MHP

Hygiene & Medizin 3/2014

Aktuell

  • Hygieneanforderungen an Bäder und deren Überwachung
  • Gefäßkatheter-assoziierte Infektionen vermeiden
  • Masernansteckung im Krankenhaus verhindern
  • Nachweis lebender Legionella pneumophila innerhalb eines Tages möglich
  • Neue Strategie für den Einsatz „alter“ Antibiotika
  • Nachruf: Prof. Reinhard Kurth
  • Neues Medikament gegen resistente Tuberkulose-Bakterien

Übersicht

Antimikrobielle Produkte im Haushalt – eine Betrachtung zu Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt sowie zum Nutzen für den Anwender

C. Pieper*, I. Schwebke, I. Noeh, K. Uhlenbrock, N.-O. Hübner, R. Solecki

HygMed 2014; 39 [3]: 68–76

Schlüsselwörter: Desinfektion, Biozidprodukte, Biozidzulassung, Desinfektionsmittel, Häusliches Umfeld, Haushalt, Resistenz

Desinfektionsmittel für Oberflächen und Wäsche, auch für den häuslichen Gebrauch, zählen zu den Biozidprodukten und unterliegen damit der Biozid-Gesetzgebung. Gegenwärtig am Markt verfügbare Produkte sind weder behördlich bewertet noch zugelassen, sondern lediglich bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gemeldet, da die Prüfung der enthaltenen Wirkstoffe im Rahmen des europäischen Bewertungsverfahrens bezüglich ihrer toxikologischen und umwelttoxikologischen Eigenschaften sowie hinsichtlich ihrer Wirksamkeit noch nicht abgeschlossen ist. Aufgrund von Übergangsregelungen dürfen diese Biozidprodukte derzeit zulassungsfrei auf dem Markt verbleiben. Folglich werden für die Auslobung der Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln, eingeschlossen Produkte für den Haushalt, im Rahmen des Zulassungsverfahrens derzeit noch keine spezifischen Nachweise gefordert. Ebenso liegen bis zur Zulassung Angaben, z. B. auf dem Etikett, zu toxikologisch oder umweltrelevanten Auswirkungen im Ermessen des Herstellers bzw. Vertreibers. Der Nutzen von Desinfektionsmitteln für den Haushalt ist gegenwärtig nicht belegbar. Nicht auszuschließen sind dagegen Risiken für den Anwender, für unbeteiligte Personen, für die Umwelt und bezüglich einer möglichen Resistenzbildung bei unsachgemäßer Anwendung. Diese Risiken werden erst durch die im Zulassungsverfahren angelegten Bewertungsmaßstäbe verringert werden. Liegen keine medizinischen Indikationen für die Anwendung von Desinfektionsmitteln vor, vermeidet man Risiken, indem einfache mechanische Reinigungsverfahren zum Einsatz kommen. Gesundheitliche Risiken durch Mikroorganismen sind in einem regelmäßig gereinigten Haushalt nicht zu befürchten, vorausgesetzt die Grundregeln der Hygiene werden beachtet.

Praxis

Probleme bei der Etablierung eines Wasserstoffperoxid-Verneblers

W. Popp*, N. Parohl, B. Ross, D. Bernhard, P. Marx

HygMed 2014; 39 [3]: 77–80

Schlüsselwörter: Desinfektion, Wasserstoffperoxid, Multiresistente Erreger, MAK-Wert

Angesichts des häufigen Vorkommens multiresistenter Erreger und wiederkehrender Ausbrüche durch diese erscheinen Begasungs- und Verneblungsmethoden wieder interessant für die Raumdesinfektion. Wir beschreiben die Erfahrungen mit einem Wasserstoffperoxid-Vernebler. Als Hauptproblem erwies sich die Einhaltung des MAK-Wertes nach Verneblung bzw. Lüftung. Die Erarbeitung eines Lüftungsschemas ist für den Einsatz essenziell. Aufgrund der mehrstündigen Sperrzeiten für die behandelten Räume dürfte die Wasserstoffperoxid-Verneblung in Krankenhäusern überwiegend als zusätzliche Desinfektionsmethode in besonderen Situationen zum Einsatz kommen. Vorteilhaft ist, dass kein Befähigungsschein gebraucht wird. Es besteht jedoch erheblicher Bedarf für Vor- und Nacharbeiten in den betroffenen Zimmern, z. B. das Entfernen überschüssiger Materialien und Textilien, das Ausschalten bzw. Abkleben von RLT-Anlagen sowie das Abkleben von Türschlitzen. Entsprechend ist die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen erforderlich.

Arbeitskreis Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF

Hygienemaßnahmen beim Patiententransport

Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH)

  • DGKH-Mitgliederbefragung 2013: Wichtige Ergebnisse
  • Zu aktuellen Strategien der Krankenhaushygiene

Verbund für Angewandte Hygiene (VAH)

Fragen und Antworten
Desinfizierbarkeit von Einmalhandschuhen

Blickpunkt

Zu einer MRSA-Häufung bei Bewohnern eines Alten- und Pflegeheims in Mecklenburg-Vorpommern

Ausbruchsmanagement

Ausbruch von Stenotrophomonas maltophilia-Infektionen auf einer Intensivstation

Referate

Hygienischer Umgang mit Harnwegskathetern: Einschätzung von Pflegekräften zur Umsetzbarkeit von Qualitätsinitiativen