MHP

Hygiene & Medizin 11/2015

Aktuelle Inhalte

  • Massive Kupferwerkstoffe in der Hygiene und Infektionsprävention 
  • Berufskrankheit MRSA? Ein Beitrag zur Diskussion 
  • Empfehlung des Robert Koch-Instituts: Konzept zur Umsetzung frühzeitiger Impfungen bei Asylsuchenden nach Ankunft in Deutschland
  • Eigenschaften, Häufigkeit und Verbreitung Vancomycin-resistenter Enterokokken (VRE) in Deutschland

Aktuell

  • Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft rückläufig, Antibiotikaresistenzen stagnieren
  • Spendenaktion für die Erdbebenopfer von Nepal im Rahmen des 11. Ulmer Kongresses für Krankenhaushygiene
  • Hepatitis A-Virus ist tierischen Ursprungs
  • Wissenschaftler entdecken körpereigenes Fungizid
  • Neues Behandlungskonzept bei Infektionen von Gelenkprothesen
  • Grippe: Sinkflug der Impfraten in Deutschland gestoppt

Übersicht

Massive Kupferwerkstoffe in der Hygiene und Infektionsprävention

Gregor Grass, Michael Hans, Frank Mücklich, Marc Solioz, Christopher Rensing*

Hyg Med 2015; 40 [11]: 458–463.

Schlüsselwörter: Antimikrobielles Kupfer Nosokomiale Infektionen Contact killing Oberflächenkontamination Krankenhaushygiene

Das strikte Einhalten geeigneter Regime zur Dekontamination von Oberflächen sowie von Händen bildet die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Krankenhaushygiene. Dort wo diese unabdingbaren Maßnahmen ungewollt versagen, können jedoch weitere Kontaminationsbarrieren dem Schutz des Patienten dienen. Eine Vielzahl von neueren Labor- und Krankenhausstudien hat gezeigt, dass massives metallisches Kupfer hochwirksame antimikrobielle Eigenschaften besitzt. Kupferbasierte Materialien können daher als Teil eines Multi-Barriere-Systems bestehende Hygienemaßnahmen im Krankenhaus ergänzen. Aufgrund der starken Interdisziplinarität der Thematik – sowohl Mikrobiologen als auch Hygieniker und Materialwissenschaftler leisten hier ihren Beitrag – ist es von besonderer Wichtigkeit, die Erkenntnisse zu diesem Thema aufzuarbeiten und zu kommunizieren. Ziel dieses Beitrags ist es, eine interdisziplinäre Übersicht des Forschungsstands auf dem Gebiet antimikrobieller Kupferwerkstoffe zu liefern. Hierzu werden Fortschritte in der Aufklärung der Mechanismen zur Inaktivierung von Krankheitserregern durch Kupfer, dem sogenannten „contact killing“, betrachtet. Zudem werden Ergebnisse aus Krankenhausversuchen in verschiedenen Ländern vorgestellt und kritisch diskutiert. Es werden im Kontext der Krankenhaushygiene und Infektionsprävention sowohl relevante Materialaspekte zusammengefasst als auch die Frage diskutiert, ob solche Materialien die Ausbreitung von Krankheitserregern verringern und die Inzidenz von nosokomialen infektionen reduzieren können.

Praxis

Berufskrankheit MRSA? Ein Beitrag zur Diskussion

Walter Popp

HygMed 2015; 40 [11]: 464–466.

Schlüsselwörter: Berufskrankheit Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus MRSA Kolonisation

Immer häufiger stellt sich die Frage, ob eine Dauerträgerschaft von Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA) als Berufskrankheit anerkannt werden sollte. Diese Frage wird unter verschiedenen Gesichtspunkten diskutiert, insbesondere unter Würdigung des Infektionsschutzgesetzes, seiner Kommentare, der höchstrichterlichen Rechtssprechung zur Hygiene sowie des Berufskrankheitenrechtes. In der Konsequenz wird bei dauerhaft kolonisierten MRSA-Trägern die Anerkennung einer Berufskrankheit Nr. 3101 dem Grund nach, zeitlich befristet, empfohlen.

Verbund für Angewandte Hygiene

  • Mitteilung der Desinfektionsmittel-Kommission:  Testverfahren zur Prüfung von Flächendesinfektionsmitteln für Verfahren ohne Mechanik
  • Fragen und Antworten Zur Prüfmethodik und Anwendung viruzider Desinfektionsmittel

Blickpunkt

  • Empfehlung des Robert Koch-Instituts Konzept zur Umsetzung frühzeitiger Impfungen bei Asylsuchenden nach Ankunft in Deutschland
  • Eigenschaften, Häufigkeit und Verbreitung Vancomycin-resistenter Enterokokken (VRE) in Deutschland

Referate

  • Statement nordamerikanischer Experten zur Prävention der Clostridium difficile-Infektion

Veranstaltungen

  • 1. Leipziger Hygienetag: Hygiene im Fokus
  • 25. Freiburger Infektiologie- und Hygienekongress: Ein Viertel Jahrhundert Deutscher Hygienekongress in Freiburg
  • 2. Allgäuer Hygienetag: Rund um die Aufbereitung von Medizinprodukten