MHP

Hygiene & Medizin 12/2010

Aktuell

  • Neue Schätzzahlen zum Welt-AIDS-Tag 2010
  • Deutschlandweites Netzwerk gegen Krankheitserreger
  • „Neue Grippe“: Wirtswechsel mit fatalen Folgen
  • Yersinia pestis ist Ursache der großen Pestepidemie des Mittelalters

Originalia

  • Orientierende Untersuchung zur mikrobiologischen Belastung von Wasserpfeifen

    Katrin Flohrs*, Sylvia Hebestreit, Gabriele Höll, Ekkehard Hennebach, Ingrid Ehrhard

    Hyg Med 2010; 35 [12]: 456–463

    Hintergrund: Das Rauchen von Wasserpfeifen hat sich in den letzten Jahren unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland verbreitet. In dieser orientierenden Studie sollte untersucht werden, wie stark und mit welchen Mikroorganismen die Schläuche und das Wasser in den Glaskörpern der Wasserpfeifen belastet sind und welchen Einfluss der Umgang (Reinigung, Zeitpunkt des Befüllens mit Wasser) der Betreiber mit den Wasserpfeifen auf die Keimzahl und das Keimspektrum haben.

    Methode: In acht Shisha-Bars wurden jeweils fünf Wasserpfeifen mit Abstrichen aus den Schläuchen und Wasserentnahmen aus den Glasbehältern beprobt. Die gefundenen Mikroorganismen wurden nach Möglichkeit mindestens bis auf die Gattungsebene identifiziert. In den Wasserproben wurde zusätzlich die Gesamtkeimzahl pro 1 ml ermittelt. 30 Wasserproben wurden auch auf Legionellen untersucht. Anhand eines Kurzfragebogens wurden den Betreibern Fragen zur Reinigung und der Befüllung der Wasserpfeifen gestellt.

    Ergebnisse: In 35 von 78 Abstrichen wurden Keime nachgewiesen, überwiegend grampositive Kokken der Haut- und Schleimhautflora und aerobe Sporenbildner. In 28 von 40 Wasserproben wurde eine Gesamtkeimzahl von > 100 KBE/ ml und in 15 Proben von > 1000 KBE/ ml festgestellt. Hier wurden überwiegend gramnegative Stäbchen aus der Gruppe der Nonfermenter, Sprosspilze, aerobe Sporenbildner und weitere Keime der Umwelt-, Haut- und Schleimhautflora sowie in sechs Proben Enterobakterien identifiziert. In neun Proben wurde Pseudomonas aeruginosa gefunden. Legionellen wurden nicht nachgewiesen. Gründliche Reinigung der Glaskörper, vollständiges Trocknen und Vermeiden von Standzeiten scheinen die Gesamtkeimzahl im Wasser zu reduzieren.

    Schlussfolgerung: Vor allem für Menschen mit prädisponierenden Faktoren kann ein Infektionsrisiko durch das Shisharauchen nicht ausgeschlossen werden. Aerosole, die mit Endotoxinen gramnegativer Bakterien belastet sind, können darüber hinaus ggf. asthmatische Reaktionen auslösen.

  • Wirkung verschiedener Wundspüllösungen auf MRSA-Biofilme in Wunden im Tiermodell (Schwein)

    Roberto Perez, Stephen C. Davis, Kurt Kaehn*

    Hyg Med 2010; 35 [12]: 464–468

    Hintergrund: Die Rolle von Biofilm in schlecht heilenden Wunden wird zunehmend erkannt und diskutiert. Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) ist ein guter Biofilmproduzent und wird häufig aus chronischen Wunden isoliert. Geeignete Maßnahmen zur Entfernung des Biofilms können die Wundheilung verbessern und zusätzlich die Verbreitung von MRSA eindämmen. Es wurde an einem Wundmodell untersucht, ob mit Hilfe einer einfachen Pflegemaßnahme, der Wundreinigung mittels Spülung, MRSA-Biofilm aus Hautwunden entfernt werden kann.

    Methode: Epidermale Hautwunden auf dem Rücken von Schweinen wurden mit MRSA beimpft und mit Polyurethanfolie abgedeckt, um für 24 Stunden einen Biofilm aufwachsen zu lassen. Die Wunden waren vier Gruppen zugeteilt. In drei Gruppen wurden die Wunden zweimal pro Tag mittels Spülung gereinigt: a) mit einer Betain- und Polyhexanid-haltigen Wundspüllösung, b) mit Ringer und c) mit steriler Kochsalzlösung. In der Kontrollgruppe unterblieb die Spülung der Wunden. Nach 48 bzw. 72 Stunden wurden je vier Wunden pro Gruppe beprobt.

    Ergebnisse: Die Mittelwerte der Keimzahlbestimmungen waren nach 48 und 72 Stunden in der Gruppe a) signifikant niedriger (p < 0,05) als in den Vergleichsgruppen b) und c).

    Schlussfolgerung: Die Entfernung von MRSA-Biofilm ließ sich nur mit der Betain- und Polyhexanidhaltige Wundspüllösung nachweisen; die beiden Salzlösungen zeigten keinen vergleichbaren Effekt.

DGKH

  • Infektionsprävention bei der Narkosebeatmung durch den Einsatz von Atemgasfiltern

    Axel Kramer*, Rainer Kranabetter, Jörg Rathgeber, Klaus Züchner, Ojan Assadian, Georg Daeschlein, Nils-Olaf Hübner, Edeltrut Dietlein, Martin Exner, Matthias Gründling, Christian Lehmann, Michael Wendt, Bernhard Martin Graf, Dietmar Holst,

    Gemeinsame Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. (DGKH) und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)

  • Stellenwert der antimikrobiellen Ausstattung von Objekten in der Infektionsprävention

    Axel Kramer, Ojan Assadian1, Bärbel Christiansen, Martin Exner, Jürgen Gebel, Wolfgang Kohnen, Lutz Vossebein, Klaus-Dieter Zastrow

    Gemeinsame Stellungnahme der Sektion Klinische Antiseptik der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. (DGKH) und der Desinfektionsmittel-Kommission des Verbunds für Angewandte Hygiene e.V. (VAH)

VAH

  • Verbund für Angewandte Hygiene e.V. (VAH)

    Mitteilung Nr. 6 / 2010 der Desinfektionsmittel-Kommission

    VAH-Zertifizierungen von Desinfektionstüchern – 2. Mitteilung

     

    Mitteilung Nr. 7 / 2010 der Desinfektionsmittel-Kommission

    Eignung von VAH-gelisteten chemothermischen Wäscheverfahren bei Einsatz in Haushaltswaschmaschinen

Blickpunkt

  • Verträglichkeit von Händedesinfektionsmitteln (farbstoff- und parfümfreie Mittel)

    Markus Dettenkofer*, Ursel Heudorf, Christiane Reichardt, unter Mitarbeit von Andreas Conrad

    Positionspapier des wissenschaftlichen Beirat der „AKTION Saubere Hände“

Referate

  • Compliance bei der Händehygiene – eine simple Intervention führt zum Erfolg

Veranstaltungen

  • 5. Mainzer Hygiene- und Infektiologie-Tag – Von der Praxis für die Praxis: Herausforderungen und Visionen der modernen Hygiene
  • MedInform-Konferenz zu Krankenhausinfektionen – Mehr Aufklärung, mehr Problembewusstsein, mehr Fachkräfte