MHP

Hygiene & Medizin 6/2010

Aktuell

  • Wie stabil ist das Hepatitis-C-Virus?
  • Europäisches Projekt HALT beginnt
  • Neue Waffe gegen hochresistente Keime
  • Epstein-Barr-Virus-Infektion führt bei Kindern nicht zwingend zu Multipler Sklerose
  • „Krankenhaushygiene“ international zum Thema gemacht

Übersicht

  • Aktueller Stand zur Raumdekontamination mit gasförmigem Wasserstoffperoxid

    Detlef Reichenbacher, Marc Thanheiser, Dominique Krüger

    Labore, Labortechnik und Versuchstierhaltung in den Sicherheitsbereichen S3 und S4 müssen gemäß Gentechnikgesetz speziellen Anforderungen an die Dekontamination von komplexen Oberflächen in Räumen, Schleusen und Lüftungsanlagen mittels einer geeigneten Form der Desinfektion gerecht werden. Grundsätzlich kommt die Anwendung von gasförmigem Formaldehyd oder Wasserstoffperoxid (H2O2) in Betracht. Vor Inbetriebnahme der gentechnischen Anlagen der Sicherheitsstufen S3 und S4 müssen Verfahren zur Raum- und Schwebstofffilterbegasung etabliert und ihre Wirksamkeit mit biologischen Indikatoren nachgewiesen werden.

    Dieser Beitrag bietet eine Literaturübersicht und dient der Feststellung des Entwicklungsstandes der eingesetzten Verfahren zu Bedingungen der Anwendung, zur Wirksamkeit, zur Materialverträglichkeit und zu Verfahrensgrenzen.

    Hyg Med 2010; 35 [6]: 204–208

     

     

  • Fortschritt bei der Koloskop-Aufbereitung in gastro- enterologischen Praxen durch Qualitätssicherung

    Ottmar Leiß, Eckhart Fröhlich, Reinhold Muller

    Komplexe Medizinprodukte wie flexible Endoskope sind schwierig zu reinigen und zu desinfizieren. Aufgrund von Kasuistiken zu Infektionsübertragungen bei endoskopischen Untersuchungen wurde das potenzielle Infektionsrisiko in der Vergangenheit wiederholt kritisch diskutiert und die Eignung derzeitiger Aufbereitungsverfahren in Zweifel gezogen. In einem historischen Rückblick auf 20 Jahre Hygiene in der Endoskopie werden verschiedene Phasen unterschieden, die sich retrospektiv als Plan-Do-Check-Act-Phasen eines nationalen Qualitätsmanagements mit unterschiedlichen Akteuren darstellen lassen. Die 2002 publizierte HYGEA-Studie hatte bei mikrobiologischen Überprüfungen aufbereiteter Endoskope Beanstandungsquoten von ca. 50 % ergeben. Durch die im Vorfeld der Einführung der Vorsorgekoloskopie getroffene Qualitätssicherungsvereinbarung Koloskopie und die Etablierung eines Qualitätssicherungssystems durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung ist die Beanstandungsquote bei mikrobiologischen Überprüfungen der Koloskop-Aufbereitung im niedergelassenen Bereich bundesweit auf inzwischen unter 5 % abgefallen. In Analogie zur Qualitätssicherungsvereinbarung Koloskopie sollten entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarungen für alle endoskopischen Untersuchungen getroffen werden. Die privaten Krankenkassen sollten die Qualitätssicherung mittragen.

    Hyg Med 2010; 35 [6]: 209–214

Aus der Praxis

  • Milchflaschenwärmer als Streuquelle für Burkholderia cepacia

    Susanne Hellwagner, Susanne Equiluz-Bruck, Marta Fudel, Karljosef Rauchberger

    Hintergrund: Burkholderia cepacia gehören zu den gramnegativen, obligat aeroben Nonfermentern, die ubiquitär in Pflanzen, Böden und Wasser vorkommen. Für den Menschen ist B. cepacia fakultativ pathogen und kann bei immunsupprimierten Patienten, wie beispielsweise Intensivpatienten oder Patienten mit Cystischer Fibrose, zu schweren Krankheitsbildern führen.

    Methoden und Ergebnisse: Im Zeitraum März 2008 bis März 2009 konnte bei insgesamt 20 Patienten (Bronchialsekret, Femuraliskatheter und Analabstrich) des Wilhelminenspitals, Wien, der Erreger B. cepacia nachgewiesen werden. Die Hälfte davon waren Patienten der Neonatologischen Intensivstation. Neun dieser zehn Patienten waren Frühgeburten mit niedrigem Geburtsgewicht, alle waren langzeitbeatmet und parenteral sowie enteral durch Sonden ernährt worden. Aufgrund der Häufung der Fälle mit diesem seltenen und für immunsupprimierte Patienten fakultativ pathogenen Erreger, wurden in Zusammenarbeit mit der Stationsleitung der Behandlungsverlauf der Patienten sowie die Stationsabläufe evaluiert und eine Umgebungsuntersuchung durchgeführt. Diese ergab den positiven Nachweis des Erregers B. cepacia im Wasser des Milchflaschenwärmers.

    Schlussfolgerung: Ein Dauereinsatz des Milchflaschenwärmers mit Wasserbad über 24 Stunden machte eine zufriedenstellende Sanierung unmöglich und führte zur Umstellung auf kontaktbetriebene Milchflaschenwärmer im gesamten Wilhelminenspital.

    Hyg Med 2010; 35 [6]: 215–217

DGKH

  • Leserbrief zur Empfehlung „Hygienisch-mikrobiologische Überprüfung von flexiblen Endoskopen nach ihrer Aufbereitung“ und Antwort der Leitliniengruppe
  • Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene an Wolfgang Müller

VAH

  • Fragen und Antworten: Desinfektion von HLW-Übungsphantomen

Blickpunkt

  • Flächendeckendes einmonatiges MRSA-Prävalenzscreening in Akut- und Rehakliniken

    Robert Koch Institut

Referate

  • Fluconazol-Prophylaxe auf der Intensivstation

Veranstaltungen

  • 32. Jahrestagung der ÖGHMP