MHP

Hygiene & Medizin 6/2012

Aktuell

  • Abwehr gegen Rotaviren weiter aufgeklärt
  • Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft warnt: Behandlung von Infektionen kann Augen schädigen
  • Neueste Erkenntnisse vom EHEC-Weltkongress VTEC 2012

Empfehlung

  • Informationen zu MRSA und weiteren multiresistenten Erregern für Rehabilitations-Einrichtungen – Eine Empfehlung der MRSA-Netzwerke Niedersachsen

    Peter Bergen, Wilfried Bautsch, Iris F. Chaberny, Jörg Herrmann, Renate Volbracht, Claudia Stryczek, Karin Schwegmann

    Zur Unterstützung von MRSA-Netzwerken in Niedersachsen wurde Mitte 2009 die Service-Plattform „MRSA-Netzwerke in Niedersachsen“ unter der Koordination des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts (NLGA) eingerichtet und seitdem betreut. Im Zuge dessen wurden differenzierte Informationsschriften, Schulungsdateien und weitere Service-Angebote für den außerklinischen Bereich erarbeitet und auf der Website www.MRSA-Netzwerke.Niedersachsen.de kostenlos zur Verfügung gestellt. Das hierzu gehörende Dokument „Informationen zu MRSA für Rehabilitations-Einrichtungen“ entstand unter Einbezug beratender Krankenhaushygieniker und in Kooperation mit im Rehabilitationsbereich tätigen Hygienefachkräften. Es werden Wege aufgezeigt, den mit MRSA (sowie anderen multiresistenten Erregern) kolonisierten bzw. infizierten Rehabilitanden die Anwendung der notwendigen Rehabilitations-Leistungen zu sichern. Gleichzeitig soll der Schutz der Mitrehabilitanden und des Personals gewährleistet werden. Der Einleitungsteil enthält allgemeine Informationen zu multiresistenten Infektionserregern, insbesondere MRSA. Zur Differenzierung der Hygienemaßnahmen werden hinsichtlich der Rehabilitanden und der Rehabilitations-Einrichtungen Einstufungen vorgenommen. Ein ausführlicher Maßnahmenkatalog erläutert die Vorgehensweise bei MRSA in allen Rehabilitationseinrichtungen. Nachfolgend werden Differenzierungen getroffen: Einrichtungen mit vorwiegend psychosozialer Ausrichtung wird empfohlen, sich an der Vorgehensweise in Altenheimen und Behindertentageseinrichtungen zu orientieren; Einrichtungen mit vorwiegend medizinischer bzw. intensivmedizinischer Ausrichtung an den Empfehlungen für Akutkrankenhäuser. Zur Vorgehensweise in Einrichtungen der Anschlussheilbehandlung werden detaillierte Empfehlungen für die einzelnen Leistungsbereiche gegeben. Ergänzend folgen Erläuterungen zu weiteren multiresistenten Infektionserregern wie ESBL-Bildnern oder VRE.

    HygMed 2012; 37 [6]: 228–237

Aus der Praxis

  • Reinigungskontrolle von Endoskopen mittels Adenosintriphosphat

    N. Parohl, M. Hilgenhöner, B. Ross, D. Hansen, W. Popp

    Hintergrund: Die RKI-Richtlinie verlangt zur Reinigungskontrolle aufbereiteter, flexibler Endoskope mikrobielle Kontrollen, die jedoch erst Tage später einen Befund liefern. Aus diesem Grund wurde bei uns zusätzlich die Adenosintriphosphat (ATP)-Messung als schnell anwendbare und ablesbare Methode eingeführt.

    Methode: Innerhalb von 9 Jahren wurden 2018 Proben von aufbereiteten Endoskopen sowohl mittels ATP-Messung als auch mit konventionellen mikrobiologischen Kulturen hygienisch kontrolliert.

    Ergebnisse: Die Überprüfung der 1.047 Endoskope zeigt, dass der 95 %-Wert sowohl bei den Spül- als auch bei den Ventilproben bei etwa 100 RLU liegt. Bei 30 Endoskopen wurden im Zeitraum von August bis November 2011 insgesamt 50 Spülproben sowie 31 Abstriche mit den zugehörigen bakteriologischen Untersuchungen verglichen. 8 der 81 Proben wiesen dabei sowohl bei der ATP-Methode als auch in der Mikrobiologie ein positives Ergebnis auf. Einen positiven mikrobiellen Befund ohne Nachweis von ATP gab es nicht.

    Schlussfolgerung: Der 2004 von uns festgelegte Maßnahmenwert von 100 RLU erweist sich nach wie vor als sinnvoller Parameter zur Entscheidung über eine sofortige, erneute Aufbereitung eines gereinigten Endoskops. Da ATP sowohl in lebenden als auch in toten Zellen nachgewiesen werden kann, handelt es sich bei dem ATP-Nachweis jedoch lediglich um einen Surrogatparameter für die Reinigung.

    HygMed 2012; 37 [6]: 238–240

DGKH

  • Methode zur Überprüfung der Gesamtprozessleistung von Reinigungs-Desinfektionsgeräten für flexible Endoskope

    U. Kircheis, M. Wehrl

  • Tätigkeitsbericht der DGKH
  • Bericht der Schatzmeisterin für 2010 und 2011
  • Laudatio zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der DGKH an Prof. Dr. med. Axel Kramer
  • Laudatio zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der DGKH an Sigrid Krüger

VAH

  • Desinfektionsmittel-Kommission Mitteilung Nr. 1/2012: Zur Frage der Pilzwirksamkeit von Desinfektionsmitteln
  • Fragen und Antworten: Standzeiten von Wischsystemen zur Reinigung und Desinfektion von Fußböden

Referate

  • Wasserchiller als Erregerreservoir

Veranstaltungen

  • Fortbildung für Endoskopiefachkräfte, Bad Bramstedt: Bessere Hygiene durch motivierte Mitarbeiter
  • 11. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, Berlin: Durch mediale und politische Präsenz die Krankenhaushygiene weiter stärken