MHP

Wundmanagement 4/2008

Übersichtsarbeit

  • Medikamente und Wundheilung

    K. Kröger

    Ältere multimorbide Patienten mit chronischen Wunden nehmen meist eine Vielzahl von Medikamenten ein, die das kardiovaskuläre Risiko reduzieren oder die Symptome chronischer Erkrankungen des Herzkreislaufsystems und des Stützapparats lindern sollen. Über die Wirkung dieser Medikamente auf die Wundheilung ist wenig bekannt. Die systematische Literatursuche zeigt, dass es nur zu einzelnen dieser Medikamente überhaupt Untersuchungen gibt.

    Die im vorliegenden Beitrag präsentierten Daten lassen nur wenige Aussagen zu. Danach gibt es keinen erkennbaren Grund solche Medikamente abzusetzen, um die Wundheilung zu fördern. Allenfalls könnte man bei Wunden, die gar keine Heilungstendenz zeigen, versuchsweise einen ACE-Hemmer gegen einen Kalziumantagonisten austauschen. Bei Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, einem Diabetes oder einer chronisch venösen Insuffizienz als Ursache der chronischen Wunde, kann versuchsweise die Gabe von ASS oder einem niedermolekularen Heparin angeraten sein. Bei Patienten mit einer chronischen Wunde und gleichzeitiger Immunsuppression kann versuchsweise die Gabe eines Kalziumantagonisten sinnvoll sein.

    Zusammenfassend ist die Behandlung chronischer Wunden als ein globales Behandlungskonzept zu verstehen. Daher ist zu fordern, dass in zukünftigen Studien zur Wundheilung immer eine sorgfältige Dokumentation aller Medikamente, auch wenn diese primär nichts mit der Wundheilung zu tun haben, erfolgen muss. Diese Komedikation könnte das Ergebnis der Studien wesentlich beeinflussen.

  • Einfluss der Schjilddrüse auf die Wundheilung

    H. Lahner

    Unter den endokrinologischen Erkrankungen können Schilddrüsenfunktionsstörungen, Cushing-Syndrom und Diabetes mellitus mit Störungen der Wundheilung einhergehen. Bei den Schilddrüsenfunktionsstörungen zeigen tierexperimentelle Daten eine Assoziation zwischen Schilddrüsenunterfunktion und verzögerter Wundheilung. Obwohl Studien zur Bedeutung von Schilddrüsenfunktionsstörungen und chronischen Wunden beim Menschen fehlen, sollte gerade auch bei chronischen Kranken mit schlecht heilenden Wunden an eine Hypothyreose gedacht werden. Als Screeningparameter eignet sich hierzu der TSH-Spiegel im Serum. Die Substitution des Schilddrüsenhormons erfolgt im Regelfall mit Levothyroxin in bedarfsgerechter Dosierung.

     

  • Thrombangiitis obliterans oder Bürger’sche Krankheit

    F. Santosa

    Die Thrombangiitis obliterans (TAO) ist eine entzündliche Gefäßerkrankung, deren Genese nicht geklärt ist. Ihre Diagnose kann nur nach Ausschluss anderer degenerativer oder entzündlicher Gefäßerkrankungen gestellt werden. Klinisch stehen schmerzhafte Ulzerationen an Händen und Füßen im Vordergrund, die jeden Wundtherapeuten vor eine große Herausforderung stellen. Die Schmerzhaftigkeit der Wunden erschwert die Wundversorgung und reduziert die Patientencompliance. Als wichtige Grundlage der Therapie wird der Stopp des Nikotinabusus angesehen. Darüber hinaus ist eine kausale Therapie der TAO nicht bekannt, so dass trotz optimaler Wundversorgung häufig über lange Zeiträume keine Wundheilung erreicht werden kann.

Pflegelexikon

  • Wundauflagen, Teil 1: Aktivkohlekompressen

    K. Protz

Der „Erreger des Monats"

  • Sprosspilze

    A. Schwarzkopf

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Vorstellung der neuen Vorstandsmitglieder der ICW e. V.

    Neues aus der Geschäftsstelle und den Arbeitsgruppen

    Treffen des Förderkreises der ICW e. V. am 14. Juli 2008

    Einladung zum 5. Pflegekongress und 3. Wundkongress 2009 nach Bremen

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Mitgliederversammlung vom 5. Juni 2008

Nachrichten des Wundverbundes Südwest e. V.

  • 13. Roundtable und Südwestdeutsche Gefäßtage in Karlsruhe

Aktuelles

  • WUWHS-Kongress 2008: Leitfaden zu einer besseren Wundversorgung veröffentlicht
  • Wundzentrum Harz am Klinikum Quedlinburg eröffnet
  • BVMed-Konferenz zur Qualität in der Wundversorgung
  • Pflegereform bringt höhere Leistungen und mehr Qualität
  • Neuer Masterstudiengang Pflegewissenschaft
  • Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) kann die Aufnahme von Substanzen in die Haut verstärken – eine Alternative zum Okklusivverband

Kongressbericht

  • Expertendebatte am 4. und 5. April in Hamburg

    18. Konferenz der European Wound Management Association (EWMA) vom 14.–16. Mai 2008 in Lissabon

    11. Jahrestagung der DGfW und 2. Wundkongress Koblenz