MHP

Hygiene & Medizin 9/2012

Aktuell

  • Magnetisierende Diagnostik
  • Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung
  • U35: Reisestipendium für die neue Generation in der Klinikhygiene
  • Zu wenig Pflegepersonal auf Intensivstationen
  • 15 Kindertagesstätten für den Deutschen Präventionspreis 2012 nominiert
  • Greifswalder Innovation zur Bekämpfung von Krankenhauserregern
  • 6. Kolloquium „Medizinische Instrumente“ 2013: Call for Papers
  • Aktualisierte Geschäftsordnung des Fachausschusses für Virusdesinfektion der DVV für die Zertifizierung von Desinfektionsmitteln

Originalia

  • Desinfizierbarkeit eines Ventilmembran-Konnektors mit alkoholischen Desinfektionstüchern – eine experimentelle Studie

    Matthias Trautmann, Marion Kreutzberger, Radmila Bobic, Thomas Regnath

    Hintergrund: Um das Risiko einer mikrobiellen Kontamination von Infusionssystemen zu verringern, werden in vielen Kliniken nadellose Konnektoren zum Verschließen von Dreiwegehähnen verwendet. Die Membran dieser Konnektoren muss vor dem Ansetzen einer Spritze bzw. Infusionsleitung desinfiziert werden. In einer experimentellen Laborstudie wurde geprüft, ob eine Wischdesinfektion mit einem alkoholischen Desinfektionstuch hierfür geeignet ist.

    Methode: Nadellose Konnektoren (Bionec-teur®, Fa. Vygon, Aachen) wurden mit drei verschiedenen Teststämmen (Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis, Escherichia coli) kontaminiert. Nach dem Antrocknen der Bakterien wurde die Membran jeweils mit einem alkoholischen Desinfektionstuch wischdesinfiziert.

    Ergebnisse: Nachfolgend durchgeführte Tupferabstriche von der Membran zeigten in 23 von 24 Tests (96 %) eine Reduktion von

    > 4 log-Stufen. Die durch die desinfizierten Konnektoren gespülten Infusionslösungen waren in allen Fällen ausnahmslos steril. Liefen die Infusionslösungen durch die nicht desinfizierten Kontroll-Konnektoren, waren sie stark bakteriell belastet.

    Schlussfolgerung: Die Wischdesinfektion mit dem alkoholischen Desinfektionstuch dauerte einschließlich der Trocknung des Desinfektionsmittels ca. 30 Sekunden und erwies sich damit als geeignetes Verfahren für die Desinfektion des Bionecteur®-Konnektors in der Praxis.

    HygMed 2012; 37 [9]: 354–359

Aus der Praxis

  • Erfahrungen bei der Anwendung von Octenisept® zur Wundantisepsis

    Hans-Jörg Höning

    In der Desinfektion von Wunden hat das Antiseptikum Octenisept® Tradition. Aufgrund des breiten Wirkspektrums bei geringer Toxizität ist die Kombination aus 0,1 % Octenidindihydrochlorid und 2 % Phenoxyethanol international die erste Wahl für die keimreduzierende Behandlung oberflächlicher Wunden. Nun ist Octenisept® in die Diskussion geraten. Auslöser sind Publikationen über die Beobachtung von toxischen Reaktionen und ausgedehnten nekrotischen Veränderungen, nachdem das Antiseptikum unter Druck und bei fehlender Abflusskontrolle in weiches Gewebe und tiefliegende Wundhöhlen appliziert wurde. Hinterfragt werden muss, ob die negativen Schlagzeilen für die Octenisept®-Wundspülung aufgrund eines bislang nicht richtig eingeschätzten Risikos gerechtfertigt sind, oder ob es sich um Anwendungsfehler handelt, die bei sorgfältigem Umgang vermeidbar gewesen wären. Zudem muss eine Bewertung von Octenisept® in der Alternativbetrachtung mit anderen Antiseptika vorgenommen werden.

    HygMed 2012; 37 [9]: 360–362

  • Kontamination der Arme bei der Grundpflege am Patienten

    Walter Popp, Frank Haamann, Cengiz Ustabas, Birgit Ross, Albert Nienhaus, Nina Parohl, Dorothea Hansen

    Im Rahmen der vorliegenden Studie sollte geklärt werden, ob sich bei der Grundpflege ein relevantes Infektionsrisiko für Mitarbeiter durch eine Kontamination der Arme ergeben kann. Hierzu machten wir Abklatschuntersuchungen an Handflächen und Unterarmen vor dem Beginn der Grundpflege, unmittelbar danach und nach einer sich anschließenden hygienischen Händedesinfektion. Die Pflegekräfte (n=19, 23 Maßnahmen der Grundpflege) trugen die übliche Dienstkleidung (Hose und kurzärmeliger Kasack) und eine wasserdichte Schürze. Die Mittelwerte der KBE (23–26 KBE/Rodacplatte, je nach Lokalisation) unterschieden sich vor und nach der Grundpflege nicht, sie lagen allerdings nach einer sich anschließenden hygienischen Händedesinfektion deutlich niedriger (6 KBE/ Rodacplatte). Die nach der Grundpflege gefundenen speziellen Erreger konnten nach der hygienischen Händedesinfektion nicht mehr nachgewiesen werden. Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass bei der Einhaltung der vorgeschriebenen/empfohlenen Hände- einschließlich Unterarmdesinfektionsmaßnahmen das Risiko für eine Kontamination bzw. Übertragung nach der üblichen Grundpflege gering ist.

    HygMed 2012; 37 [9]: 363–366

Arbeitskreis Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF

  • Empfehlung: Hygienemaßnahmen bei der Endoskopie

VAH

  • Berufsbilder der angewandten Hygiene: Der Desinfektor – vom Kammerjäger zum Fachberater
  • Fragen und Antworten: Hygienemaßnahmen in einer Finnischen Sauna

Blickpunkt

  • Bei der Priorisierung der wichtigsten Erreger in Deutschland durch das RKI wird Pneumocystis jirovecii offensichtlich unterschätzt

    H. Hof, K. Oberdorfer, T. Mertes, B. Miller, R. Schwarz, T. Regnath, T. Schmidt-Wieland, M. Holfelder

Referate

  • Psychologische Folgen einer Einzelzimmerisolierung
  • Letalität nosokomialer Infektionen

Veranstaltungen

  • 33. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin: Von der Zukunft der mikrobiologischen Diagnostik bis zu praxisbezogenen Fragestellungen der Krankenhaus- und Umwelthygiene

Jobbörse

  • Für den Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden suchen wir nach Vereinbarung eine engagierte und fachlich qualifizierte Fachperson Spitalhygiene 50 – 70%