MHP

Hygiene & Medizin 11/2011

Aktuell

  • Robert Koch-Institut priorisiert die wichtigsten Infektionserreger
  • Neuartige Strategie im Kampf gegen SARS & Co
  • Mehr Sicherheit für die Trinkwasserqualität in Gebäuden
  • Die Rolle von Clostridium estertheticum beim Verderb von vakuumverpacktem Fleisch

Originalia

  • Multiresistente gramnegative Erreger in Ausbrüchen

    Elena Zhuchenko, Karolin Graf, Ralf-Peter Vonberg

    Hintergrund: Multiresistente gramnegative Bakterien (MRGN) gewinnen in vielen me-dizinischen Fachabteilungen an Bedeutung. Bislang gibt es jedoch nur wenige Daten zu wirklich notwendigen Hygienemaßnahmen. Dies gilt insbesondere für den Ausbruchsfall.

    Methode: Es erfolgte eine Abfrage der Pub-Med und der Outbreak Database nach noso-komialen Ausbrüchen durch multiresistente Acinetobacter spp., Pseudomonas spp. und ESBL-Bildner für den Zeitraum 1986 bis 2010. Darauf basierend wurde ein systematisches Review zu Dauer, Setting, Patienten, Infek-tionsart und Hygienemaßnahmen erstellt.

    Ergebnisse: Eingeschlossen wurden 223 Ausbrüche (Acinetobacter: 59, Pseudomo-naden: 109; ESBL-Bildner: 55) mit einer me-dianen Dauer von 183 (Acinetobacter), 92 (Pseudomonaden) bzw. 214 (ESBL-Bildner) Tagen. Im Mittel waren 25 (Acinetobacter; davon infiziert: 19; davon verstorben: 4), 23 (Pseudomonaden; 16; 3) und 59 (ESBL; 47; 2) Patienten betroffen. Acinetobacter-Ausbrüche betrafen besonders häufig Universitätskliniken, Intensivstationen und die Chirurgie; der Transmissionsweg blieb hier häufig unbekannt. Umgebungsuntersuchungen und Händedesinfektion waren die häufigsten Hygienemaßnahmen. Pseudomonas-Ausbrüche ereigneten sich besonders häufig in der Hämatologie/Onkologie. Kontakt war der häufigste Transmissionsweg. Medizinisches Material stellte die häufigste Erregerquelle und dessen Reparaturen oder Ersatz die häufigsten Hygienemaßnahmen dar. Patienten-Screening, Schutzkleidung, Isolationsmaßnahmen und Stationsschließungen wurden hingegen seltener durchgeführt. Ausbrüche durch ESBL-Bildner betrafen vor allem die Neonatologie, waren von auffällig langer Dauer und hoher Anzahl Betroffener. Erregerquelle waren zumeist Patienten. Die häufigsten Infektionsarten waren Sepsis, Meningitis und Harnwegsinfektionen. Die Letalität war vergleichsweise niedrig. Personalfortbildungen und ein verbesserter Personalschlüssel standen bei der Beendigung der Ausbrüche im Vordergrund.

    Schlussfolgerung: Alle drei Gruppen (Aci-netobacter, Pseudomonaden und ESBL-Bildner) sind derzeit von krankenhaushy-gienischer Bedeutung. Für evidenzbasierte Hygieneempfehlungen ist die Datenlage jedoch leider nach wie vor vergleichsweise schwach.

     

    HygMed 2011; 36 [11]: 440–448

Übersicht

  • Anwendung aufbereiteter Einmal-Medizinprodukte: Keine gesonderte Patientenaufklärung

    Christian Jäkel

    In Deutschland ist die Aufbereitung von Einmal-Medizinprodukten zulässig. Dabei müssen die Voraussetzungen der Medizinprodukte-Betreiberverordnung sowie der Empfehlung des Robert Koch-Institutes und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte eingehalten werden. Eine gesonderte Aufklärung des Patienten über die Verwendung aufbereiteter Einmal-Medizinprodukte ist nicht erforderlich. Dies hat die Bundesregierung in Beantwortung einer Kleinen Anfrage im Bundestag ausdrücklich bestätigt.

     

    HygMed 2011; 36 [11]: 449–453

Empfehlung

  • Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen

    Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI)

DGKH

  • Hygiene in Benin

    I. Bobrich

Blickpunkt

  • Legionellen: Aktuelle Fragen zum Vollzug der geänderten Trinkwasserverordnung

    Stellungnahme des Umweltbundesamts

Referate

  • Dienstkleidung als Streuquelle
  • Ein überregionales Netzwerk zur Reduktion nosokomialer Infektionen