

    Hintergrund: In Deutschland gelten Hautantiseptika als wirksam, wenn auf talgdrüsenreicher Haut die Reduktion der Hautflora nicht schlechter ist als die Reduktion durch das von der DGHM vorgegebene 10-minütige Referenzverfahren mit 70 %igem 2-Propanol. In einer früheren Studie konnten wir zeigen, dass 1-Propanol 89,5 % (V/V) wirksamer ist als der DGHM-Referenzalkohol [1]. Aus diesem Grund wurde in dieser in-vivo-Studie untersucht, ob mit dieser 1-Propanollösung bereits bei kürzeren Einwirkzeiten die Nicht-Unterlegenheit der Wirksamkeit gegenüber dem DGHM-Referenzverfahren nachgewiesen werden kann.

    Methoden: Auf der Stirn, dem Abdomen, dem Nacken und im Lumbalbereich wurde die Sofortwirkung von 89,5 % 1-Propanol (V/V) bei Einwirkzeiten von 4, 3, 2 Minuten sowie 1 Minute im Vergleich zu dem DGHM-Referenzverfahren untersucht. Die Quantifizierung der Hautflora erfolgte in Anlehnung an die DGHM-Standardmethode. Die statistische Auswertung wurde auf Basis einer Nicht-Unterlegenheitsprüfung durchgeführt.

    Ergebnisse: Bei einer Einwirkzeit von 3 Minuten war 89,5 %iger 1-Propanol auf allen vier Hautarealen dem DGHM-Referenzverfahren nicht unterlegen und z. T. sogar überlegen. Die niedrigsten log10-Reduktionen wurden auf der Stirn gemessen, allerdings zeigte hier 89,5 %iger 1-Propanol sogar bei einer einminütigen Einwirkzeit Nicht-Unterlegenheit zu dem 10-minütigen Referenzverfahren (Reduktionsfaktor; 1-Propanol: 1,24 ± 0,77; Referenzmethode: 1,51 ± 0,91). Auf dem Nacken war für den Nachweis der Nicht-Unterlegenheit eine Einwirkzeit von 3 Minuten erforderlich; auf dem Abdomen und im Lumbalbereich waren 2 Minuten ausreichend wirksam.

    Schlussfolgerung: Eine dem DGHM-Referenzverfahren gleichwertige Reduktion der aeroben Hautflora wird auf allen vier Hautarealen mit 89,5 %igem 1-Propanol bereits bei einer Einwirkzeit von 3 Minuten erzielt. Für die Etablierung einer europäischen Standardmethode für Wirksamkeitsuntersuchungen für Hautantiseptika bietet 1-Propanol eine interessante Option für ein Referenzverfahren.

     

    Hyg Med 2010; 35 [3]: 64–69

  • Badezuber und Hygiene – Holz als Werkstoff im Bäderbereich

    Clemens Kittinger*, Franz F. Reinthaler, Franz Mascher, Susanne Felisch, Christine Wulz, Egon Marth

    Hintergrund: Im Rahmen dieser Studie wurde die hygienische Eignung des Werkstoffes Holz für den Einsatz im Bäderbereich geprüft. Dabei wurden die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, unter denen eine hygienisch einwandfreie Verwendung von Holz möglich ist, beurteilt.

    Methodik: Im Wesentlichen wurde das Verhalten von Testmikroorganismen (Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa, Candida albicans) auf unterschiedlichen Holzarten (Lärche, Western Red Cedar und Iroko/Kambala) bei unterschiedlichen Oberflächenbehandlungen (Epoxidharzlack, Hartwachsöl, Öl und unbehandelt) beobachtet und ausgewertet.

    Ergebnisse: Die oberflächenbehandelten Hölzer zeigten gegenüber den unbehandelten Hölzern signifikant bessere Dekontaminationsraten. Die Dekontaminationsraten der behandelten Hölzer waren mit jener der Kontrollmaterialien Acryl und Keramik vergleichbar. Zwischen den Behandlungsarten, Epoxidharzlack, Hartwachs und Öl, konnten keine signifikanten Unterschiede bzw. Trends festgestellt werden.

    Schlussfolgerung: Aus den Ergebnissen kann abgeleitet werden, dass Holz als Werkstoff im Sanitärbereich grundsätzlich aus Sicht der Hygiene als geeignet bezeichnet werden kann. Voraussetzung dafür ist aber eine entsprechende Behandlung der Oberfläche und die Einhaltung der für die jeweilige Oberflächenbehandlung notwendigen Reinigungs- Pflege- und Wartungsmaßnahmen.

     

    Hyg Med 2010; 35 [3]: 70–74

Empfehlung

  • Hygienisch-mikrobiologische Überprüfung von flexiblen Endoskopen nach ihrer Aufbereitung

    Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene

DGKH

  • Einladung zur Mitgliederversammlung mit Wahl des Vorstands der DGKH
  • Kandidatenliste für die Neuwahl des Vorstands der DGKH
  • Die Kandidaten stellen sich vor

Blickpunkt

  • Aufbau eines MRSA-Netzwerkes in einer Großstadt – ein Erfahrungsbericht aus dem Gesundheitsamt München

    RKI