MHP

Hygiene & Medizin 6/2015

Aktuell

  • Phagen übertragen Antibiotikaresistenzen auf Bakterien
  • Nachweis auf Geflügelfleisch
  • Bei Durchfall Antibiotika sparsam einsetzen
  • Mit Information gegen Antibiotikaresistenzen
  • Bakterien in Mukoviszidose-Lungen bilden besonders widerstandsfähige Biofilme
  • Ausbruch von MERS-Coronavirus in Südkorea

Originalarbeit

Untersuchung der mikrobiellen Kontamination von Waschlotionspendern aus unterschiedlichen Risikobereichen eines Universitätsklinikums

Sabine Gleich, Christiane Vieweg, Heike von Baum

Hyg Med 2015; 40 [6]: 236–241

Schlüsselwörter: Waschlotion, Waschlotionspender, Aufbereitung, Händehygiene, Krankenhäuser, Kontamination

Hintergrund: Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) veröffentlichten Anforderungen für Desinfektionsmittel- und Waschlotionspender im Gesundheitswesen. Diese regelmäßig und fachkundig aufzubereiten, stellt Kliniken in Anbetracht der Anzahl montierter Spender vor logistische Probleme. In der vorliegenden Studie wurden ausschließlich Waschlotionspender aus unterschiedlichen Risikobereichen auf ihre mikrobielle Kontamination hin untersucht. Anhand der Ergebnisse wird die Aufbereitung von Waschlotionspendern diskutiert.

Methode: Insgesamt wurden 100 Waschlotionspender aus unterschiedlichen Risikobereichen eines Universitätsklinikums beprobt. Dabei wurde jeweils die Spenderauslassöffnung von außen mit einem sterilen Tupfer abgestrichen; zudem wurde jeweils 1 Hub Waschlotion in einem sterilen Behältnis aufgefangen und mit einer geeigneten Inaktivierungslösung versetzt. Beide Proben wurden unmittelbar nach der Entnahme mikrobiologisch untersucht.

Ergebnisse: Keine der Spenderauslassöffnungen war mikrobiell kontaminiert. Von den Waschlotionen wiesen 10 % eine Kontamination von maximal zwei Koloniebildenden Einheiten pro Probe auf. Dabei handelte es sich um Umweltbakterien; Staphylococcus aureus oder gramnegative Erreger wurden nicht nachgewiesen.

Schlussfolgerung: In Anbetracht der vorgestellten Ergebnisse und in Relation zu dem immensen logistischen und finanziellen Aufwand sollte diskutiert werden, in wieweit auf eine routinemäßige Aufbereitung von Waschlotionspendern und deren mikrobiologische Beprobung verzichtet werden kann. Vorausgesetzt wird eine ordnungsgemäße regelmäßige Reinigung des äußeren Gehäuses und Auslasses bei festmontierten Geräten. Diese Überlegung gilt nicht bei Ausbrüchen mit Acinetobacter baumannii, Serratia marcescens sowie Pseudomonas aeruginosa. In diesem Fall sollten auch die Spendersysteme und die eingesetzten Waschlotionen in die Quellensuche beim Ausbruchsmanagement einbezogen werden. In der Arbeit werden verschiedene Publikationen zum Thema „kontaminierte Waschlösungen/Flüssigseife“ vorgestellt. Allerdings sind sowohl die Ergebnisse als auch Schlussfolgerungen dieser Untersuchungen aus dem anglo-amerikanischen Raum nicht mit den Bedingungen, Arbeitsweisen und Empfehlungen in deutschen Krankenhäusern vergleichbar.

Praxis

Hygienisch-mikrobiologische Untersuchungen in Krankenhäusern und Reha-Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern

Josefine Haak, Christiane Backhaus-Pohl, Rosmarie Poldrack

Hyg Med 2015; 40 [6]: 242–247

Schlüsselwörter: Hygienisch-mikrobiologische Untersuchungen, Hygienische Überwachung, Patientensicherheit, Steckbeckenautomat, Aufbereitete flexible Endoskope, Ein- und Mehrtank-Geschirrspülmaschinen, Desinfektionsverfahren für Krankenhauswäsche, Inhalate, Wasser aus Unterwassermassagewannen

Hintergrund: Zur Sicherstellung der Hygiene in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen werden im Rahmen der hygienischen Überwachung routinemäßig hygienisch-mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt. Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern (M-V) werden diese Untersuchungen – mit Ausnahme der Universitätskliniken – vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS M-V) durchgeführt. Im Folgenden werden die Ergebnisse des LAGuS M-V von ausgewählten hygienisch-mikrobiologischen Untersuchungen in Krankenhäusern und Reha-Kliniken aus dem Jahr 2013 vorgestellt.

Methode: Es wurden die Untersuchungsergebnisse von 41 Krankenhäusern und 54 Reha-Kliniken aus dem Jahr 2013 ausgewertet. Die Auswertungen bezogen sich auf die Befunde von Steckbeckenautomaten, aufbereiteten flexiblen Endoskopen, Ein- und Mehrtankgeschirrspülmaschinen, chemothermischen Wäschedesinfektionsverfahren, Inhalaten sowie das Wasser von Unterwassermassagewannen.

Ergebnisse: Die geringste Beanstandungsrate von 3,3 % fand sich bei den flexiblen Endoskopen, die höchste von 77,4 % bei den chemothermischen Wäschedesinfektionsverfahren für Krankenhauswäsche. Hohe Beanstandungsraten von über 50 % zeigten sich auch bei Steckbeckenautomaten, Ein- und Mehrtankgeschirrspülmaschinen sowie dem Wasser von Unterwassermassagewannen. Ein Viertel der Inhalate, die für die Verneblung eingesetzt werden, war mikrobiell kontaminiert.

Schlussfolgerung: Die Auswertung unserer hygienisch-mikrobiologischen Untersuchungen unterstreicht die Notwendigkeit der periodischen Prüfungen zur Aufdeckung von Hygienemängeln und Erkennung von Infektionsrisiken. Die Untersuchungen dienen der Qualitätssicherung der Hygiene und leisten einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit.

 

 

 

Praxis

Sanierung von Patienten mit MRSA-Nachweis im häuslichen Umfeld

Knut Kröger, Zeynep Babadagi-Hardt, Katrin Fitzler, Heike Senge

Hyg Med 2015; 40 [6]: 248–253

Schlüsselwörter: MRSA, Chronische Wunde, Sanierung, Ambulant

In Deutschland hat der Gesetzgeber versucht, die juristischen Grundlagen für die Sanierung von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) im häuslichen Umfeld zu regeln. Dies betrifft aber nur Patienten mit einer Pflegestufe, einer chronischen Wunde, Dialysepflichtigkeit oder mit liegendem Katheter. Die Zuweisung der Verantwortlichkeiten und Kostenübernahmen sind allerdings noch nicht eindeutig geklärt. Nachfolgend wird die Möglichkeit der Umsetzung und Finanzierung der ambulanten MRSA-Sanierung in Deutschland beleuchtet.

Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten / Gesellschaft für Virologie / Robert Koch-Institut

  • H. F. Rabenau, I. Schwebke, J. Blümel, M. Eggers, D. Glebe, I. Rapp, A. Sauerbrei, E. Steinmann, J. Steinmann, H. Willkommen, P. Wutzler:  Mitteilung der DVV und des RKI zur Veröffentlichung der aktualisierten Fassung der Leitlinie zur Prüfung von chemischen Desinfektionsmitteln auf Wirksamkeit gegen Viren in der Humanmedizin (Suspensionstest)
  •  I. Schwebke, J. Blümel, M. Eggers, D. Glebe, I. Rapp, F. von Rheinbaben, A. Sauerbrei, E. Steinmann, J. Steinmann, H. Willkommen, P. Wutzler, H. F. Rabenau: Leitlinie der DVV und des RKI zur Prüfung von chemischen Desinfektionsmitteln auf Wirksamkeit gegen Viren in der Humanmedizin   
  • Mitteilung des Fachausschusses Virusdesinfektion der DVV/GfV und des RKI zur Untersuchungstemperatur bei der Prüfung von chemischen bzw. chemothermischen Instrumentendesinfektionsverfahren

Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene

  • Einladung zum 13. Kongress für Krankenhaushygiene

Verbund für Angewandte Hygiene

  • Mitteilungen der Desinfektionsmittel-Kommission: Aktuelle Anforderungen und Methoden zur VAH-Zertifizierung chemischer Desinfektionsverfahren

Referate

  • Gibt es eine Korrelation zwischen der Abnahmehäufigkeit von Blutkulturen und der ermittelten Septikämierate auf Intensivstationen?
  • Infektionen als Aufnahmegrund auf die Intensivstation: Einfluss von Behandlungsvariablen auf die Mortalität

Veranstaltungen

  • 65. Wissenschaftlicher Kongress von BVÖGD und BZÖG  „Der öffentliche Gesundheitsdienst – hart am Wind"