MHP

Hygiene & Medizin 12/2015

Übersicht

Dysbalance zwischen Marktregulierung von Medizinprodukten und Patientensicherheit? Lehren aus den aktuellen Ausbrüchen nach Untersuchungen mit Seitblickduodenoskopen

O. Leiß*

Hyg Med 2015; 40 [12]: 506–514

Schlüsselwörter: Medizinprodukte, Arzneimittel, Marktzulassung und Überwachung, Patientensicherheit

Zu Beginn dieser Übersicht werden die Unterschiede bei der Zulassung und Überwachung von Medizinprodukten und Arzneimitteln in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und in der Europäischen Union (EU) dargestellt. Die aktuell beschriebenen Ausbrüche mit Übertragungen multiresistenter Infektionserreger im Rahmen endoskopischer Untersuchungen werden im Kontext der Problematik der Aufbereitung komplexer Medizinprodukte ausführlich erörtert. Sicherheitstechnisch kritische Änderungen an Seitblickduodenoskopen wurden im Hinblick auf eine sichere Aufbereitung vor Markteinführung nicht ausreichend geprüft. Hersteller von flexiblen Endoskopen haben eine Mitverantwortung für die Aufbereitbarkeit ihrer komplexen Medizinprodukte und für die Gewährleistung der Patientensicherheit. Die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission zur Änderung des Medizinprodukterechts und mögliche Änderungen beim Zulassungsverfahren werden diskutiert.

Praxis

Der Verbrauch von Händedesinfektionsmittelals Hygiene-Kennzahl in der ambulanten Versorgung

M. Sarbandi*

HygMed 2015; 40 [12]: 515–518

Schlüsselwörter: Händedesinfektion, Infektionsschutz, Händedesinfektionsmittel, Hygiene-Kennzahlen, Händedesinfektionsmittelverbrauch, Compliance

Eine indikationsgerechte Händedesinfektion mit einer effizienten Einreibetechnik gehört ohne Zweifel zu den Kriterien eines wirksamen Infektionsschutzes in Gesundheitseinrichtungen. Während viele stationäre Versorgungseinrichtungen die Messung des Verbrauchs von Händedesinfektionsmittel als Hygiene-Kennzahl bereits etabliert haben, wird in der ambulanten Versorgung der Verbrauch kaum systematisch gemessen und als Kennzahl zur Optimierung der Hygiene verwendet. Das liegt möglicherweise an der problematischen Berechnung des Händedesinfektionsmittelverbrauchs mit rechnerischem Bezug auf die Patienten-Fallzahlen. In einem Projekt wurden deshalb in einem großen Verbund niedergelassener Ärztinnen und Ärzte verschiedener Disziplinen Daten zum Händedesinfektionsmittelverbrauch auf der Grundlage von Arbeitszeiten erhoben.

Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene

Krankenhaushygienische Leitlinie für die Planung, Ausführung und den Betrieb von Raumlufttechnischen Anlagen in Räumen des Gesundheitswesens

Hyg Med 2015; 40 [12]: 519–526

Seit der Herausgabe der ersten „Krankenhaushygienischen Leitlinien für die Ausführung und den Betrieb von Raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) in Krankenhäusern“ vor über zehn Jahren führten erweiterte Kenntnisse, neue Regelwerke, verbesserte Anlagen und Prüfverfahren zur Überarbeitung der Leitlinie. Basierend auf einer klaren Beschreibung der Grundmerkmale von Lüftungskonzepten, ihrer hygienischen Prüfung und den nutzungsabhängigen Anforderungen an die Raumlüftung hat die DGKH-Sektion „Klima und Raumlufttechnik“ versucht, Antworten zu geben für die wesentlichen lufthygienischen Fragen bei der Planung, Auslegung und dem hygienisch sicheren Betrieb von RLT-Anlagen in Räumen des Gesundheitswesens. Dabei konnte sich die Bearbeitung auf den großen Sachverstand und die Erfahrungen der ordentlichen und kooperativen Mitglieder stützen. Ihnen sei für Ihr Engagement und Ihre Ausdauer herzlich gedankt. Die DGKH hofft mit dieser Leitlinie einen Beitrag zur Verbesserung der Beurteilung der hygienischen Möglichkeiten und Grenzen von Lüftungskonzepten in Räumen des Gesundheitswesens leisten zu können.

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Blickpunkt

  • 40 Jahre Hygiene & Medizin – Update 1976–2015
  • Neue Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat

Referate

  • Klinischer Effekt und Kostenaspekte von Chlorhexidin-Silbersulfadiazin-imprägnierten Venenkathetern
  • Programme zur nosokomialen Infektionsprävention – Eckpunkte für die effektive Organisation: Das europäische SIGHT-Projekt