MHP

Hygiene & Medizin 4/2010

Aktuell

  • Lauert Fußpilz auch im Wäschekorb?
  • Welttuberkulosetag 2010
  • Chronische Infektionen besser verstehen
  • HTA-Bericht: MRSA im Krankenhaus
  • Neue EU-Richtlinie: Mehr Sicherheit bei Nadelstichen

  • Hautverträglichkeit zweier Ethanol-basierter Hautantiseptika und ihrer Hilfsstoffe

    Günter Kampf, Walter Wigger-Alberti, Volker Schoder, Klaus-Peter Wilhelm, Michael Muscatiello

    Hintergrund: Obwohl Hautantiseptika im Gesundheitswesen häufig zur Vermeidung von Wundinfektionen eingesetzt werden, liegen über deren Hautverträglichkeit nur wenige Daten vor. Ziel der Studie war es deshalb, die Hautverträglichkeit eines farblosen und eines gefärbten Hautantiseptikums, die beide auf 85 % (w/w) Ethanol basieren, zu bestimmen.

    Methode: Dazu wurden die Testareale auf den Unterarmen von 44 Testpersonen mit jeweils 20 µl Hautantiseptikum behandelt und dreimal 23 Stunden lang semiokklusiv belassen. Zur Kontrolle wurden Wasser, 4 % SDS und ein Referenz-Hautantiseptikum mitgeführt. Die Testareale wurden visuell bewertet. Das Hilfsstoff-Gemisch wurde neunmal okklusiv für 3 Wochen und dann 2 Wochen später noch einmal auf eine bis dahin unbehandelte Stelle am Rücken von 213 Testpersonen aufgetragen. Die Hautreaktionen der behandelten Stellen wurden anhand einer standardisierten Skala eingestuft.

    Ergebnisse: Der durchschnittliche Summenscore war bei dem farblosen (0,79 ± 0,97) und dem gefärbten Antiseptikum (0,50 ± 0,58) niedriger als bei der Negativkontrolle (0,92 ± 1,39) und zeigte somit eine bessere Verträglichkeit, und glich dem mittleren Summenscore des Referenz-Hautantiseptikums (0,59 ± 0,44). Das Hilfsstoff-Gemisch führte zu keiner Zeit zu einer Hautreaktion. Die Verträglichkeit der beiden Ethanol-basierten Hautantiseptika und der Hilfsstoffe der gefärbten Formulierung war gut.

    Schlussfolgerung: Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sollten keine klinisch relevanten Haut-irritationen zu erwarten sein.

     

    Hyg Med 2010; 35 [4]: 112–116

Originalia

  • Wundinfektionen nach primärer Hüft- und Knieendoprothetik: Ergebnisse einer prospektiven Einjahres-Surveillance

    Martin Knoll, Ariane Holland, David Wohlrab, Madeleine Hildebrand, Werner Hein, Marianne Borneff-Lipp

    Hintergrund und Fragestellung: Deutsche Krankenhäuser sind verpflichtet, nosokomiale postoperative Wundinfektionen kontinuierlich zu erfassen. Hierfür steht das Modul OP-KISS des Nationalen Referenzzentrums (NRZ) zur Verfügung.

    Studiendesign und Methoden: Es wurden postoperative Wundinfektionen nach primärer Hüft- und Knieendoprothetik über ein Jahr in einer orthopädischen Universitätsklinik erfasst, beurteilt und die daraus folgenden Hygienemaßnahmen den Erfordernissen fortlaufend angepasst.

    Ergebnisse: In beiden Patientengruppen (primärer Hüftgelenksersatz: 341 Patienten, primärer Kniegelenksersatz: 425) traten jeweils 7 A 3-Wundinfektionen (Infektionen von Organen und Körperhöhlen im Operationsgebiet) auf, die sich vor allem in den niedrigen Risikokategorien ereigneten. Zudem trat eine postoperative oberflächliche Wundinfektion (A1) nach Hüftgelenksersatz auf.

    Schlussfolgerung: Die Surveillance nosokomialer Infektionen gibt dem Kliniker die Möglichkeit, den Qualitätsstandard in der eigenen Klinik anhand eines Referenzwerts zu ermitteln und zu vergleichen. Ziel hierbei soll primär eine Sensibilisierung für den Zusammenhang zwischen klinischer Intervention und nosokomialer Wundinfektion sein.

    Hyg Med 2010; 35 [4]: 117–121

DGKH

  • Vorsorge und Kontrolle können MRSA-Infektionen im Krankenhaus verhindern – der neue HTA-Bericht zu MRSA

    W. Popp*, M. Exner, A. Kramer, K.-D. Zastrow

VAH

  • Mitteilung Nr. 1 / 2010 der Desinfektionsmittel-Kommission im VAH Ankündigung VAH-Ringversuch

Landesverband für Desinfektoren in NRW

  • Einladung zur Fortbildungsveranstaltung und zur Mitgliederversammlung

Blickpunkt

  • Clostridium-difficile-Infektionen: Übermittlungen gemäß IfSG von 01/2008 bis 12/2009

    Epidemiologisches Bulletin Nr. 10 / 2010 des Robert Koch-Instituts

  • Nachweis von OXA-48-Carbapenemasen: Antibiotikaresistenz in Klebsiella-pneumoniae-Isolaten aus Süddeutschland

    Epidemiologisches Bulletin Nr. 14 / 2010 des Robert Koch-Instituts

Referate

  • Kolonisierung mit resistenten gramnegativen Bakterien: Wie häufig kommt es zur spontanen Sanierung?
  • Antibiotikaprophylaxe bei Katheterentfernung verhindert Harnwegsinfektionen

Veranstaltungen

  • HiP – Hygiene in der Pflege
  • 10 Jahre Bad Kissinger Kongress