MHP

Hygiene & Medizin 5/2015

Aktuell

  • Kein Nachweis von MRSA in Bussen und Bahnen einer deutschen Großstadt
  • Multiresistenter Tuberkulosestamm wird im Schnelltest nicht erkannt
  • BDH vertritt Interessen strukturiert curricular fortgebildeter Krankenhaushygieniker
  • Infektionsschutz besser vergüten
  • Lebensmittelvergiftungen: 18 neue Varianten eines Bakteriengifts entdeckt
  • Häufigste Komplikationen in der Lungenchirurgie sind Wundinfektionen

Übersicht

Der Beitrag der Flächendesinfektion zur Infektionsprophylaxe im Gesundheitswesen

Bernhard Meyer*, Nadine Göhring, Ellie Wishart

Hyg Med 2015; 40 [5]: 188–191

Schlüsselwörter: Desinfektion, Flächendesinfektion, Compliance, Infektionsprophylaxe

Obwohl verstärkt Evidenz zur Bedeutung der Flächendesinfektion in der Infektionsprophylaxe publiziert wurde, ist die Durchführung in vielen Fällen immer noch mangelhaft. Diese kurze Übersicht fasst Publikationen zur Kontamination unbelebter Flächen im Gesundheitswesen und deren Bedeutung für die Infektionsübertragung zusammen. In diesem Zusammenhang wurden neben Berichten über grampositive Bakterien vermehrt auch solche über gramnegative Bakterien und Viren gefunden. Der Stellenwert der Flächendesinfektion für die Verhütung der Übertragung von Infektionen ist in der internationalen Fachliteratur eindeutig belegt. Eine Verbesserung der Flächendesinfektion senkt Infektionsraten und kann eher durch ein Monitoring des Desinfektionsprozesses und Feedback an das Personal als durch eine Ergebniskontrolle erreicht werden.

Praxis

Inaktivierung von Bakterien und Viren durch metallische Kupferflächen

Pauline Bleichert, Hermann Meyer, Gregor Grass*

HygMed 2015; 40 [5]: 192–198

Schlüsselwörter: Massives metallisches Kupfer, Antimikrobielle Oberflächen, Beschichtungsfreie Voll-Metall-Kupferwerkstoffe, Nosokomiale Infektionen, VBNC-Stadium, Krankenhaushygiene, Trockene Methode

Hintergrund: Nosokomiale Infektionen stellen für die Krankenhaushygiene eine große Herausforderung dar. Durch den Einsatz metallischer Kupferflächen können Bakterien und Viren reduziert und nosokomiale Infektionen verringert werden. In der vorliegenden Studie sollte die antimikrobielle Wirksamkeit von massiven, metallischen Kupferflächen gegenüber Bakterien und Viren untersucht werden. Des Weiteren sollte überprüft werden, ob das Kupfer die Entwicklung eines Viable But Non Culturable (VBNC)-Stadiums bei Bakterien induziert oder die Bakterien vollständig inaktiviert.
Methode: Die antimikrobielle Wirksamkeit wurde mit der sog. trockenen Methode („contact-killing“) untersucht. Die Testflächen bestanden aus beschichtungsfreiem reinen Kupfer, als Kontrolle wurde rostfreier Edelstahl verwendet. Als Testorganismen wurden Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA), Escherichia coli sowie bakterielle und virale Erreger der Risikogruppe 3 (Burkholderia pseudomallei, Burkholderia mallei, Brucella melitensis, Yersinia pestis, Francisella tularensis, Vacciniaviren, Affenpockenviren) eingesetzt. Zur Untersuchung einer möglichen VBNC-Induktion wurden MRSA und E. coli verwendet.
Ergebnisse: Alle Bakterien und Viren wurden nach dem Kontakt mit der Kupferfläche innerhalb von 5 Minuten um bis zu 7 log10-Stufen inaktiviert. Außerdem konnte gezeigt werden, dass das Kupfer E. coli und MRSA vollständig inaktivierte.
Schlussfolgerung: Massive metallische Kupferflächen besitzen eine antimikrobielle Wirksamkeit gegen eine Reihe gramnegativer und grampositiver Bakterien sowie Viren. E. coli und MRSA wurden vollständig inaktiviert und konnten keinen VBNC-Zustand mehr einnehmen. Allerdings werden Kupferflächen etablierte effektive Hygienemaßnahmen, wie chemische Hände- und Oberflächendesinfektion, nicht ersetzen, sondern ausschließlich als ergänzender Baustein in der Infektionsprävention dienen.

Arbeitskreis Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF

Anforderungen zur Anwendung von Kontrastmittelapplikatoren in der Radiologie

Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene

Stellungnahme der DGKH-Sektion „Hygiene in der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege/Rehabilitation“ im Konsens mit dem DGKH-Vorstand    
Personalmangel in der Pflege in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtunge

Verbund für Angewandte Hygiene

Fragen und Antworten   
Desinfektion von Wickeltischen in Einrichtungen zur Kinderbetreuung

Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie

  • Frauke Mattner, Christian Brandt
    1. Junior-Senior-Workshop
  • 19. Berliner Workshop der StAG Allgemeine und Krankenhaushygiene   
    Krankenhaushygiene interaktiv

Blickpunkt

  • Aspekte der Hautverträglichkeit, des Hautschutzes und der Hautpflege
  • Information der DGTHG und DGI zu Infektionen mit Mycobacterium chimaera nach Herz-Operationen

Referate

  • Einfluss einer intensivierten Zahnhygiene auf die Pneumonierate von Intensivstationen
  • Internationale Datenerhebung zum Umgang mit Stuhl und Urin im Kranke