MHP

Hygiene & Medizin 11/2013

Aktuell

  • Poliovirus-Zirkulation in Syrien und Israel gefährdet auch Europa
  • Listig und lästig – Listerien werden häufig resistent gegen Desinfektionsmittel
  • Weniger Antibiotika in der Tierhaltung

  • Neuer Gendefekt als Ursache für schwere Pilzinfektion entdeckt

Originalia

  • Reinigungs- und Desinfektionsleistung eines Aufbereitungsprogramms für die routinemäßige Reinigung von Dosierspendern im Krankenhaus

    Matthias Trautmann, Notburga Palle, Radmila Bobic, Ulrike Loh, Elfriede Radke, Christina Benamira, Marion Kreutzberger

    HygMed 2013; 38 [11]: 468–472

    Hintergrund: Die Entnahme von Waschlotion und Händedesinfektionsmittel für die Durchführung der Händehygiene erfolgt in Krankenhäusern am häufigsten aus wandmontierten Dosierspendern. In der vorliegenden Studie wurde die Reinigungs- und Desinfektionswirkung eines neu entwickelten, maschinellen Spülprogramms für derartige Wandspender überprüft.

    Methode: Für die Prüfanschmutzung wurde ein mit Enterococcus faecium angereichertes Gemisch organischer Substanzen (Rinderserumalbumin, Mucin, Stärke) verwendet. Die mit der Testanschmutzung versehenen Spender wurden mit dem Spülprogramm gewaschen und anschließend mikrobiologisch beprobt.

    Ergebnisse: Die Prüfbakterien wurden an der Außenseite der Spender und im Inneren der Dosierpumpe vollständig abgetötet (Reduktionsfaktor ≥ 5,6 bzw. 7,4 log-Stufen). Der optische Reinigungserfolg war sehr gut.

    Schlussfolgerung: Das Gesamtkonzept, bestehend aus einer speziell hierfür entwickelten Chemie, einem Beladungswagen zur Aufnahme der Spendergehäuse und Pumpen sowie einem für diesen Zweck optimierten Programmablauf erwies sich als geeignet für die Routinedesinfektion von wandmontierten Dosierspendern.

Übersicht

  • Neue Regelungen zur Verhütung und Bekämpfung der grenzüberschreitenden Ausbreitung von Krankheiten

    Patrick M. Lissel

    HygMed 2013; 38 [11]: 473–475

    Der Beitrag stellt die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) und das hierzu erlassene Durchführungsgesetz (IGV-DG) vor. Die IGV beschäftigen sich mit der Verhütung und Bekämpfung der grenzüberschreitenden Ausbreitung von Krankheiten. Mit dem IGV-DG wurden auch auf nationaler Ebene die zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften erforderlichen Strukturen geschaffen. Diese beinhalten insbesondere Melde- und Informationspflichten sowie Maßnahmen zur Überwachung und zum Gesundheitsschutz.

Aus der Praxis

  • Einschätzung des Risikoprofils von Patienten in Rehabilitationseinrichtungen zur Ermittlung des Bedarfs an Hygienefachpersonal

    Andreas Eichhorn, Jürgen Barth, Bärbel Christiansen

    HygMed 2013; 38 [11]: 476–482

    Das am 3.8.2011 in Kraft getretene „Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes und weiterer Gesetze“ soll Voraussetzungen schaffen, um die Hygienequalität in Krankenhäusern und bei medizinischen Behandlungen zu verbessern. Die Gesetzesnovelle sieht einige Neuregelungen vor, die für alle Einrichtungen des Gesundheitswesens Handlungsbedarf nach sich ziehen. Ein wichtiger jetzt verbindlich zu erfüllender Punkt ist die erforderliche Ausstattung mit Hygienefachpersonal. Die gesetzlichen Vorgaben dazu sind inzwischen auf Länderebene in den einzelnen Hygieneverordnungen geregelt. Sie basieren überwiegend auf der Empfehlung „Personelle und organisatorische Voraussetzungen zur Prävention nosokomialer Infektionen“ der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und gelten auch für Rehabilitationseinrichtungen, in denen „eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt“. Allerdings wird nicht berücksichtigt, dass nur ein kleiner Teil der Rehabilitationspatienten bezüglich ihres Infektionsrisikos Krankenhauspatienten gleichgesetzt werden kann. Aus hygienischer Sicht ist der größte Teil dieser Patienten eher mit ambulanten Patienten vergleichbar. Der vorliegende Beitrag zeigt am Beispiel der onkologischen Rehabilitation, wie mit Hilfe eines Score-Systems das Infektionsrisiko der Patienten abgeschätzt und daraus eine risikoadaptierte Ausstattung von Rehabilitationskliniken mit Hygienefachpersonal abgeleitet werden kann.

VAH

  • Wäsche für Frühgeborene

    Desinfektionsmittel-Kommission – Fragen und Antworten

  • 10 Jahre Verbund für Angewandte Hygiene e.V. – Qualitätssicherung in der Prävention und Bekämpfung von Infektionen

Blickpunkt

  • Praktische Umsetzung sowie krankenhaushygienische und infektionspräventive Konsequenzen des mikrobiellen Kolonisationsscreenings bei intensivmedizinisch behandelten Früh- und Neugeborenen
  • Praktische Umsetzung sowie krankenhaushygienische und infektionspräventive Konsequenzen des mikrobiellen Kolonisationsscreenings bei intensivmedizinisch behandelten Früh- und Neugeborenen

Referate

  • Reduktion Venenkatheter-assoziierter Septikämien durch einen Transparentverband mit Chlorhexidin-Gelpad