MHP

Hygiene & Medizin 6/2014

Aktuell

  • Neue KRINKO-Empfehlung zur Prävention und Kontrolle von MRSA in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen
  • Desinfektorenfachverband NRW e. V. stellt sich deutschlandweit auf
  • Erfolge in der Infektionsbekämpfung
  • Untersuchung von Bakterien in chronischen Wunden
  • Hygieniker und Mikrobiologe Prof. Dr. med. Alexander W. Friedrich ausgezeichnet
  • MERS-CoV-Reservoir größer als bisher angenommen
  • Zuverlässiger Infektionsschutz bei offenen Brüchen

Originalarbeit

Nosokomiale Ausbrüche durch Clostridium difficile und Noroviren – Ergebnisse eines systematischen Reviews

Pia Pannewick, Ludwig Sedlacek, Ralf-Peter Vonberg*

HygMed 2014; 39 [6]: 220–225

Schlüsselwörter: Ausbruch, Gastroenteritis, Nosokomial, Vergleich

Studiendesign: Clostridium difficile und Noroviren sind häufig Erreger von nosokomialen Ausbrüchen. In einem systematischen Review sollen die wichtigsten Charakteristika solcher Ausbrüche miteinander verglichen werden.

Methodik: Artikel in Fachzeitschriften wurden über eine Abfrage der PubMed sowie der Outbreak Database gefunden. Eingeschlossen wurden nur eigenständige Ausbruchsbeschreibungen in Englisch, Deutsch und Spanisch. Reviews wurden nicht berücksichtigt. Daten zu Erregerquelle, Übertragungsweg, Infektionen, Mortalität und Hygienemaßnahmen wurden evaluiert.

Ergebnisse: Es wurden 49 Ausbrüche durch C. difficile mit 6.688 Patienten und weitere 50 Ausbrüche durch Noroviren mit 4.197 Patienten eingeschlossen. Der Anteil infizierter Patienten betrug dabei 99,7 % bzw. 97,5 %. Ausbrüche durch C. difficile ereigneten sich vornehmlich in den Fachabteilungen der Geriatrie, der Chirurgie, der Onkologie und der Orthopädie. In fast 70 % der Ausbrüche waren Patienten im Alter ≥ 60 Jahre beteiligt. Ausbrüche durch Noroviren wurden vor allem aus Langzeitpflegebereichen, der Neonatologie/Pädiatrie und Geriatrie berichtet. Hier waren alle Altersklassen gleichermaßen betroffen. Die Letalität durch Noroviren war mit 0,4 % signifikant geringer als bei Infektionen durch C. difficile mit 5,9 % (p<0,001). Die meisten Hygienemaßnahmen wurden in nosokomialen Ausbrüchen durch Noroviren implementiert. Signifikant häufiger wurden dabei Patienten isoliert, die Händehygiene dem Erreger angepasst, der Personalschlüssel verbessert, die Station für Neuaufnahmen geschlossen und ein Screening von Mitarbeitern durchgeführt.

Schlussfolgerung: Die epidemiologisch bedeutsamsten Erreger nosokomialer Ausbrüche unterscheiden sich deutlich in ihrer klinischen Relevanz. Doch trotz 10-fach erhöhter Mortalität bei Infektionen durch C. difficile werden wichtige Hygienemaßnahmen oft nur unzureichend häufig durchgeführt. Ein regelmäßiger Hinweis auf diese Problematik erscheint vor diesem Hintergrund angebracht.

Originalarbeit

Ergebnisse der mikrobiologischen Überprüfung von Händedesinfektionsmittelspenderpumpen im Alltag

Sebastian Schulz-Stübner, Petra Zimmer, Peter Leonards, Reiner Schaumann

HygMed 2014; 39 [6]: 226–230

Schlüsselwörter: Händedesinfektionsmittelspenderpumpen, Kontamination, Aufbereitung

Hintergrund: Die bestehende Arbeitsanweisung von Händedesinfektionsmittelspenderpumpen sieht bei sichtbaren Kontaminationen oder Rückständen ein Durchspülen der Dosierpumpe mit warmem Wasser bis zur optischen Sauberkeit und ein anschließendes Durchpumpen von frischem Händedesinfektionsmittel vor. Andere Empfehlungen sehen ein häufigeres Aufbereitungsintervall vor, um eine mögliche Kontamination der Dosierpumpen zu verhindern.

Material und Methode: Wir untersuchten an insgesamt 27 repräsentativen Stellen im Hause die Dosierpumpen von Händedesinfektionsmittelspendern im Rahmen des Qualitätsmanagements. Hierfür wurde das Innere des Pumpendorns und des Pumpenauslasses mit einem feuchten, sterilen Tupfer abgestrichen. Die Pumpennase wurde von außen abgestrichen. Bei vier Spendern wurde zusätzlich das noch in der Flasche befindliche alkoholische Händedesinfektionsmittel zur mikrobiologischen Untersuchung eingesandt. Die Standzeiten der Spender konnten entsprechen der Bauabschnitte ermittelt und in drei Gruppen unterteilt werden: < 6 Monate, 2–5 Jahre, > 5 Jahre.

Ergebnisse: Relevante Kontaminationen wurden unabhängig vom Spenderalter nicht nachgewiesen.

Schlussfolgerung: Eine Aufbereitung von Dosierpumpen von Händedesinfektionsmittelspender nach Sichtprüfung erscheint nach unseren Ergebnissen im Klinikalltag ausreichend sicher, um eine Kontamination von Dosierpumpen zu verhindern.

Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH)

Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene
Stellungnahme zu Fort- und Weiterbildungen in Hygienefunktionen und -berufen

Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene
Reinigung in Krankenhäusern – eine Umfrage der DGKH im Jahr 2013

Blickpunkt

Mitteilung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO)
Ergänzung zu den „Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen“ (2012) im Rahmen der Anpassung an die epidemiologische Situation

Aktuelles zu Norovirus-Infektionen
Epidemiologische und molekular-epidemiologische Aspekte in Deutschland ab der Saison 2009/2010 bis Ende 2013

Ausbruchsmanagement

Ausbruch von Haut- und Weichteilinfektionen durch CA-MRSA-Klon USA300

Referate

Diversität der Umgebungsflora und Wirksamkeit von Flächendesinfektionsmaßnahmen auf der Neugeborenenstation

Diskussion

Die Typprüfung als Grundlage für die sichere Herstellung von Desinfektionsmittellösungen mit Hilfe von dezentralen Dosiergeräten

S. Werner, J. Köhnlein, F. von Rheinbaben

Veranstaltungen

9. Forum Hygiene und Infektiologie
Hygiene – Gestern, Heute, Morgen