MHP

Hygiene & Medizin 5/2010

Aktuell

  • Malariaparasiten verhindern Selbstmord von Leberzellen
  • Masern: ein vermeidbares Gesundheitsrisiko
  • Sindbis-Viren erstmals in Deutschland
  • Fesseln für unbekannte Grippeviren
  • Hygiene in der Wundversorgung

Übersicht

  • Desinfektionsmittel zur Anwendung am Menschen – nicht (mehr) zwangsläufig Arzneimittel

    Thomas Bruggmann

    Desinfektionsmittel zur Anwendung am menschlichen Körper wurden bislang als Arzneimittel eingestuft. Mit Schaffung der neuen Kategorie der Biozid-Produkte hat sich dies geändert. Haut- und Händedesinfektionsmittel ohne therapeutische Zweckbestimmung können nunmehr als Biozid-Produkte verkehrsfähig sein.

     

    Hyg Med 2010; 35 [5]: 152–157

Originalia

  • Standard PC Tastaturen können einfach und effizient wischdesinfiziert werden

    C. Brandt

    Hintergrund: PC-Tastaturen können im klinischen Alltag mit nosokomialen Infektionserregern kontaminiert werden und müssen daher desinfizierbar sein. Dafür gibt es auf dem Markt spezielle Tastaturen/überzüge. Hier wurde untersucht, ob auch Standard-PC-Tastaturen einfach und sicher wischdesinfiziert werden können.

    Methode: Nach experimenteller Kontamination von Tasten mit Staphylococcus aureus und Enterococcus faecium als Modellorganismen für nosokomiale Infektionserreger wurden die Tasten mit den Fingerspitzen berührt und diese anschließend auf Agarplatten abgerollt.

    Ergebnisse: Ausgehend von einer hohen (artifiziellen) Kontamination mit durchschnittlich 94 KBE/Taste (S. aureus) und 78 KBE/Taste (E. faecium) konnte durch Wischdesinfektion mit industriell vorgetränkten Einmaldesinfektionswischtüchern eine Reduktion auf durchschnittlich 0,1 KBE/Taste (S. aureus) bzw. 0,3 KBE/Taste (E. faecium) erreicht werden.

    Schlussfolgerung: Es wird daraus geschlossen, dass Standard-PC-Tastaturen problemlos einer Wischdesinfektion unterzogen werden können.

     

    Hyg Med 2010; 35 [5]: 158–160

Aus der Praxis

  • Ausbruch von Clostridium difficile PCR Ribotyp 027 in einer chirurgischen Abteilung

    S. Equiluz-Bruck, M. Fudel, S. Hellwagner, K. Rauchberger

    Hintergrund: In den letzten Jahren konnte weltweit ein Inzidenzanstieg von Clostridium-difficile-assoziierten Diarrhöen (CDAD) beobachtet werden. Der erste österreichische Ausbruch mit Clostridium difficile Ribotyp 027 (CD 027) wurde Ende 2008 / Anfang 2009 in vier Wiener Spitälern festgestellt.

    Methoden und Ergebnisse: Zwischen Dezember 2008 und März 2009 kam es auf zwei Stationen einer chirurgischen Abteilung des Wilhelminenspitals in Wien zu einem Ausbruch von CD 027. Ausgehend von einem Indexpatienten wurde CD 027 auf sieben weitere Patienten übertragen. Vier der acht Patienten wurden nach median 8,5 Tagen (2 bis 20 Tage) mit der akuten Symptomatik einer CDAD wieder aufgenommen. Drei Patienten wurden während ihres stationären Aufenthaltes intensivpflichtig, vier Patienten verstarben innerhalb von 30 Tagen nach Diagnose der CDAD. Die Therapie der CDAD mit Metronidazol, Vancomycin oder Tei-coplanin ergab – unter Berücksichtigung der geringen Fallzahl – keinen Unterschied im Outcome der Patienten. Eine Umgebungsuntersuchung von patientennahen und -fernen Flächen sowie der Sani-täreinrichtungen ergab keinen Nachweis von Clostridien. Intensive Nachschulungen des Personals und die forcierte Umsetzung der hausinternen Hygiene-Richtlinie sowie eine passagere Aufnahmesperre konnten den Ausbruch eindämmen.

    Schlussfolgerung: Da zwei auf derselben Ebene benachbarte Stationen der Abteilung betroffen waren, ist eine Übertragung durch medizinisches Personal anzunehmen. Die Typisierung der Clostridien-Stämme erwies sich für das Hygienemanagement in der Ausbruchssituation als effizient und ermöglichte eine Erfassung der möglichen Übertragungswege. Die Compliance für Hygienemaßnahmen bei CDAD konnte im gesamten Krankenhaus nachhaltig erhöht werden, so dass bis heute kein CDAD-Ausbruch mehr stattfand.

     

    Hyg Med 2010; 35 [5]: 161–164

Blickpunkt

  • Gemeinsam gegen nosokomiale Infektionen: 2. Internationaler Tag der Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens

    Epidemiologisches Bulletin Nr. 17 / 2010 des Robert Koch-Instituts

Referate

  • Ausscheidungsdauer von Clostridium difficile und Kontamination der Patientenumgebung

    Hardy-Thorsten Panknin

DGKH

  • Tätigkeitsbericht des Vorstands der DGKH für den Zeitraum 24. April 2008 bis 21. April 2010
  • Bericht der Schatzmeisterin

VAH

  • Mitteilung Nr. 2 der Desinfektionsmittel-Kommission im VAH Nachtestungen im Bereich „Flächendesinfektion“ und „Instrumentendesinfektion“

Veranstaltungen

  • 10. Internationaler Kongress der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene
  • 60. Wissenschaftlicher Jahreskongress des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des sowie der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienst