MHP

Wundmanagement 5/2008

Übersichtsarbeit

  • Pflegerische Perspektiven des Débridements

    E.-M. Panfil

    Das Débridement dient der Säuberung der Wunde und damit der Unterstützung der Wundheilung. Eine „patientenorientierte“ Pflege bedeutet dabei, auf die situative Problematik der jeweiligen Patienten einzugehen. Patienten mit chronischen Wunden haben häufig Erinnerungen an schmerzhafte Débridements und sehen einer erneuten Behandlung mit Angst entgegen. Sie wünschen sich Pflegekräfte, die sich Zeit nehmen, zuhören und Verständnis haben. Dadurch fühlen Patienten sich ernst genommen, partnerschaftlich behandelt und selbst bestimmt. Nicht nur für Patienten mit einer Madentherapie ist es wichtig, ausreichend schriftliche und mündliche Informationen zu erhalten und die Möglichkeit zu haben, die Therapie jederzeit abbrechen zu können. Zur Durchführung eines ausreichenden Selbstmanagements sollten Patienten die Fähigkeiten besitzen, Schmerzen und Blutungen registrieren und dokumentieren zu können, zeitgerecht schmerzlindernde Maßnahmen ergreifen zu können oder Spüllösungen anzuwärmen. Pflegerische Aufgaben umfassen Maßnahmen der Klärung von Patientenvorstellungen zum Débridement, der Erklärung der verschiedenen Verfahren mit Hilfe schriftlicher Materialien, der psychischen Unterstützung und Maßnahmen der Schmerztherapie.

  • Mechanisches Débridement

    T. Peters, H. O. Rennekampff*

    Das mechanische Débridement bzw. die Nekrektomie der Wunde beinhaltet das Entfernen avitaler Anteile und areaktiver Zellen des Wundgrundes und des Wund-randes sowie die Verminderung der bakteriellen Last in der Wunde. Die Nekrektomie wird mit dem Messer, Schere oder scharfen Löffel durchgeführt. Auch die Hochdruckirrigation oder Wasserstrahlgeräte können zum mechanischen Débridement der Wunde eingesetzt werden. Seltene Formen des mechanischen Débridement stellen der Laser und das Ultraschallgerät dar. Mit den zur Verfügung stehenden Verfahren lässt sich ein stadiengerechtes schonendes Débridement akuter, chronischer und Verbrennungswunden durchführen.

  • Biologisches Débridement

    W. Fleischmann

    Es wird eine Übersicht über die Wirkungsweise und klinische Durchführung des biologischen Débridements von Wunden mit Maden der Fliege Lucilia sericata gegeben. Berücksichtigung findet neben der proteolytischen Aktivität auch die antimikrobielle und proliferationssteigernde Wirkung des Madensekrets.

Rechtliche Aspekte in der Wundbehandlung

  • Medizinische Notwendigkeit und juristische Ansprüche bei der Wundversorgung, speziell des Débridements

    G. Riepe, H. Riepe

    Die Notwendigkeit des Débridements ist gängige Expertenmeinung. In der Praxis scheitert die regelmäßige Umsetzung. Die Delegation des Débridements auf nichtärztliche Berufsgruppen, eine vertikale Arbeitsaufteilung, bietet sich an. Juristisch lässt sich die Frage, ob nichtärztliches Personal überhaupt debridieren darf, nicht verbindlich beantworten. Fest steht, dass die Diagnose- und Therapieentscheidung nicht auf Pflegekräfte übertragbar ist. Offen ist aber, ob der Arzt die Therapie damit auch selbst durchführen muss. In der juristischen Literatur fehlen Stellung-nahmen zum Débridement. Es muss auf den ähnlich gelagerten Sachverhalt der Injektion zurückgegriffen werden. Je geringer die Komplikationsdichte und die Gefährdungsnähe, desto eher kann eine Maßnahme delegiert werden. Es obliegt damit dem Arzt, die objektive Gefährlichkeit des Débridements unter anderem abhängig von der Lokalisation der Wunde, der Nähe zu verletzbaren Strukturen und der Technik des Débridements abzuschätzen. Ferner muss auch die subjektive Fähigkeit der Pflegekraft individuell einschätzt werden. Hier unterscheiden sich die formelle Qualifikation (Ausbildungsstand, Weiterbildungen) und die materielle Qualifikation (tatsächlich erlernte bzw. dem Arzt bekannte Fähigkeit). Es empfiehlt sich Letztere regelmäßig zu kontrollieren und dies zu dokumentieren. Prinzipiell ist demnach eine Delegation des Débridements mit individueller Abwägung des Arztes möglich. Entscheidend ist aber, dass die Rechtssprechung eine pauschalisierte, unkontrollierte Delegation im Sinne des Patienten verhindern möchte. Der Arzt bleibt letztendlich in der Verantwortung.

Erfahrungsbericht aus Österreich

  • Notwendigkeit und Vorteil des Wundmanagers für die Krankenkasse

    S. Hamak-Schuster

    Die Zeiten einer ausgeglichenen Bilanz bei den Krankenkassen sind vorbei, die Kosten steigen und einen kleinen, aber nicht zu unterschätzenden Teil nimmt die Wundversorgung ein. Der Anteil der älteren Bevölkerung nimmt zu. Daher finden sich immer mehr chronische Wunden im ambulanten Bereich. Dort steigt die Zahl der Wundmanager. Die phasengerechten Wundversorgung und deren Durchführung und Finanzierung stellt alle Organisationen vor viele Fragen. Einige davon sollen hier aufgezeigt und Lösungsansätze aus der Praxis dargestellt werden. Der Einsatz eines Wundmanagers als fachliche Außenstelle kann eine dokumentierte, phasengerechte Wundversorgung im Sinne der Wirtschaftlichkeit für die Krankenkassen vereinen. Die Optimierung von Wundversorgungsprodukten, gepaart mit der Weitergabe von Wissen und Erfahrung, kann eine deutliche Kostenreduktion bewirken. Diese erfolgt jedoch nicht sofort, sondern meist erst nach 3–6 Monaten, wenn die Wunde aufgrund optimierter Versorgung nach jahrelangem Bestehen zum Abheilen gebracht wurde und so z. B. häufige Ambulanzbesuche im Krankenhaus wegfallen. Den Erfolg und die Zufriedenheit des Patienten zu erreichen ist sicher einen Versuch wert.

Pflegelexikon

  • Silberhaltige Wundauflagen und Kollagen-Wundauflagen

    K. Protz

Der „Erreger des Monats"

  • Erypelothrix rhusiopathiae

    A. Schwarzkopf

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Erste Bilanz nach 6 Monaten Audit bei den Wundkursen der ICW e. V.

    Pflegetag der Klinik Bad Oexen am 3. September 2008

    Neue AG der ICW e. V. aus dem Wundstammtisch Remchingen-Karlsbad

    Adressenänderung

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Mitgliederversammlung vom 4. September 2008

Nachrichten des Wundverbundes Südwest e. V.

  • Einladung zum 15. und 16. Roundtable des Wundverbundes Südwest nach Wiesbaden und Neuenbürg

     

Aktuelles

  • BVMed veröffentlicht neue Leitlinie zu Hilfsmitteln zur Dekubitusprophylaxe und -therapie
  • Silberpartikelfolie gegen Bakterien
  • „Hälfte aller Amputationen vermeidbar”
  • Wundplattform.com entwickelt sich
  • Neuer Forschungspreis von Urgo für Medizin und Pflege

Kongressbericht

  • 12. Symposium der SAfW über moderne Wundbehandlung vom 2. September 2008 in Zürich