MHP

Hygiene & Medizin 12/2013

Aktuell

  • Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren erschienen
  • Impfempfehlung gegen Polio beachten
  • Immer mehr Menschen leben in Deutschland mit einer HIV-Infektion
  • Gefährliche Infektionen an Implantaten früh erkennen
  • Rudolf-Schülke-Stiftung verleiht Hygiene-Auszeichnungen

Originalia

  • Proteinbelastungen von Hand- und Winkelstücken nach Nutzung in der zahnärztlichen Praxis und nach praxisüblichen Aufbereitungsmethoden

    S. Werner, L. Jurzik, T. Salomon, J. Köhnlein

    HygMed 2013; 38 [12]: 518–525

    Hintergrund: Die EU-Medizinprodukte-Richtlinie 93/42/EEC (Medical Device Directive, MDD) besagt, dass jedes Medizinprodukt bestimmungsgemäß und in derselben Qualität und Funktion zum Einsatz kommen muss, unabhängig von der Zahl der zuvor absolvierten Aufbereitungszyklen. Rotierende zahnärztliche Instrumente müssen daher durch den Zahnarzt entsprechend den aktuellen Standards aufbereitet werden. Das Ziel dieser Studie war es festzustellen, ob die Proteinbelastung von zahnärztlichen Übertragungsinstrumenten in der Praxis und die in der Praxis zur Aufbereitung genutzten Systeme den notwendigen Anforderungen gerecht werden.

    Methodik: Mit der modifizierten OPA-Methode wurde die Proteinbelastung von Hand-und Winkelstücken sowie Turbinen aus zahnärztlichen Praxen bestimmt. Außerdem wurde der Einfluss von verschiedenen Aufbereitungsmethoden auf die Proteinbelastung von neuen und drei Monate in der Praxis verwendeten Hand- und Winkelstücken untersucht. Des Weiteren wurde die Reinigungsleistung von Geräten untersucht, die entweder nur zur Reinigung und Pflege vorgesehen sind (NSK Care 3 Plus, KaVo Quattro Care und Assistina 301 Plus) oder neben einem Reinigungs- auch einen Sterilisationsprozess (Sirona DAC Universal) beinhalten.

    Ergebnisse: Die Ergebnisse der Studie zeigen die inadäquate Reinigungsleistung von reinen Pflegegeräten gegenüber einem Aufbereitungssystem, das nicht nur einen Reinigungs- sondern auch einen Sterilisationsprozess umfasst.

    Schlussfolgerung: Die hier verglichenen Pflegesysteme sind keine Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, welche nach DIN EN ISO 15883 validierbar sind. Die Reinigungsleistung ist zu niedrig und nachfolgende Desinfektions- oder Sterilisationsprozesse könnten dadurch gefährdet sein. Zusätzlich müsste das Risiko von Kreuzkontaminationen durch Pflegesysteme weiter abgeklärt werden.

Aus der Praxis

  • Bewertung von Dip Slides zur Überprüfung der manuellen Instrumentenaufbereitung

    Isabel Brauner, Sylvia Koch, Stefanie Gemein, Martin Exner, Jürgen Gebel

    HygMed 2013; 38 [12]: 526–533

    Hintergrund und Studienziel: Instrumente im ärztlich- und zahnärztlich-ambulanten Bereich werden überwiegend manuell gereinigt und chemisch desinfiziert. Zur Standardisierung der manuellen Instrumentenaufbereitung dienen Hygienepläne und festgesetzte Arbeitsanweisungen. Sind diese unpräzise formuliert, kann eine unzureichende Aufbereitung resultieren. Ziel der Studie ist es, die Zuverlässigkeit von mikrobiologischen Schnelltests zu überprüfen, die seitens ihrer Hersteller als objektive Desinfektionskontrollen für Oberflächen und Flüssigkeiten beworben werden.

    Methode: Drei exemplarisch ausgewählte Schnelltests in Form von Abklatsch-Paddeln (Dip Slides) wurden zur Bestimmung des mikrobiologischen Kontaminationsgrads von chirurgischen Instrumenten benutzt. Dazu wurden Pinzetten (Risikogruppen semikritisch A) und Crile-Klemmen (Risikogruppe kritisch B) mit Enterococcus faecium kontaminiert und auf unterschiedliche Weise manuell aufbereitet. Anschließend erfolgte die Bestimmung der verbliebenen Bakterien mit den verschiedenen Schnelltests und einem Referenznachweisverfahren.

    Ergebnisse: Sowohl in den Versuchen mit den Pinzetten als auch den Crile-Klemmen wiesen alle drei Schnelltests nur einen Bruchteil der Bakterien nach, die mit dem Referenzverfahren ermittelt wurden. Bei den Crile-Klemmen lag die Differenz zwischen Schnelltest- und Referenzwert zwischen 2,5 und 3 log10 KBE, bei den Pinzetten zwischen 2,0 und 2,5 log10 KBE im Median. Unabhängig von den Versuchsbedingungen wiesen alle Schnelltests kontinuierlich falsch negative Ergebnisse auf, falsch positive Ergebnisse kamen nicht vor.

    Schlussfolgerung: Aufgrund der Ergebnisse ist davon auszugehen, dass die tatsächliche mikrobielle Belastung der Instrumente grundsätzlich höher ist als mit einem der verwendeten Schnelltests ermittelt werden kann. Wird in den Schnelltests kein Bakterienwachstum festgestellt, kann nicht schlussgefolgert werden, dass die Aufbereitung erfolgreich war. Es besteht also die Gefahr, dass pathogene Mikroorganismen durch den Schnelltest nicht erfasst und Patienten gefährdet werden können. Basierend auf den vorliegenden Ergebnissen kann keine Empfehlung der hier verwendeten Schnelltests zur Qualitätssicherung der manuellen Instrumentenaufbereitung ausgesprochen werden.

Empfehlung

  • Prävention der nosokomialen beatmungsassoziierten Pneumonie

    Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI)

VAH

  • Praxisnahe Prüfung der viruziden Wirksamkeit von Flächendesinfektionsmitteln: Reicht der Suspensionstest zur Gewährleistung einer ausreichenden Viruswirksamkeit?

    Gemeinsame Mitteilung des Fachausschuss Virusdesinfektion der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V. (DVV) und der Desinfektionsmittel-Kommission im Verbund für Angewandte Hygiene e.V. (VAH)

  • Brandgefahr durch Händedesinfektionsmittelspender?

Referate

  • Einfluss einer täglichen Waschung mit Chlorhexidintüchern auf nosokomiale Infektionen

Ausbruchsmanagement

  • Ausbruch einer Bacillus cereus-Kolonisierung bei Frühgeborenen durch frische Krankenhauswäsche

Jobbörse

  • Biomedizinische Technik, Umwelt- und Hygienetechnik, Krankenhaushygienetechnik, Schwerpunkt Hygiene, Medizintechnik oder Pharmazieingenieur, möglichst in Verbindung mit Berufserfahrung im Medizinproduktesegment in Freiburg zu besetzen