MHP

Wundmanagement 2/2009

Übersichtsarbeit

  • Sorgfaltsmangel bei der Dekubitusprophylaxe?

    B. Weber , H-J. Castrup

    Gemessen an der Dekubitusprävalenz in deutschen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen von bis zu 40 % werden Vorwürfe zur Dekubitusprophylaxe im Bereich der Gutachterkommission Nordrhein nur sehr selten vorgebracht. In den Jahren 2004 bis 2007 hat sich gegenüber den Jahren 2000 bis 2003 der Anteil der hierzu abgeschlossenen Verfahren von 0,5 Prozent auf 1,2 Prozent mehr als verdoppelt. Ausgewertet wurden Patientenvorwürfe in 5.466 Begutachtungsverfahren. Erfreulicherweise ging die in den Jahren 2000 bis 2003 mit 44 Prozent deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt der Verfahren liegende Behandlungsfehlerquote in den letzten 4 Jahren auf 27 Prozent zurück. Häufige Fehler im Krankenhaus sind die fehlende Einschätzung des Patienten, zu lange Lagerungsintervalle und mangelnde Befundkontrollen. Die Entstehung eines Dekubitus kann nicht in jedem Fall vermieden werden. Die Prophylaxe gehört zum Pflegestandard und ist als solche dokumentationspflichtig. Die Unterlassung der Dokumentation kann zur Beweislastumkehr im Hinblick auf den Schaden führen. Dem behandelnden Arzt obliegt es, durch ärztliche Anordnung und Kontrolle das individuelle Gefährdungsrisiko zu ermitteln, die erforderlichen Maßnahmen zu veranlassen und eine regelmäßige Kontrolle durchzuführen.

Fallbeispiel

  • Fallstudie: Kinästhetisch orientierte Bewegungsförderung bei Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom

    E. Kirchner*, H. Bauder-Mißbach, A. M. Eisenschink, E. Panfil*

    Diabetischem Fußsyndrom (DFS) leiden häufig unter erheblichen Bewegungseinschränkungen und damit verbundenen Selbstpflegedefiziten. Es liegen bisher keine systematischen Beobachtungen vor, die einen Zusammenhang der gezielten pflegerischen Bewegungsförderung bei Patienten mit DFS und deren Auswirkungen zeigen. Im Rahmen einer Einzelfallstudie wurde eine Bewegungsförderung nach dem kinästhetisch orientierten Viv-Arte®-Lernmodell bei einem Patienten mit DFS (63 Jahre, männlich) durchgeführt.

    Ergebnis: Insgesamt wurden sieben Behandlungen mit insgesamt 420 Minuten Dauer durchgeführt. Dabei verbesserten sich die Fehlstellungen in den Zehen und der Bewegungsscore reduzierte sich von 108 auf 37 Punkte. Schmerzen konnten deutlich gesenkt werden, Alltagshandlungen fielen dem Patienten zunehmend leichter.

    Diskussion: Der Verlauf der Einzelfallstudie zeigt die positive Auswirkung einer individuellen Bewegungsförderung auf bewegungsbezogene Parameter. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen sind notwendig, um systematisch die Auswirkungen der individuellen Bewegungsförderung auf Bewegung, Selbstpflegekompetenz und Wundheilung zu untersuchen.

Konsensus

  • Praxisorientierte Expertenempfehlung* zur Behandlung kritisch kolonisierter und lokal infizierter Wunden mit Polihexanid

    J. Dissemond, V. Gerber, A. Kramer, G. Riepe, R. Strohal, A. Vasel-Biergans, T. Eberlein

    Wundinfektionen sind besondere Herausforderungen in der Behandlung akuter und chronischer Wunden. Typische Komplikationen gefährden nicht nur den Erfolg der gesamten Behandlungsmaßnahmen, sie können Amputation nach sich ziehen oder sogar lebensbedrohlich werden. Mit Polihexanid steht eine in hohem Maße geeignete antimikrobielle Substanz zum Einsatz bei kritisch kolonisierten oder infizierten akuten und chronischen Wunden zur Verfügung. Diese Beurteilung geht insbesondere auf das breite antimikrobielle Spektrum, die gute Zell- und Gewebeverträglichkeit, die Bindungsfähigkeit an die organische Matrix, das niedrige Risiko von Kontaktsensibilisierungen und die wundheilungsfördernde Wirkung zurück. Weiterhin ist es unter Polihexanideinsatz bisher nicht zu nachgewiesenen Resistenzentwicklungen bei Erregern gekommen.

Pflegelexikon

  • Aspekte der Wundversorgung in der Palliativbetreuung

    K. Protz

Der „Erreger des Monats"

  • Bacillus cereus

    A. Schwarzkopf

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Bericht vom Dortmunder Wundforum am 18. Februar 2009

     

    Einladung und Tagesordnung zur Mitgliederversammlung

    am 7. Mai 2009 in Bremen

     

    Vorstellung der regionalen Arbeitsgruppe Dortmund

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Bericht vom „Wound Specialist Day“ in Zürich vom 26.2.2009

     

    Mitgliederversammlung des Wundzentrums Hamburg vom 5.3.2009

Nachrichten des Wundverbundes Südwest e. V.

  • Bericht über den 17. Roundtable des Wundverbundes Südwest e. V. vom 17.12.2008 in Konstanz

Aktuelles

  • 3. Wundtag im Rahmen des BNC-Kongresses in Nürnberg am 6. und 7. März 2009
  • Wundauflagen mit Wirkstoffdepots: Neue Behandlungsmethoden für chronische Wunden in Aussicht
  • Fortschritt für Diabetiker: Das Fußnetz wird ausgeweitet