MHP

Wundmanagement 3/2008

Übersichtsarbeit

  • Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“

    E.-M. Panfil

    Der Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden" beschreibt auf Basis von pflegewissenschaftlichen Grundlagen, Evidenzbasierung und dem juristisch definierten Aufgabenbereich der Pflege den spezifischen Beitrag der Pflege in der Versorgung von Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom, Dekubitus und Ulcus cru-ris. Wesentlich dabei ist der Wechsel des Blickwinkels von der Krankheit zum Kranksein, von der Akutversorgung zur Versorgung von Menschen mit chronischen Krankheiten, von der Wundpflege zur Förderung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und des Selbstmanagements, von Verbandmitteln zu ursächlichen Maßnahmen (Kompression und Druckentlas-tung), von handwerklichen zu kommunikativen empathischen Tätigkeiten und zum gleichzeitigen Fokussieren präventiver Maßnahmen zur Verhinderung von Rezidiven. Nach Studienlage wird für die Versorgung das Hinzuziehen einer pflegerischen Fachexpertin für die Pflege von Menschen mit chronischen Wunden und die Ausgestaltung von intra- und interprofessionellen geltenden Verfahrensregelungen empfohlen.

Erfahrungsbericht

  • Erfahrungen mit dem Einsatz polihexanidhaltiger Wundprodukte bei der Versorgung chronischer Wunden – Ergebnisse einer systematischen retrospektiven Untersuchung an 953 Patienten

    A. Möller, K. Kaehn, A. Nolte

    Das Städtische Klinikum Bielefeld Mitte setzt seit Ende 2004 routinemäßig spezielle Wundprodukte für die Behandlung chronischer Wunden ein: eine betain- und polihexanidhaltige Wundspüllösung und ein polihexanidhaltiges Wundgel. Nach zweieinhalb Jahren wurden im Rahmen der klinischen Anwendung die Heilungsverläufe von 953 Patienten und die Kompatibilität der polihexanidhaltigen Präparate mit verschiedenen Wundauflagen dokumentiert und ausgewertet. Aufgrund der positiven Daten und Erfahrungen wurde entschieden, die Produkte weiter einzusetzen.

Erfahrungsbericht aus Österreich

  • Interdisziplinäres Wundversorgungsteam für die hausinternen Stationen und Ambulanz

    S. M. Bruckner, P. Koo, T. Wild

    Derzeit gibt es keine standardisierte Methode der Wundversorgung. Das führt immer wieder zu Strukturproblemen bei den Abläufen in der Behandlung. Ein differenzierender Wissensstand, die fehlende gemeinsame Sprache und eine subjektive Einschätzung der Wundbe

    -urteilung führen zur Polypragmasie. Mit dem Aufbau eines Wundversorgungsteams, das sich aus einem Kern-, Kontakt- und Stations-Ambulanzteam zusammensetzt, und mit der Einführung sowie Umsetzung von Behandlungskonzepten, einer objektiven, standardisierten Wundanalyse und -dokumentation (z. B. mittels W.H.A.T.) sowie einer einheitlichen Struktur ist dieser Problematik entgegenzusteuern. Vorübergehend sind personelle, finanzielle und Zeitressourcen aufzuwenden, die jedoch längerfristig gesehen zu einer Steigerung des Nutzens bei gleichzeitiger Senkung der Kosten führen. Zu den angestrebten Zielen zählen weiterhin der Aufbau einer Wundambulanz, regelmäßige Schulungen des Personals, Evaluation und Validation der Patientenzufriedenheit sowie der vorgegebenen hausinternen Pro-zessabläufe. Die Datenerfassung und der Datentransfer bei Wundheilungsstörungen sollen nach einer standardisierten Vorgehensweise ablaufen. Damit den Patienten eine weiterführende, auf gleichem Standard bleibende Versorgung im extramuralen Bereich (= außerhalb des Krankenhauses) geboten werden kann, sind soziale Netzwerke und eine EDV-Vernetzung aufzubauen. Weiterhin bietet sich für das Haus die Möglichkeit, in Fachkreisen und in der Bevölkerung als „Eliteklinik für professionelle Wundversorgung samt Beratung und Schulung für Patienten und deren Angehörigen“ darzustellen. Durch die Aneignung von speziellem Fachwissen und durch engagierte Mitarbeit steigt nicht nur das persönliche Image des Personals, sondern dieses Fachwissen sichert auch den Arbeitsplatz und bietet Aufstiegsmöglichkeiten sowie Karrierechancen. Eingeschränkte Kommunikation und Kooperationen könnten zur Verlängerung des Patientenaufenthaltes beitragen, wodurch die Lebensqualität und Zufriedenheit des Patienten beeinträchtigt wird. Mit dem Aufbau eines „Wundversorgungsteams und der Einführung sowie Umsetzung eines Struktur- und Zeitplanes ist dieser Problematik entgegenzusteuern und ein positiver Kosten-Nutzen-Vergleich erzielbar.

Pflegelexikon

  • Wundauflagen, Teil 3: Feinporige Polyurethanschaum-/ Hydopolymerverbände und semipermeable Transparentfolienverbände

    K. Protz

Der „Erreger des Monats"

  • Pasteurella multocida

    A. Schwarzkopf

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Zertifizierte Wundseminare der ICW e. V. haben sich bewährt

    Neuerscheinung: Broschüre der ICW e. V. zur pAVK

    4. Pflegekongress und 2. Wundkongress in Bremen mit Besucherrekord

    10 Jahre Gandersheimer Modell

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Präsentation des Wundzentrum Hamburg e. V. in Los Angeles

Nachrichten des Wundverbundes Südwest e. V.

  • Bericht vom 11. Roundtable am 21.05.2008 in Offenbach

Kongressbericht

  • 10 Jahre Österreichische Gesellschaft für Wundbehandlung – Jubiläumstagung in Wien

    8. Bad Kissinger Akademiekongress vom 8.–10. April 2008

    CICATRIX-Jahreskongress 2008 in Stuttgart

Aktuelles

  • Versäumnisse der Politik zu Lasten der Patienten
  • Forschung zu Wundauflagen aus Kieselgelfasern
  • Forschungsarbeiten zu MRSA mit Semmelweis-Preis 2008 ausgezeichnet
  • Wundplattform.com im Juni 2008 online