MHP

Hygiene & Medizin 7+8/2017

Aus der Praxis >>

Störfallmanagement bei coliformen Bakterien im Trinkwassersystem – Ursachenfindung und Schadensbegrenzung – (Fallstudie)

Edith Fischnaller, Alfons Schön*

Hyg Med 2017; 42(7/8): D92–D97.

Schlüsselwörter: Coliforme Bakterien · Trinkwasser · Störfallmanagement

Trinkwasser zählt zu den schützenswerten Lebensmitteln, das über weite Strecken von der Gewinnung über die Verteilung bis zum Konsumenten einer erheblichen Gefährdung seiner Qualität unterliegt. Das in dieser Fallstudie dargestellte Management zu einem Störfall mit coliformen Bakterien im Trinkwasser des Hausinstallationssystems eines Krankenhauses, verursacht durch eine Einschwemmung aus dem öffentlichen Netz, zeigt eine kooperative Herangehensweise der Beteiligten (Betreiber, Wasserversorger und Öffentlicher Gesundheitsdienst) zur Schadens-
begrenzung, Ursachensuche und Prävention künftiger Kontaminationen. Unterschiede im Aufbau des öffentlichen Verteilungsnetzes für Trinkwasser gegenüber einem komplexen Hausinstallationssystem (hier: Krankenhaus) erforderten im Rahmen der technischen Bewältigung des Störfalls (z.B. Spül- und Desinfektionsmaßnahmen) ein unterschiedliches Vorgehen, das sich an der Erreichung der erforderlichen Zielwerte für die Trinkwasserdesinfektion orientieren musste. Das unverzügliche Handeln des Betreibers hinsichtlich der Meldung an das Gesundheitsamt nach Bekanntwerden der Befunde und die zügige Bildung eines Managementteams für den Störfall nach seiner Verifizierung ermöglichten es, diesen zeitlich zu beschränken.