MHP

Hygiene & Medizin 11/2012

Aktuell

  • Infektionsgefahren bei Frühgeborenen auf Intensivstationen
  • Neue von Zecken übertragene Erkrankung in der Schweiz
  • Autochthone Dengue-Fieber-Fälle auf Madeira
  • Angeborene Abwehr gegen Grippeviren
  • Der persönliche Antibiotika-Ausweis
  • DNA-Impfung gegen „Kinderschnupfen-Virus“

Originalia

  • Implizite Einstellung zur Händehygiene als relevanter Prädiktor von Händehygieneverhalten

    Svenja Diefenbacher, Claudia Sassenrath, André Siegel, Martin Grünewald, Johannes Keller

    Studiendesign: Implizite und explizite Einstellungen wurden als mögliche Prädiktoren für Händehygieneverhalten in einer Feldstudie mit 67 Probanden (64 Pflegekräfte und drei Ärzte mit einer durchschnittlichen Berufserfahrung von 15 Jahren) in einem Klinikum in Süddeutschland untersucht.

    Methode: Die implizite Einstellung zur Händehygiene wurde als relative Reaktionszeit im Rahmen eines evaluativen Priming-Paradigmas erhoben. Zur Erfassung der expliziten Einstellung sowie des Händehygieneverhaltens wurden Selbstberichtsmaße verwendet. Für die explizite Einstellung wurde eine Skala mit 11 Items entwickelt. Für Händehygieneverhalten wurde ein an der Day Reconstruction Method (DRM) orientiertes Verfahren umgesetzt, das Händehygieneverhalten in den letzten sechs Episoden des letzten Arbeitstages erfasst. Beide Einstellungstypen gingen als Prädiktoren für das Händehygieneverhalten in eine multiple Regressionsanalyse ein.

    Ergebnisse: Für die 40 auswertbaren Fälle zeigte sich die implizite, nicht aber die explizite Einstellung zur Händehygiene als relevanter Prädiktor hinsichtlich des Händehygieneverhaltens (explizite Einstellung: beta=-0,114; p=0,470; implizite Einstellung: beta=0,337; p=0,037).

    Schlussfolgerungen: Unsere Ergebnisse liefern erste Anhaltspunkte für das Design von neuartigen Interventionen im Gesundheitskontext, die bei der Verbesserung der impliziten Einstellung gegenüber Händehygiene ansetzen und letztlich einen Beitrag leisten sollen, um die Händehygiene-Compliance zu erhöhen und so nosokomiale Infektionen zu reduzieren.

    HygMed 2012; 37 [11]: 448–455

  • Europäischer Gerichtshof: Definition der pharmakologischen Wirkung

    Kanzlei Dr. Jäkel, Lübben (Spreewald)

    Der europäische Gerichtshof hat entschieden, wie der Begriff pharmakologische Wirkung auszulegen ist. Als Auslegung kann die Definition „pharmakologische Mittel“ der Abgrenzungsleitlinie MEDDEV 2.1/3 rev. 3 herangezogen werden. Für eine pharmakologische Wirkung ist bereits eine Wechselwirkung zwischen der fraglichen Substanz und einem beliebigen im menschlichen Körper vorhandenen zellulären Bestandteil (z. B. auch Bakterien, Viren oder Parasiten) ausreichend. Mit der Entscheidung wird etwas mehr Klarheit in die Abgrenzung von Arzneimitteln zu anderen Produktkategorien (Medizinprodukten, Kosmetika, Biozid-Produkten) gebracht. Da der Begriff pharmakologische Wirkung aber primär naturwissenschaftlich und medizinisch geprägt ist, werden sich auch künftig Streitfälle im Grenzbereich nicht vermeiden lassen. Nach dem Verständnis des EuGH zur pharmakologischen Wirkung können nun auch Arzneimittel wie Antibiotikasalben oder Haut- und Händedesinfektionsmittel zur Anwendung am Menschen im Gesundheitswesen rechtlich sauber unter den Begriff der pharmakologischen Wirkung (Funktionsarzneimittel) subsumiert werden.

     

    HygMed 2012; 37 [11]: 456–458

DGKH

  • Gesundheitsgefahr durch Fehlentscheidung des BMG

VAH

  • Empfehlung zur Kontrolle kritischer Punkte bei der Anwendung von Tuchspendersystemen im Vortränksystem für die Flächendesinfektion

    Desinfektionsmittel-Kommission, unter Mitwirkung der „4+4-Arbeitsgruppe“

Blickpunkt

  • Neue KRINKO-Empfehlungen: Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen / Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten

Referate

  • Sepsis bei pädiatrisch-onkologischen Patienten

Veranstaltungen

  • 64. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie Neues aus Krankenhaushygiene und Infektionsprävention