MHP

Hygiene & Medizin 4/2015

Aktuell

  • Welttuberkulosetag: Tuberkulosebekämpfung intensivieren!
  • Probleme bei der Reinigung von ERCP-Geräten können bakterielle Infektionen begünstigen
  • Vermehrt resistente Darmbakterien nach Auslandsaufenthalten
  • Neu bei Hygiene & Medizin: OPEN ACCESS englischer Hauptartikel ab 2015
  • Erste Ergebnisse zu Ebola-Impfstudien in Afrika und Europa

Originalarbeit

Untersuchungen zur Proteinfixierung bei der manuellen Vorreinigung von Endoskopen

J. Gebel*, A. Jacobshagen, S. Koch, M. Exner

Hyg Med 2015; 40 [4]: 140–143

Schlüsselwörter: Aufbereitung, Endoskope, Proteinfixierung, Manuelle Vorreinigung

Hintergrund: Für die manuelle Vorreinigung von Endoskopen können enzymatische Reiniger und auch reinigende Desinfektionsmittel verwendet werden. Entsprechenden Produkten mit Peressigsäure werden in der Literatur häufig proteinfixierende Eigenschaften zugesprochen. Ziel der Untersuchungen war es, diese Beobachtungen zu verifizieren.
Methode: Anstelle von Endoskopen wurden entsprechende Prüfkörper verwendet. In Test 1 wurden die Prüfkörper einer manuellen Vorreinigung unterzogen, in Test 2 erfolgte im Anschluss an die manuelle Vorreinigung eine maschinelle Reinigung in einem Reinigungs- und Desinfektionsgerät. Für die manuelle Vorreinigung wurden folgende Produkte verwendet: Produkt A, peressigsäurehaltiges reinigendes Desinfektionsmittel, und Produkt B, enzymatischer Reiniger. Als Referenzsubstanz wurde Glutaraldehyd mit feststehenden fixierenden Eigenschaften eingesetzt. Für die Überprüfung der Proteinreduktion wurden folgende Regularien zugrundegelegt: die Leitlinie von DGKH, DGSV, AKI, DEGEA, DGVS und AK EDG, Version 22.08.2011 zur Validierung maschineller Reinigungs- und Desinfektionsprozesse zur Aufbereitung thermolabiler Endoskope und die DIN EN ISO 15883-5:2005, Annex I – „Prüfanschmutzungen und -verfahren zum Nachweis der Reinigungswirkung“.
Ergebnisse: Die Proteinbestimmungen der Prüfkörper nach manueller und maschineller Aufbereitung im RDG-E zeigen bei dem reinigenden Desinfektionsmittel und dem enzymatischen Reiniger sowohl nach der manuellen Vorreinigung als auch der Aufbereitung im RDG-E nach dem Reinigungsschritt eine Reduktion der Proteinbelastung bis zur Nachweisgrenze und keine Proteinrückstände nach Färbung mit Amidoschwarz. Dagegen zeigt die manuelle Vorreinigung der Schlauchindikatoren nach Behandlung mit Glutaraldehyd eine deutliche Fixierung der Blutkontamination.
Schlussfolgerung: Anhand der Ergebnisse konnte weder bei dem reinigenden Desinfektionsmittel auf Peressigsäurebasis noch bei dem enzymatischen Reiniger eine proteinfixierende Wirkung nachgewiesen werden.

Praxis

Einflussfaktoren auf die Flächenleistung wirkstoffgetränkter Einmal-Wischtücher zur Reinigung und Desinfektion im medizinischen Bereich

M. Schweins*, T. Stegmaier, G. T. Gresser

HygMed 2015; 40 [4]: 144–149

Schlüsselwörter: Flächenleistung, Einmal-Wischtücher, Flächenmasse, Wischtuchfläche, Flüssigkeitsgehalt

Hintergrund: Unbelebte Oberflächen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden immer wieder als Ursache für die Übertragung  von Krankheitserregern genannt. Viele Erreger können wochen- bis monatelang auf Oberflächen persistieren und bergen dadurch das Risiko einer Kreuzkontamination von Patient und Personal. Für die Desinfektion von Oberflächen stellen vorgetränkte Einmal-Wischtücher zur Reinigung und Desinfektion eine einfache und schnelle Alternative dar. In der vorliegenden Arbeit sollten die Einflussfaktoren auf die Flächenleistung von handelsüblichen wirkstoffgetränkten Einmal-Wischtüchern mit einer praxisnahen Prüftmethode unter standardisierten Bedingungen ermittelt werden.
Methode: Zur Bestimmung der Einflussfaktoren auf die Flächenleistung von Einmal-Wischtüchern wurden handelsübliche Einmal-Wischtücher verwendet, die mit einer  alkoholhaltigen bzw. alkoholfreien (wässrigen) Lösung vorgetränkt waren. In der praxisnahen Prüfmethode war die maximale Flächenleistung erreicht, wenn der Flüssigkeitsfilm auf der zu desinfizierenden Fläche unterbrochen wurde und keine vollständige Benetzung mehr erzielt werden konnte. Die Länge der ermittelten Wischbahn wurde ausgemessen und daraus die Flächenleistung berechnet. Des Weiteren wurde eine Materialanalyse der Einmal-Wischtücher vorgenommen sowie deren Flächenmasse und Flüssigkeitsgehalt berechnet und die Flächenleistung in Korrelation gebracht.
Ergebnisse: Trotz vergleichbarer Wirkstoffbasis variierte die Flächenleistung der Einmal-Wischtücher teilweise deutlich. Alkoholfreie Wischtücher erbrachten im Vergleich zu alkoholgetränkten Tüchern eine um ca. 70 % höhere Flächenleistung. Bei alkoholgetränkten Wischtüchern erzielten die Wischtücher mit Polyesterfasern höhere Flächenleistungen als solche mit Cellulosefasern – bei vergleichbarer Flächenmasse und prozentualem Flüssigkeitsgehalt. Tücher mit höherer Flächenmasse besaßen eine höhere Flächenleistung. Die erzielte Flächenleistung hing nicht allein von der Tuchgröße ab, denn die erzielte Flächenleistung variierte bei vergleichbarer Wischtuchfläche und Wirkstoffbasis ebenfalls deutlich. Mit einem zunehmendem Flüssigkeitsgehalt im Anlieferungszustand konnte die Flächenleistung gesteigert werden.
Schlussfolgerung: Die Flächenleistung von Einmal-Wischtüchern wird beeinflusst durch  die  Wirkstoffbasis, Tuchmaterial und -größe sowie dem Flüssigkeitsgehalt im Anlieferungszustand.

Arbeitskreis Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF

Die Harndrainage

Verbund für Angewandte Hygiene (VAH)

Empfehlung zur Überwachung der Wäschedesinfektion mittels Keimträgern (Biomonitore, Bioindikatoren)

Blickpunkt

  • 10-Punkte-Plan zur Bekämpfung resistenter Erreger
  • Tuberkulose-Screening im Rahmen der infektionshygienischen Untersuchung Asylbegehrender in Rheinland-Pfalz, Trier

Ausbruchsmanagement

Ein Pseudo-Ausbruch multiresistenter Acinetobacter-Stämme durch ein kontaminiertes Krankenhaus-Rohrpostsystem

Referate

Werden MRSA/VRE-Patienten bei Einzelzimmerisolierung medizinisch schlechter versorgt?

Veranstaltungen

24. Freiburger Infektiologie- und Infektiologiekongress
Miteinander arbeiten und Ziele formulieren