MHP

Hygiene & Medizin 11/2010

Aktuell

  • Verband zeigt Infektionen an
  • Wenn Duschen krank macht
  • Saarländisches MRSAar Netzwerk startet Pilotprojekt
  • Infektionen im diabetischen Gewebe

Originalia

  • Untersuchungen zur antimikrobiellen Wirkung photokatalytisch aktiver Oberflächen

    Lutz Vossebein, Britta Hilgenberg

    Hintergrund: Elastische Bodenbeläge aus PVC, Kautschuk oder Linoleum werden in der Praxis mit Polymerdispersionen (Selbstglanzdispersionen, Abk. SGD) befilmt. SGD werden im Allgemeinen auf elastische Bodenbeläge aufgetragen, um die Anschmutz- und Reinigungseigenschaften der Bodenbeläge zu verbessern und den Verschleiß zu reduzieren. Um darüber hinaus Verschleppungen von Krankheitserregern entgegenzuwirken und die Rekontaminationsmenge von vermehrungsfähigen Mikroorganismen zwischen zwei Reinigungs- und/oder Desinfektionsintervallen zu reduzieren, wurden SGD mit antimikrobiell wirksamem Titandioxid modifiziert. Die eingesetzten Titandioxide wurden herstellerseitig durch gezielte Einführung von Kohlenstoffatomen „dotiert“, um bereits durch Bestrahlung mit sichtbarem Licht (z. B. Tages-, Halogen- oder Leuchtstoffröhrenlicht) photokatalytisch aktiv zu sein.

    Methode: Die antimikrobielle Wirkung von nanoskaligen, photokatalytisch aktiven Titandioxiden, welche in SGD eingebracht wurden, wurde mittels quantitativer Suspensionsversuche und praxisnaher Versuche untersucht. Im Rahmen der Untersuchung wurden verschiedene mikrobielle Anschmutzungstechniken untersucht, von denen die effektivste Methode vorgestellt wird.

    Ergebnisse: Die zur Verfügung stehenden Titandioxide wiesen unterschiedliche antimikrobielle Wirkungen auf. In quantitativen Suspensionsversuchen wurden wesentlich höhere Reduktionsfaktoren erreicht, als in praxisnahen Versuchen auf trockenen Oberflächen. Im Vergleich zu unmodifizierten Pflegebefilmungen wurden in praxisnahen Versuchen in einem Zeitraum von 24 Stunden Reduktionsraten von 0,8 log10-Stufen (E. faecium), 1,2 log10-Stufen (S. aureus) und 1,5 log10-Stufen (E. coli) erreicht.

    Schlussfolgerung: Bei der Beurteilung antimikrobiell ausgerüsteter Oberflächen sollten die Ergebnisse quantitativer Suspensionsversuche kritisch hinterfragt werden, wenn für den Einsatz in der Praxis eine Anwendung im Trockenen vorgesehen ist. Die Durchführung zusätzlicher praxisnaher Untersuchungen ist unerlässlich.

     

    Hyg Med 2010; 35 [11]: 404–411

     

Aus der Praxis

  • Einsatz der Zeitschrift Hygiene & Medizin in der Weiterbildung zur Hygienefachkraft

    Arne Ring, Christina Ring, Dagmar Lutz

    Die Weiterbildung zur staatlich anerkannten Hygienefachkraft wird seit dem Jahr 1992 durch das Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg angeboten. Sie richtet sich an KrankenpflegerInnen, die ihre Kompetenz für die interne hygienische Qualitätskontrolle in Krankenhäusern entwickeln und einsetzen wollen. Die Unterrichtsinhalte berücksichtigen das unter Federführung des Robert Koch-Institutes (RKI) gemeinsam erarbeitete Curriculum. Die Weiterbildung kann sowohl in einem Jahr als Vollzeitweiterbildung als auch in zwei Jahren berufsbegleitend absolviert werden. Im Teilgebiet „Mikrobiologie 2“ der Weiterbildung ist ein zweitägiges Modul „Grundlagen der Epidemiologie“ eingebettet. In diesem Kurs werden statistische Grundbegriffe wiederholt und anwendungsbezogen auf typische epidemiologischen Studientypen bezogen. Als wichtiges Gestaltungsmittel werden dabei seit einigen Jahren ausgewählte Artikel der Zeitschrift Hygiene & Medizin methodisch sortiert den Lehrinhalten zugeordnet. Zielstellung ist dabei neben der Vermittlung statistischer und epidemiologischer Kenntnisse auch das Heranführen der künftigen Hygienefachkräfte an die Literatur. Wir zeigen exemplarisch, wie diese Beträge eingesetzt werden. Ein Schwerpunkt ist dabei die praktische Arbeit mit epidemiologischen Kenngrößen aus den Angaben der Artikel. So erlauben einige Beiträge speziell zum Krankenhaus-Surveillance-System (KISS) das umfangreiche Üben zahlreicher KISS-Parameter. Andererseits können in einigen Fällen auch Verbesserungsmöglichkeiten der statistischen Auswertung oder der graphischen Darstellung aufgezeigt werden. Als günstig erweist sich dabei für die genannte Zielgruppe, dass die Zeitschrift Hygiene & Medizin in deutscher Sprache erscheint. Besonders erwähnenswert ist die Rubrik „Referate“, in der von Zeit zu Zeit Beiträge aus englischsprachigen Zeitschriften auf Deutsch in Kurzform vorgestellt werden.

     

    Hyg Med 2010; 35 [11]: 412–420.

Arbeitskreis Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF

  • Anforderungen der Hygiene beim Tätowieren

DGKH

  • Hygiene und Öffentliche Gesundheit als eigenständiges universitäres Lehrfach etablieren

    Ute Teichert-Barthel, Thomas Eikmann, Martin Exner

    Stellungnahme des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD), der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) sowie der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH)

Blickpunkt

  • Verbesserung der Krankenhaushygiene durch das Händehygiene-Monitoringsystem IHMoS

    Udo Jorczyk, Bastian Urban, Malte Kohlmeier, René Rettkowski, René Strücker

Referate

  • Können Clostridium-difficile-Sporen durch die Luft übertragen werden?

    Prof. Dr. med. M. Trautmann

Leserforum

  • Abgrenzungsproblematik von am Menschen anzuwendenden Desinfektionsmitteln und Antiseptika