MHP

Hygiene & Medizin 1+2/2014

Aktuell

  • Pseudomonas-Infektionen ohne Resistenzentwicklung bekämpfen
  • Ausbruch von Chikungunyavirus-Infektionen auf verschiedenen Inseln der Karibik
  • Aviäres Influenza A (H7N9)-Virus breitet sich in China wieder schneller aus
  • Leberversagen bei einer Blutvergiftung frühzeitig erkennen
  • Krankenhauserreger mögen keine nanorauen Oberflächen

Übersicht

Kommunikation zwischen Klinik und Presse – was muss ich beachten?

A. Tuffs*

HygMed 2014; 39 [1/2]: 8–13

Schlüsselwörter: Infektionsereignisse in Kliniken, Krisenkommunikation, Fallbeispiel Tollwut-Krise, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Heidelberger Taskforce Infektion

Infektionsereignisse in Kliniken, die von der Öffentlichkeit als gefährlich wahrgenommen werden, gehören heute zur Hochleistungsmedizin. Die Beherrschung der nosokomialen Infektion ist erste und wichtigste Maßnahme, reicht aber allein nicht aus. Erforderlich ist zusätzlich eine professionelle Krisenkommunikation, die Imageschäden und finanzielle Verluste verhindert. Imageschäden sind zum Teil unabhängig vom tatsächlichen Grad der Gefährdung. Für den Krisenfall müssen intern präventiv Strukturen, Zuständigkeiten und Ablaufplanungen etabliert werden. Erfolgreiche Krisenkommunikation baut immer auf der vorhandenen, effektiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf. Sie sollte durch tragfähige Beziehungen zu den Medien sowie die Verfügbarkeit von Kommunikationskanälen für den Krisenfall gerüstet sein.

Übersicht

Literatursuche und -sichtung zu Fragen der Hygiene über das Internet zwischen Eminenz, Exzellenz und Evidenz

V. Hingst*

HygMed 2014; 39 [1/2]: 14–18

Schlüsselwörter: Management nosokomialer Infektionen, Literatursuche, Informationsquellen, Datenbanken

Der Erwerb von Hygienewissen, das in der konkreten Situation im medizinischen Alltag handlungsleitend ist, speist sich aus unterschiedlichen Quellen. Neben der Priorisierung von Literatur hoher Evidenzgrade, die der Bewertung durch Expertengremien (z. B. Cochrane Collaboration, KRINKO, CDC) entspringen, ist insbesondere bei unklaren oder sich widersprechenden Studienergebnissen unter Umständen die eigene Literaturrecherche gefragt. Die Nutzung des Internets erleichtert über Datenbanken und Suchmaschinen den Zugang zur relevanten Literatur. Exemplarisch wird ein Einblick in einige der am häufigsten verwendeten Wissensquellen gegeben.

Übersicht

Wissenschaftliche Studien richtig lesen

P. Gastmeier*

HygMed 2014; 39 [1/2]: 19–25

Schlüsselwörter: Evidenz, Nosokomiale Infektion, Oberflächenimprägnierung, Kupfer

Beim Lesen von aktuellen klinischen Studien ist vielen Lesern nicht bekannt, auf welche Punkte sie kritisch achten müssen. Am Beispiel einer aktuellen Interventionsstudie sollen dem Leser wichtige Kriterien nahe gebracht werden, die er regelmäßig beim Lesen von Studien anlegen sollte.

Übersicht

Hygiene in den Medien in den letzten zehn Jahren

W. Popp*

HygMed 2014; 39 [1/2]: 26–29

Schlüsselwörter: Krankenhaushygiene, Hygiene, Medien, Schlagzeilen, Skandal

Hygienethemen haben in den letzten zehn Jahren großes Interesse in den Medien erfahren. Milzbrand, Pocken, SARS, BSE, Vogelgrippe, Schweinegrippe, EHEC, Krankenhausinfektionen – fast jedes Jahr beherrschte ein hygienerelevantes Thema die Schlagzeilen. Nicht zuletzt durch Medienkampagnen kam es im Jahr 2011 zur Verabschiedung des Infektionsschutzänderungsgesetzes, das weitreichende Verbesserungen für die Krankenhaushygiene bringt. Auch für die Zukunft ist davon auszugehen, dass Hygienethemen auf ein großes Medieninteresse stoßen werden.

Übersicht

10 Filme, die Sie als Krankenhaushygieniker unbedingt gesehen haben sollten

T. Pietzcker, H. von Baum*

HygMed 2014; 39 [1/2]: 30–33

Schlüsselwörter: Krankenhausinfektionen, Seuchen, Epidemien, Kino, Fernsehen

Ein Leben ohne Filme, sei’s im Kino oder am heimischen Fernseher, ist kaum noch vorstellbar. Wir haben ganz subjektiv 10 Filme ausgewählt, die wichtige Themen der Krankenhaushygiene und Infektionsepidemiologie behandeln. Im einzelnen werden die Themenkreise Händehygiene, Hautantiseptik , Aufbereitung von Medizinprodukten, Lebensmittelhygiene, Krankenhausinfektionen und Ausbrüche behandelt.

Praxis

Kommunikationsmanagement am Beispiel des ersten großen Ausbruchs einer Legionelleninfektion in Deutschland

P. Schultze, J. Portius*

HygMed 2014; 39 [1/2]: 34–37

Schlüsselwörter: Legionellen, Ausbruch, Krise, Gefahr von Panik in der Bevölkerung, Strukturierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenarbeit verschiedener Behörden, Vertrauen schaffen, Berufliche Netzwerke pflegen

„Wir kümmern uns gemeinsam und kompetent um die Krise.“ So lautete eine der Hauptbotschaften des Krisenstabs, der im Januar 2010 den bis dahin größten Ausbruch einer Legionelleninfektion in Deutschland zu bewältigen hatte. Schnell zeigte sich, dass vor allem eine strukturierte und gut abgestimmte Kommunikation nach innen und außen zu den wichtigsten Schlüsselfaktoren gehörte, die verhinderten, dass Verunsicherung und Angst in der Bevölkerung überhand nahmen. Eine Informationspolitik bzw. ein Krisenstab aus „einem Guss“ fallen jedoch nicht vom Himmel. Vielmehr sollten die Grundlagen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit unterschiedlichster Behörden und Einrichtungen lange vorher gelegt werden. Ein probates Mittel: die Pflege beruflicher Netzwerke. Diese bilden im Krisenfall ein Fundament, das insbesondere auf gegenseitigem Vertrauen aufbaut und so entscheidend dazu beitragen kann, dass die Verantwortlichen von den Medien und der Öffentlichkeit als kompetente Aufklärer wahrgenommen werden.

Praxis

Dr. Brähmer & Co – neue Medien in der Hygiene

W. Popp*

HygMed 2014; 39 [1/2]: 38–41

Schlüsselwörter: Krankenhaushygiene, Hygiene, Poster, Videos, Blended learning

Hygiene wird schon seit langem über Medien propagiert. Waren es früher Zeitungen, Bücher und Plakate, so sind heute die Möglichkeiten der Videos und des Internets dazu gekommen. Gerade bildliche Darstellungen bieten Möglichkeiten der Wissensvermittlung, die über den reinen Text nicht erreicht werden kann. Die Planung und das Drehen von Videos ist aufwändig; das Gleiche gilt für Internet-Online-Angebote wie Web-Seminare („Webinars“) und Integriertes Lernen („Blended learning“). Es scheint unwahrscheinlich, dass in der Zukunft auf den Präsenzunterricht völlig verzichtet werden kann.

Praxis

Warum sollen HFKs Fachartikel schreiben – und wie geht es?

M. Württemberger*, P. Plößer*

HygMed 2014; 39 [1/2]: 42–47

Schlüsselwörter: HFK, Publikation, Fachartikel, Praxiswissen

Jedes Fachgebiet lebt von den Erfahrungen und Untersuchungen, die in der täglichen Praxis gewonnen werden. Einem breiten Publikum zugänglich gemacht, können sich die gewonnenen Erkenntnisse stets weiterentwickeln und stellen in der Praxis eine wichtige Hilfe dar. Eine Möglichkeit hierbei ist die Veröffentlichung der Themen in Fachzeitschriften. Viele Hygienefachkräfte entwickeln gute Methoden, um Hygieneempfehlungen in der Praxis umzusetzen, erheben Daten bei Ausbrüchen, zum Vorkommen von Infektionen und zu resistenten Erregern in ihren Einrichtungen und führen selbständig oder in Zusammenarbeit mit den Krankenhaushygienikern Studien durch. Die Anzahl der Hygienefachkräfte, die ihre Erfahrungen und Untersuchungen publizieren, ist gemessen an ihrer Gesamtzahl eher gering. Der vorliegende Beitrag soll dazu anregen, die eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen zu Papier zu bringen. Als kleiner Leitfaden enthält er die wichtigsten Informationen, die beim Verfassen eines Fachartikels zu berücksichtigen sind.

Blickpunkt

Zur Veröffentlichung der 16. Ausgabe der Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren