MHP

Hygiene & Medizin 9/2014

Aktuell

  • Lange Antibiotikatherapien wegen toleranter Bakterien
  • Kinderlähmung: Mutiertes Virus durchbricht Impfschutz
  • Antibiotikaresistenz bei B-Streptokokken
  • MRSA: „Screening und Isolation überdenken“
  • Erfolgsgeschichte der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung e. V.
  • Neue Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission

Originalarbeit

Hygienewissen und Ängste bezüglich nosokomialer Infektionen: Ergebnisse einer Pilot-Befragung und Validierung eines Erhebungsfragebogens

Eva Maria Bitzer, Judica Frei, Sebastian Schulz-Stübner

HygMed 2014; 39 [9]: 336–342

Schlüsselwörter: Krankenhausinfektionen, Hygiene, Wissen, Bevölkerung, Prävention, Gesundheitsbildung

Hintergrund: Nosokomiale Infektionen stellen eine bedeutsame Problematik in deutschen Krankenhäusern dar. Es ist jedoch wenig über das allgemeine Wissen in der Bevölkerung zu diesem Thema bekannt und wie die Bedrohung durch Krankenhausinfektionen wahrgenommen wird.

Methode: Wir entwickelten und validierten einen Fragebogen zu diesem Themenbereich, der im März 2013 auf der Homepage von neun Krankenkassen und sechs Onlineforen online zur Beantwortung verfügbar war.

Ergebnisse: An der Befragung beteiligten sich 584 Personen. Die Stichprobe wurde zufällig in eine Lernstichprobe (zur Validierung) und eine Teststichprobe (für die inhaltlichen Auswertungen) geteilt. In der Teststichprobe (n=301; mittleres Alter 39 Jahre, 66 % Frauen, 54 % allg. Hochschulreife, 61 % mit Krankenhauserfahrung als Patient) wurden 68 % von 43 Wissens-Items richtig beantwortet. Wissenslücken zeigen sich in Bezug auf Übertragungswege, Risikofaktoren, Symptome und Schutzmaßnahmen. 36 % der Befragten haben Angst, sich als Patient mit einer Krankenhausinfektion anzustecken und 46 % befürchten, im Falle einer Krankenhausinfektion, diese an Angehörige zu übertragen. Das Fernsehen wurde am häufigsten als Informationsquelle genutzt (76 %).

Schlussfolgerung: Da wir eine Diskrepanz zwischen Faktenwissen und Ängsten festgestellt haben, erscheint eine adressatengerechte, motivierende sowie verständliche Informationsvermittlung und entsprechende Ausbildung des medizinischen Personals hinsichtlich Aufklärung und Kommunikation sinnvoll. Ihre Effektivität könnte mit unserem validierten Fragenbogen überprüft werden.

Empfehlung

Umgang mit MRSA-Nachweisen bei ansonsten gesunden Kindern ohne Infektionszeichen

Empfehlung der Arbeitsgruppe MRSA der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie und des Paed IC Projektes

Inhalt

1. Anlass dieser Empfehlung
2. Methoden
3. Hintergrund
4. Umgang mit MRSA in der Geburtshilfe und Neonatologie
5. Wie lange bleibt eine nasale MRSA-Besiedlung nachweisbar?
6. Übertragung von MRSA innerhalb von Familien
7. Übertragung von MRSA Kindergärten und -tagesstätten (day care centers)
8. Risiko einer MRSA-Infektion bei ansonsten gesunden MRSA-kolonisierten Kindern
9. Bedeutung des Panton Valentine Leukozidins (PVL)
10. Hinweis zum Abstrichort
11. Dekolonisierung
11.1 Argumente für eine Dekolonisierung bzw. für ein generelles Dekolonisationsangebot bei lediglich kolonisierten, ansonsten gesunden Kindern
11.2 Argumente gegen eine Dekolonisierung bzw. gegen ein generelles Dekolonisationsangebot bei lediglich kolonisierten, ansonsten gesunden Kindern
12. Probleme der Erstattung von Screening und Dekolonisierung
13. Haustiere
14. Umgang mit MRSA-kolonisierten Kindern in der Kinderarztpraxis
15. MRSA-Kolonisierung und Teilhabe am öffentlichen Leben
16. MRSA und Probiotika
17. Literaturverzeichnis

Verbund für Angewandte Hygiene (VAH)

Mitteilung der Desinfektionsmittel-Kommission im VAH unter Mitwirkung der „4+4-Arbeitsgruppe“
Zur Verwendung von Tuchspendersystemen in Bereichen mit besonderem Infektionsrisiko

Fragen und Antworten
Reinigung und Desinfektion von barfußbegangenen Fußböden in öffentlichen Einrichtungen

Blickpunkt

Mitteilung des Robert Koch-Instituts und des Fachausschusses Virusdesinfektion der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e. V. (DVV)
Desinfektion bei Noroviren – Erläuterungen zur Prüfung und Deklaration der Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln

Informationen des Robert Koch-Instituts
Zum Ebolafieber-Ausbruch in Afrika – Wann ist ein Ebola-Verdacht begründet?

Ausbruchsmanagement

  • Ausbruch von Serratia-Meningitiden nach Spinalanästhesie
  • Cluster von Infektionen mit nicht-tuberkulösen Mykobakterien nach herzchirurgischen Eingriffen

Referate

Diagnostik der Clostridium difficile-Infektion: Verbessertes Hygienemanagement durch Einsatz der PCR?