MHP

Hygiene & Medizin 9/2011

Aktuell

  • Bakterien schleusen DNA in menschliche Zellen ein
  • Krankenhausinfektionen vermeiden
  • Medizinische Fachzeitschrift veröffentlicht erste Ergebnisse des neuen HUS-Behandlungskonzeptes
  • Die innige Bindung an die Darmzelle

Originalia

  • Kosten- und Erlösbetrachtung zur Komplexbehandlung von Patienten mit MRE (OPS 8-987) und Vorliegen eines MRSA

    Claudia Neumann

    Hintergrund: Kosten, die in Zusammenhang mit MRSA in Krankenhäusern entstehen, werden seit 2006 unter definierten Voraussetzungen speziell vergütet. Am Beispiel der Daten eines Krankenhauses der Maximalversorgung wurde untersucht, welche Erlöse den entstehenden Kosten der Komplexbehandlung bei Besiedelung mit MRE (OPS 8-987) und dem Vorliegen eines MRSA im deutschen DRG-System gegenüberstehen.

    Methode: Die Erlöse wurden anhand des Datensatzes nach §21 KHEntgG nachvollzogen und summiert. Zur Ermittlung der Kosten wurden die erbrachten Leistungen im Behandlungsverlauf anhand von Patientenakten nachvollzogen und auf ihre Relevanz zur Kodierung des OPS-Kodes 8-987 hin untersucht. Erlösrelevant wird diese Kodierung erst ab dem siebten Behandlungstag, wenn sie in eine der speziellen DRGs zur Komplexbehandlung bei multiresistenten Erregern führt. Pro erlösrelevantem Fall wurden die MRSA-bedingten Kosten und im zweiten Schritt die relevanten Kosten zur Kodierung des OPS-Kodes (MRE-relevante Kosten) mit Hilfe der Prozesskostenrechnung ermittelt.

    Ergebnis: Je Fall wurden die ermittelten MRE-relevanten Kosten den erzielten Erlösen gegenübergestellt sowie zusätzlich die Summe der Erlöse der Summe der Kosten. Es zeigte sich, dass die Kosten nicht in allen Fällen durch die erzielten Erlöse gedeckt waren. Das Ergebnis wird unter verschiedenen Gesichtspunkten diskutiert sowie eine Übertragung auf das gesamte Patientenkollektiv, bei dem die Leistungen erbracht wurden, gewagt.

    Schlussfolgerung: Da eine vollständige sachgerechte Finanzierung des OPS-Kodes 8-987 häufig nicht möglich ist, ist es im Interesse der Krankenhäuser, die entstehenden Kosten so klein wie möglich zu halten. Dies kann über ein konsequentes Aufnahmescreening, optimierte Prozesse z. B. einen strukturierten Behandlungsablauf, sowie den gezielten Einsatz von Antibiotika erreicht werden. Eine Fortführung der Maßnahmen im ambulanten Sektor könnte MRSA-Infektionen vermeiden und somit Kosten senken.

    HygMed 2011; 36 [9]: 336–343

  • Bettenaufbereitung im Krankenhaus – Ergebnisse der infektionshygienischen Überwachung in Frankfurt/Main, 2009

    Ursel Heudorf, Hans Hofmann, Gudrun Kutzke, Ulla Otto

    Hintergrund: Nicht korrekt aufbereitete Betten stellen ein nicht zu vernachlässigendes Infektionsrisiko für Patienten dar. Beschrieben sind nicht nur Keimbelastungen auf Betten, darüber hinaus konnten Betten als Übertragungsreservoir bei Ausbrüchen von Krankenhausinfektionen nachgewiesen werden. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen der Krankenhausbegehungen nach § 36 IfSG in den Kliniken in Frankfurt am Main im Jahre 2009 überprüft, inwieweit die Anforderungen der Hygiene an die Bettenaufbereitung eingehalten werden.

    Methoden: Alle 17 Krankenhäuser in Frankfurt wurden von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes begangen und der Hygienestatus bei der dezentralen Bettenaufbereitung mittels einer standardisierten Checkliste erhoben. Dokumentiert wurden zum einen die Strukturqualität, d. h. bauliche, funktionale und personelle Voraussetzungen, sowie die Prozessqualität, d. h. die praktische Durchführung bei der dezentralen Bettenaufbereitung.

    Ergebnisse: Organisation/Strukturqualität: In sechs der 17 Häuser wird eine zentrale Bettenaufbereitung vorgehalten, die in jeweils drei Einrichtungen bei jedem Bett, bzw. bei Bedarf genutzt wird. In zwölf Häusern werden die Betten im Zimmer, in elf Häusern auf dem Flur aufbereitet (Mehrfachnennung war möglich), nur ein Haus hält für die dezentrale Bettenaufbereitung separate Räume vor. Die Bettwäsche wird in allen Häusern von Fremdfirmen nach einem zertifizierten Verfahren gewaschen. In vier Häusern werden die Bettdecken und Kopfkissen immer zentral gewaschen, in sieben Häusern nur bei sichtbarer Verschmutzung und in sechs weiteren Häusern ist ein Punktesystem festgelegt. Alle Häuser haben wisch- und desinfizierbare Matratzenüberzüge. Wischfeste, atmungsaktive Kissenüberzüge werden nur in einem Haus – und hier nur auf ausgewählten Stationen z. B. HNO-Klinik, Intensivstation– vorgehalten. Beobachtungen/Prozessqualität: In fünf Häusern wurden Fehler bei der dezentralen Bettenaufbereitung beobachtet, u. a. fehlende Trennung von reinen und unreinen Tätigkeiten, fehlende Bearbeitung der häufigen Handkontaktflächen. Häufig wurden Defekte bei den Matratzenüberzügen bzw. deren Verschlüssen gefunden, zahlreiche Matratzen waren deswegen unter den Überzügen kontaminiert.

    Schlussfolgerungen: In den letzten Jahren haben viele Krankenhäuser die zentrale Bettenaufbereitung verlassen. Bei der dezentralen Aufbereitung der Betten wurden jedoch zahlreiche Fehler beobachtet. Die Anforderungen der Hygiene waren dann nicht eingehalten. Die Aufbereitung der Bettdecken und Kissen reichte von nur Frisch-Beziehen über eine Aufbereitung nach Punktesystem (z. B. Verschmutzung, Patientenrisikofaktoren) bis hin zur generellen Aufbereitung. Die Begehungen haben teilweise den Häusern zuvor nicht bekannte Probleme aufgezeigt, haben aber auch gute Konzepte für die Bettenaufbereitung in einzelnen Häusern erkennen lassen (Aufbereitungsteams, Komplettsystem), die Vorbild für andere Häuser sein können.

    HygMed 2011; 36 [9]: 344–350

VAH

  • Fragen und Antworten: Aufbereitung von Berufsbekleidung und Bettwäsche

Blickpunkt

  • Auftreten und Verbreitung von MRSA in Deutschland 2010

    Fachgebiet Nosokomiale Infektionen des Robert Koch-Instituts

  • Haiti: Im Einsatz für den Wiederaufbau

    Edith Fischnaller

Referate

  • Unruhe im Operationssaal

    Hardy Th. Panknin

Veranstaltungen

  • 9. Internationale BODE Hygienetage

    Sabine Niknam