MHP

Hygiene & Medizin 4/2013

Aktuell

  • RKI zu humanen Erkrankungsfällen mit Influenza A(H7N9) in China
  • Zufriedenstellende Sterilgutversorgung in deutschen Krankenhäusern?
  • Auch in Deutschland ein relevantes Gesundheitsproblem: Tuberkulose
  • Neuartiges Coronavirus keine unmittelbare Gefahr
  • Gesellschaft für Virologie befürwortet neue Risikobewertung für Forschung mit Influenzaviren
  • Wie gut ist Procalcitonin als Sepsismarker?

Originalia

  • Vergleichende Untersuchung der Hautverträglichkeit von Händedesinfektionsmitteln am BUS-Modell

    W. Pittermann, C. Hildebrandt, A. Prinz, S. Lemanski, M. Kietzmann

    HygMed 2013; 38 [4]:134–141

    Hintergrund: Für die Untersuchung der Hautverträglichkeit von Händedesinfektionsmitteln existiert keine objektive In-vivo-Methode, mit der die beiden wichtigen Komponenten einer möglichen Hautirritation, die Zellreizung und die Zellschädigung, wirklichkeitsnah, vergleichend, objektiv und praxisnah abgebildet werden können. Daher wurde die Haut des isoliert perfundierten Rindereutermodells (BUS-Modell) als In-vitro-Methode verwendet, das eine reife, lebensfähige Haut mit intakter Reservoir- und Barrierefunktion aufweist.

    Methode: Im standardisierten BUS-Hautverträglichkeitstest wurden parallel fünf verschiedene als Arzneimittel zugelassene Händedesinfektionsmittel (kodiert als

    01-01, 01-03, 01-05, 01-06 und 01-07) offen appliziert. Als Negativkontrolle diente Aqua dest., als Positivkontrolle 10 % SLS. Nach einer Expositionsdauer von 30 min, 1 h und 5h wurden Ganzhautbiopsien der behandelten Haut (sowie unbehandelter Haut als Kontrolle) entnommen und biochemisch auf deren Zellschädigung (MTT-Test) und Zellreizung (Prostaglandin E2-Konzentration) hin untersucht. Zur Bestimmung der Hautverträglichkeit wurde der Gesamtscore aus der Summe der Werte für die Zellschädigung und Zellreizung berechnet.

    Ergebnisse: Hinsichtlich der Zellreizung waren zwischen den Händedesinfektionsmitteln keine wesentlichen Unterschiede über alle drei Expositionszeiten zu erkennen. Nach 30 min lagen auch keine wesentlichen Unterschiede in der Zellschädigung vor. Erst nach 1 h und 5 h wurden formulierungsabhängige Profile sichtbar. Dabei zeigte sich, dass die Positivkontrolle sowie drei Händedesinfektionsmittel nach einer (1 h: 01-07; 5 h: 01-06) oder nach zwei Expositionszeiten (1 h und 5 h: 01-05) die hautkritische Marke von Gesamtscore 3.0 erreichten, nicht jedoch die beiden Formulierungen 01-01 und 01-03 oder die Negativkontrolle.

    Schlussfolgerung: Die signifikant bessere Hautverträglichkeit der Händedesinfektionsmittel 01-01 und 01-03 könnte zum einen durch die im Vergleich zu den anderen Formulierungen geringere Alkoholkonzentration, vor allem aber auf den Einsatz von wirksamen Rückfettersystemen zurückgeführt werden.

  • Einfluss von unterschiedlichen Lüftungssystemen auf die mikrobiologische Instrumentenreinheit

    T. Benen, F. Wille, L. Clausdorff

    HygMed 2013; 38 [4]:142–146

    Hintergrund: Die Sterilität der am Patienten eingesetzten Instrumente ist ein grundlegender Baustein zur Vermeidung von postoperativen Wundinfektionen. In der vorliegenden Studie wurde der Einfluss von verschiedenen Lüftungssystemen auf die Kontamination von chirurgischen Instrumenten untersucht.

    Methode: Geprüft wurden ein Lüftungsdeckenfeld mit turbulenzarmer Verdrängungsströmung (TAV) in der Größe von 3,2 m 3 3,2 m und ein turbulent mischbelüfteter OP-Raum. Der Operationsraum mit dem TAV-Feld wurde mittels Schutzgradmessung erfolgreich in die Raumklasse Ia nach DIN 1946-4 qualifiziert. Der mischbelüftete OP wurde erfolgreich in die Raumklasse Ib qualifiziert. Zusätzlich wurde im Ia-OP noch der Bereich außerhalb des Schutzbereichs mit untersucht, um zu prüfen, wie wichtig die Definition des Schutzbereichs ist.

    Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen eine Abhängigkeit zwischen der Kontamination der Instrumente und der Art des installierten Lüftungssystems. Die Instrumente im Ib-OP sowie außerhalb des Schutzbereichs waren häufiger und mehr belastet als die Instrumente unterhalb des TAV-Feldes.

    Diskussion: Es muss die Frage gestellt werden, inwieweit unter diesen Bedingungen die Anforderungen der aktualisierten KRINKO/BfArM-Empfehlung zur Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten noch erfüllt werden. Dort wird explizit die Aufrechterhaltung der Keimarmut oder Sterilität bis zur Anwendung gefordert. Mit der Studie soll der bisher, bei der Diskussion um die hygienische Notwendigkeit eines Ia-Operationsraumes, wenig beachtete Punkt der intraoperativen Instrumentenkontamination in den Fokus gebracht werden.

Aus der Praxis

  • Inaktivierung von Abluftfiltern in gentechnischen Hochsicherheitslaboren: Verfahrensvalidierung de Wasserstoffperoxid-Begasung

    D. Reichenbacher, M. Thanheiser, U. J. Weber, D. Krüger

    HygMed 2013; 38 [4]: 147–151

    Die erfolgreiche Durchführung einer Validierung als dokumentierter Nachweis der Effektivität eines Verfahrens wird für eine praxisbezogene Inaktivierung von seriellen H 14 HEPA-Filtern aus Abluftanlagen gentechnischer Hochsicherheitslabore beschrieben. Dabei kam als Inaktivierungsmittel gasförmiges Wasserstoffperoxid in allen Bauteilen des Innenraums des Filtergehäuses und der Filter zum Einsatz. Mittels gleichmäßiger Aufbringung von Prüfaerosol konnten in derartigen Filtergehäusen die Filter im eingebauten Zustand überprüft und der Abscheidegrad ermittelt werden. Bei einem notwendigen Filterwechsel müssen die Filter allerdings zuvor zwingend inaktiviert werden. Prinzipiell handelt es sich dabei um eine Raumdesinfektion. Der Einsatz geeigneter Chemo- und Bioindikatoren ermöglichte eine quantitative und qualitative Bewertung des Verfahrens. Die detailliert dokumentierte Validierung einer reproduzierbar wirksamen Inaktivierung eines definierten Raums kann in eine Verfahrensanweisung für den konkreten Fall eingehen. Ändern sich aber relevante Prozesszustände, so muss neu validiert werden. Angaben über zu prüfende Parameter bei Raumdesinfektionsverfahren gemäß

    § 18 Infektionsschutzgesetz (IfSG) werden abschließend als orientierender Überblick aufgeführt.

DGKH

  • Hygienekriterien für den Reinigungsdienst

    Sektion „Hygiene in der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege/Rehabilitation“

Referate

  • Multiresistente Bakterien bei zuvor im Ausland hospitalisierten Patienten
  • Personalausstattung im Pflegedienst, Burnout und nosokomiale Infektionen

Jobbörse

  • Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden sucht Fachperson Spitalhygiene/Hygieneberatung 50–70 %