MHP

Hygiene & Medizin 7/8 2016

Aktuelles

  • Zur „Leitlinie zur Validierung maschineller Reinigungs-Desinfektionsprozesse zur Aufbereitung thermolabiler Endoskope“
  • DGKH: Gesundheitliche Bedeutung, Prävention und Kontrolle Wasser-assoziierter Pseudomonas aeruginosa-Infektionen
  • Leitlinie zur Aufbereitung von Absauggeräten aktualisiert
  • Internetportal MRSA-Kinder.net geht online
  • Molekulare Störenfriede statt Antibiotika? Wie Proteine Kommunikation zwischen Bakterien verhindern
  • Tuberkulose: Internationale Studie zu Antibiotikaresistenzen
  • Neue antibakterielle Oberfläche schützt orthopädische Implantate

Originalarbeit

Präoperative antiseptische Waschung – Beurteilung einer patientenorientierten hygienischen Maßnahme aus Sicht des Anwenders

Eloise Müller-Schulte und Sigrid Thieme-Ruffing*

 Hyg Med 2016; 41 – 7/8: D120–123

Schlüsselwörter: Präoperative Ganzkörperwaschung · Infektionsprävention · Patientensicherheit · Patienteneinbindung

Hintergrund: Präoperative antiseptische Hygienemaßnahmen wie Ganzkörperwaschungen oder Nasengelapplikationen können zu einer Reduktion der residenten Hautflora beitragen und möglicherweise in einer Reduktion der postoperativen Wundinfektionsrate resultieren. Das Universitätsklinikum Saarland bietet diese Hygienemaßnahmen den Patienten vor elektiven Operationen an. Ziel dieser Untersuchung war es, festzustellen, wie dieses Angebot von den Anwendern wahrgenommen wird.

Methodik: Die Durchführung der Maßnahmen wurde mittels Fragebogen aus Anwendersicht evaluiert. Die Fragen bezogen sich auf die Nutzung der Produkte, die Anwendungsfreundlichkeit, die Qualität der Informationen bzw. Patientenschulung sowie die Bereitschaft, künftig noch einmal diese Maßnahme durchzuführen. 

Ergebnisse: 428 Fragebögen wurden ausgefüllt und ausgewertet. Alle Patienten hatten die empfohlenen Produkte verwendet. 95,8% empfanden die Durchführung als unproblematisch, 51,6 % bewerteten die Produktinformationen als „sehr gut verständlich“, 48,4 % als „gut verständlich“, 97,7 % fühlten sich ausreichend zur Thematik informiert, 51,9 % fanden die Maßnahme der antiseptischen Waschung „sehr gut“, 42,3 % „gut“ und 98,9 % würden diese Maßnahme erneut durchführen.

Schlussfolgerung: Durch die aktive Einbindung von Patienten in das präoperative Hygienemanagement können sowohl deren Sicherheitsgefühl als auch Selbstbestimmung unterstützt werden.

 

 

Übersichtsarbeit

Aktuelle Strategien des Hygienemanagements von invasiven A-Streptokokkeninfektionen im Krankenhaus

Claudio Kupfahl

Hyg Med 2016; 41(7/8): D124–D130.

Schlüsselwörter: A-Streptokokken · Hygiene · Krankenhaus

Oberflächliche Infektionen mit A-Streptokokken gehören zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten in Deutschland. Demgegenüber stellen invasive Infektionen durch AStreptokokken ein relativ seltenes Ereignis dar. Diese manifestieren sich klinisch insbesondere als nekrotisierende Fasziitis, Streptokokken-assoziiertes toxisches Schock-Syndrom (STSS) und als Sepsis und sind durch eine hohe Mortalität gekennzeichnet. Aufgrund der hohen Prävalenz des Erregers in der Allgemeinbevölkerung und der damit verbundenen Möglichkeit des Personals als primäre Quelle einer nosokomialen Infektion, der Infektionspathogenese und der hohen Mortalität stellen invasive A-Streptokokkeninfektionen für die Krankenhaushygiene eine besondere Herausforderung dar. Für die Primärprävention ist vor allem die Einhaltung der Basishygiene entscheidend. Bei Auftreten einer invasiven Erkrankung mit A-Streptokokken im Krankenhaus sind zusätzlich besondere Hygienemaßnahmen erforderlich. Darüber hinaus kommt der Information des Stationspersonals sowie des Patienten über Übertragungswege, Symptome und Präventionsmaßnahmen eine wichtige Bedeutung zu. Um mögliche Quellen und weitere Fälle rasch zu erkennen, wird eine gesteigerte Surveillance empfohlen. Im Falle eines Ausbruchs ist dieser dem Gesundheitsamt zu melden. Über die Veranlassung eines mikrobiologischen Screenings von Kontaktpersonen sowie die Durchführung einer Eradikationsbehandlung bei besiedelten Personen, wie sie unter anderem im angloamerikanischen Bereich empfohlen wird, sollte im Einzelfall das Ausbruchsteam beraten.

DGKH

  • Postexpositionsprophylaxe im Rettungsdienst

DGKH-AG „Hygiene im Rettungsdienst“ im Konsens mit dem DGKH-Vorstand

  • Kleidung und Schutzausrüstung für Pflegeberufe aus hygienischer Sicht

DGKH-Sektion „Hygiene in der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege/Rehabilitation“ im Konsens mit dem DGKH-Vorstand

VAH

  • Fachkraft für Medizinprodukteaufbereitung (FMA)

Referate

  • Infektionsprävention mit Octenidin-getränkten Waschtüchern: Variabler Effekt auf 17 Berliner Intensivstationen

Ausbruchsmanagement

  • Masernausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff: Hygienemanagement an Land und auf See

Veranstaltungen

  • 13. Forum für Hygiene und Infektiologie, 8. Juni 2016 Mannheim – Risikobewertung in Prävention, Diagnostik und Therapie