MHP

Hygiene & Medizin 3/2015

Aktuell

  • Deutsche Gesellschaft für Immunologie spricht sich für die Masern-Impfung aus
  • Erbgut eines multiresistenten Bakterienstamms analysiert
  • Hohe Kontaminationsraten mit bakteriellen Erregern: Verbesserungen bei der Geflügelschlachthygiene erforderlich

Originalarbeit

HYGENDA 2013 Hygiene in der Endoskopaufbereitung: Studie zur Aufbereitung flexibler Endoskope in Krankenhaus und Praxis

O. Riebe, U. Beilenhoff, F. von Rheinbaben, S. Werner*

Hyg Med 2015; 40 [3]: 88–96

Schlüsselwörter: Hygenda, RDG-E, Endoskope, Aufbereitung, Ventile, Spülflaschen

Hintergrund: Die Schwierigkeiten und die Komplexität der Aufbereitung von flexiblen Endoskopen sind seit über 20 Jahren bekannt und wurden nicht zuletzt 2002 durch die HYGEA-Studie mit Daten aus Krankenhaus und Praxis unterlegt. Nach mehr als zehn Jahren haben wir in Anlehnung an die HYGEA-Studie die Qualität der Aufbereitung erneut evaluiert.
Methode: Es wurden Koloskope, Gastroskope und Duodenoskope geprüft, wie sie im Arbeitsalltag von 16 Endoskopieeinrichtungen in Krankenhäusern und in sieben Praxen niedergelassener Ärzte anfielen. In dieser als HYGENDA (HYGiene in der ENDoskopAufbereitung) 2013 bezeichneten Studie wurden möglichst viele Endoskoptypen unterschiedlicher Hersteller einbezogen und im Unterschied zur HYGEA-Studie zusätzlich die Luft-/Wasser- und Absaugventile untersucht, ebenso die zugehörigen Wasserflaschensysteme. Zudem wurden Daten zur Durchführung der Aufbereitung mittels Fragebogen erhoben.
Ergebnisse: Im Untersuchungsteil der Studie zeigten sich keine ernsthaften Beanstandungen der Endoskope selbst. An acht von 30 mittels Tupferabstrich geprüften und an sieben von 30 mittels Elutionsverfahren überprüften Instrumentierkanälen (insgesamt 13 von 30 geprüften Endoskopen) wurde lediglich eine geringe mikrobielle Belastung gefunden (< 10 Koloniebildende Einheiten (KBE) pro Endoskop). Bei fünf von 30 beprobten Optikspülsystemen und bei sechs von 30 Proben der Schläuche von Wasserspülflaschen wiesen die dort gewonnenen Elutionsflüssigkeiten geringe Belastungen auf (> 1 KBE pro ml bzw. pro Schlauch). Ein Schlauch einer Optikspülflasche zeigte eine mikrobielle Belastung von 52 KBE pro ml. Auffälliger waren dagegen die Befunde für die Luft-/Wasser- und Absaugventile, die regelmäßig als mikrobiell belastet eingestuft werden mussten. Hier wurden in 24 Luft-/Wasserventilen und in 24 Absaugventilen mikrobielle Belastungen festgestellt. Davon wiesen fünf Proben mit mehr als 100 KBE pro beprobtem Ventil eine vergleichsweise hohe mikrobielle Belastung für aufbereitete Medizinprodukte auf.
Schlussfolgerung: Die vorliegenden Ergebnisse bei der Überprüfung der Endoskope (Aufbereitung mit RDG-E und validierten Prozessen) und der Optikspülflaschen zeigen, dass Lehren aus der HYGEA-Studie gezogen und Verbesserungen im Alltag der Endoskopieeinrichtungen erreicht wurden. Dennoch sind im Rahmen der Qualitätsüberprüfung zur Koloskopie der kassenärztlichen Vereinigungen nachwievor jährliche Beanstandungsquoten von ca. 4 % im Bundesdurchschnitt zu registrieren und sollten zu weiteren Anstrengungen bei der Aufbereitung von Endoskopen führen.

Praxis

Sektorenübergreifende Informationsweitergabe bei Patienten mit multiresistenten Erregern – Beitrag aus dem MRE-Netz Rhein-Main

U. Heudorf*, A. Hausemann, M. Exner

HygMed 2015; 40 [3]: 97–103

Schlüsselwörter: Multiresistente Erreger, MRE, Infektionsschutzgesetz, Landes-Krankenhaushygieneverordnungen, Sektorenübergreifende Information

Angesichts der immer wieder beklagten Informationsdefizite über multiresistente Erreger (MRE) an den Schnittstellen der Versorgung (stationär – ambulant) wurden die Bundesländer bei der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2011 verpflichtet, Regelungen zur sektorenübergreifenden Information zu treffen. Alle 16 Landeshygieneverordnungen regeln zwar die Informationsweitergabe zwischen Kliniken und Arztpraxen, aber nur 13 beziehen den Rettungsdienst/Krankentransport ein und  lediglich vier die ambulante und stationäre Pflege. Damit wurde das Ziel einer sektorenübergreifenden Informationsweitergabe größtenteils nicht erreicht. In allen Verordnungen wird die Informationsweitergabe „bei“ Entlassung und Verlegung der Patienten mit MRE geregelt, was aber für die aufnehmenden Einrichtungen in der Regel zu spät kommt, um die ggf. notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Nur ein Bundesland schreibt die Information „vor“ Entlassung und Verlegung vor. Vier Bundesländer gehen auf datenschutzrechtliche Aspekte bei der Informationsweitergabe ein. Vor diesem Hintergrund sollten bei der Überarbeitung der Verordnungen alle relevanten Einrichtungen (inkl. Pflege) bei der Informationsweitergabe berücksichtigt werden und die Informationen rechtzeitig vor Verlegung, Überweisung und Entlassung weiterzugeben sein. Grundsätzlich sollten alle MRE mitgeteilt werden, die über die Basishygiene hinausgehende Hygienemaßnahmen erfordern (z. B. MRSA, 4MRGN). Dabei muss sichergestellt werden, dass die vorherigen Informationsweitergaben nicht zu Nachteilen bei der Übernahme/Verlegung von Patienten führen.

Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH)

Hygienische Aspekte in der gynäkologischen Praxis
AG Praxishygiene

Prüftestate für die hygienische Sicherheit von Produkten und Verfahren
Fachkommission „Hygienische Sicherheit medizintechnischer Produkte und Verfahren“

Hygieneanforderungen an Mitarbeiter der Haustechnik und externe Handwerker in hygienerelevanten Bereichen von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Reha-Einrichtungen/-Kliniken
Sektion „Hygiene in der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege/Rehabilitation“

Verbund für Angewandte Hygiene (VAH)

Ausstattung des Handwaschplatzes in Arztpraxen

Referate

Händetrocknung nach dem Händewaschen: Sind Jet-Air-Trockner eine Alternative zu Papierhandtüchern?

Veranstaltungen

Fürther-Erlanger-Nürnberger Hygienetage    
Hygiene – Infektiologie – Arbeitssicherheit