MHP

Hygiene & Medizin 10/2012

Aktuell

  • Antibiotika – Molekularer Rausschmeißer macht resistent
  • Hygiene-Preis 2013 der RUDOLF SCHÜLKE STIFTUNG
  • Beschichtete Katheter können Blutbahninfektionen vermeiden
  • Beschichtete Katheter können Blutbahninfektionen vermeiden
  • Zum Auftreten eines neuartigen Coronavirus
  • Test auf gefährliches neues Coronavirus aus der Golf-Region
  • Erstmals Zahlen über die Antibiotika-Abgabe in der Tiermedizin erfasst

Übersicht

  • Welche Rolle spielen textile Oberflächen in der Infektionskette?

    Anja Gerhardts, Helmut Mucha, Timo R. Hammer, Dirk Höfer

    Kontaminierte Oberflächen sind bedeutende Quellen für die Übertragung nosokomialer und weiterer klinisch relevanter Krankheitserreger (Bakterien, Pilze und Viren) im Alltag wie auch im medizinischen Umfeld. Wissenschaftliche Daten zur Rolle von textilen Oberflächen in solchen Infektionsketten sind rar, obwohl Textilien im Gesundheitswesen weit verbreitet sind. In dieser Übersicht haben wir daher Daten aus bisherigen Studien zusammengetragen und im Sinne einer Risikobeurteilung diskutiert. Dabei wird ersichtlich, dass in Infektionsketten die textile Übertragung von Pathogenen ebenso eine Rolle spielt wie Maßnahmen zu ihrer Unterbrechung durch Wäschedesinfektion, Waschen im Haushalt und die Beurteilung von deren Wirksamkeit durch Biomonitoring. Auch der Stellenwert antimikrobieller Produkte wird in diesem Zusammenhang diskutiert.

    HygMed 2012; 37 [10]: 400–403

Aus der Praxis

  • Fallbericht: Brandverletzung bei der Händedesinfektion mit einem alkoholischen Händedesinfektionsmittel

    Matthias Orth

    Die Händedesinfektion mit alkoholischen Mitteln ist die zentrale Maßnahme zur Eindämmung von Infektionen, die wie keine andere Desinfektion von den meisten Mitarbeitern ausgezeichnet akzeptiert wird, effektiv ist und daher auch häufig durchgeführt wird. Eine Brandverletzung bei der Händedesinfektion mit alkoholischen Mitteln im Krankenhaus ist eine absolute Rarität und beruht in der Regel auf Fahrlässigkeit, auf Vandalismus oder auf suizidale Absicht. Wir berichten über eine schwere Brandverletzung bei einer alkoholischen Händedesinfektion im mikrobiologischen Labor eines Krankenhauses. Bei der Untersuchung der Brandursachen zeigte sich das korrekte Verhalten der Mitarbeiterin. Ursächlich für den Unfall war allerdings ein Funkenschlag bei elektrostatischer Aufladung, bedingt durch eine nicht den aktuellen Vorgaben entsprechende Raumlufttechnische Anlage in Kombination mit der typischen Laborkleidung. Dieser Fall zeigt am Beispiel des mikrobiologischen Labors die Bedeutung einer angemessenen Luftbefeuchtung durch die Raumlufttechnischen Anlagen im Krankenhaus.

    HygMed 2012; 37 [10]: 404–407

  • Vorbildverhalten Leitender Ärzte in Sachen Hygiene – Ergebnisse und Erkenntnisse einer Umfrage

    Sebastian Schulz-Stübner

    Die vorgestellte Umfrage mit einem 10-teiligen Fragebogen unter Besuchern eines Hygienefachkongresses sollte die Fragen klären, wie wichtig das Vorbildverhalten in Hygienefragen der einzelnen Berufsgruppen speziell aber der leitenden ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, im Krankenhaus eingeschätzt und gegenseitig beurteilt wird und mit welchen Maßnahmen weitere Verbesserungen möglich sind. Dabei ergab sich eine hohe Motivation des ärztlichen Führungspersonals und ein hohes Bewusstsein für ihre Verantwortung als Vorbild in Hygienefragen – allerdings auch ein deutliches Vollzugsdefizit, welches durch gezielte Maßnahmen für diese Berufsgruppe und insbesondere gezielte Kommunikation seitens des Hygienefachpersonals verbessert werden könnte. Hierbei erscheinen konventionelle Medien und insbesondere das persönliche Gespräch und Feedback den elektronischen Kommunikationsformen überlegen zu sein.

    HygMed 2012; 37 [10]: 408–412

Empfehlung

  • Prävention der nosokomialen Übertragung von humanem Immunschwächevirus (HIV) durch HIV-positive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen

    Holger F. Rabenau, René Gottschalk, Lutz Gürtler, Annette E. Haberl, Osamah Hamouda, Heiko Himmelreich, Klaus Korn, Thomas Mertens, Kurt W. Schmidt, Stefan Schmiedel, Andreas Spickhoff, Gaby Wirz, Peter Wutzler, Sabine Wicker

    Die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) e.V. und die Gesellschaft für Virologie (GfV) e.V. geben nach unserem Wissen erstmalig in Europa konkrete Empfehlungen zum Einsatz von HIV-positiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen. Grundsätzlich gelten für HIV-positives medizinisches Personal klar definierte Auflagen. Bei einer dauerhaften Viruslast von ≤ 50 Kopien/ml können unter der Einhaltung der festgelegten Maßnahmen (z. B. Tragen doppelter Handschuhe, regelmäßige arbeitsmedizinische Betreuung, mindestens vierteljährliche Kontrollen der HI-Viruslast, regelmäßige Betreuung durch einen in der HIV-Therapie erfahrenen Arzt) von dem HIV-positiven medizinischen Beschäftigten alle operativen und invasiven Tätigkeiten durchgeführt werden. Die uneingeschränkte Tätigkeit des HIV-positiven medizinischen Beschäftigten ist jedoch nur dann möglich, wenn Adhärenz bei der antiretroviralen Therapie besteht und wenn alle zur Vermeidung einer Infektionsübertragung erforderlichen Maßnahmen regelrecht eingehalten werden. Unter Einhaltung der Vorgaben dieser Empfehlungen gehen von dem HIV-positiven medizinischen Beschäftigten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Gefahren für Patienten aus.

VAH

  • Gebührenerhöhung für die Zertifizierung

    Desinfektionsmittel-Kommission

Blickpunkt

  • Zum Ausbruch von akutem Brechdurchfall bei Kindern und Jugendlichen

    RKI

Referate

  • Prävention von Beatmungspneumonien
  • Surveillance der Beatmungspneumonie

Veranstaltungen

  • 5. Forum Hygiene und Infektiologie des Labor Limbach: Grampositiv – Gramnegativ – Säurefest
  • 12. Hannoverscher Krankenhaushygienetag der Medizinischen Hochschule Hannover Neue Untersuchungen zur Infektionsprävention