MHP

Wundmanagement 3/2009

Originalarbeit

  • Kosten chronischer Wunden im G-DRG-System – eine Analyse ausgewählter Abrechnungsgruppen aus den Kalkulationsdaten des Jahres 2006

    J. Stausberg

    Chronische Wunden sind eine häufige und mit hohen Behandlungskosten verbundene Erkrankung. Sie entstehen als Komplikation von vaskulären (Ulcus cruris) oder Stoffwechselerkrankungen (diabetischer Fuß) sowie als Folge von Immobilität (Dekubitus). Aus den Kalkulationsdaten der German Diagnosis Related Groups (G-DRG) lassen sich auf aggregierter Ebene Rückschlüsse zu Kosten chronischer Wunden ziehen, falls diese Hauptanlass für eine Aufnahme ins Krankenhaus waren. Behandlungsfälle mit Dekubitus finden sich vorwiegend in der Hauptdiagnosekategorie (MDC) 9 „Krankheiten und Störungen an Haut, Unterhaut und Mamma“; Behandlungsfälle mit Ulcus cruris auch in der MDC 5 „Krankheiten und Störungen des Kreislaufsystems“. Während die mittleren Gesamtkosten der für beide Wunden relevanten Abrechnungsgruppen (den DRGs) im Vergleich zu allen operativen DRGs sowohl höher als auch niedriger liegen, ist der Anteil der OP-Kosten mit 5,8 % bis 18,5 % niedrig, der Anteil der Personalkosten Pflege mit 22,9 % bis 30,0 % hoch. Angesichts der somit relevanten Kosten von stationären Behandlungsfällen mit chronischer Wunde als Hauptdiagnose sollten die aktuellen Behandlungskonzepte auf ihre Effizienz überprüft werden. Insbesondere im Bereich der postoperativen Versorgung können Einsparpotenziale liegen.

     

    WundM 2009; 3 (3): 100–106.

Übersichtsarbeit

  • Diagnostik und Therapie chronischer Wunden bei Tumorpatienten und in der Palliativmedizin

    M. Heuer, M. Kloke, M. Henning, R. Hierner, W. Niebel*

    Eine der wichtigsten Aufgaben der Palliativmedizin ist die Versorgung von Krebspatienten in fortgeschrittenen Erkrankungsphasen. Diese zeigen häufig Hautulzera verschiedener Ausprägungen oder behandlungsbedürftige kutane Tumormanifestationen, wie z. B. exulzerierende Hautmetastasen, und/oder Abszesse und Fisteln. Wie behandelt man solche Wunden?

    Die Therapie dieser – oft chronischen – Wunden unterscheidet sich nicht grundsätzlich von der Wundbehandlung bei Patienten mit kurativem Therapieansatz. Allerdings steht bei der Behandlung von Palliativpatienten immer die Aufrechterhaltung und evtl. Verbesserung der Lebensqualität an erster Stelle. Hier haben die Wundversorgung und der Verbandswechsel so zurückzutreten, dass dem Patienten beim Verbandswechsel so wenig wie möglich Schmerzen bereitet bzw. der Patient belastet wird; auch sollte nicht um jeden Preis ein dem Wissensstand entsprechender Verbandswechsel durchgeführt, sondern in Sinne des Patienten auch einmal „improvisiert“ werden dürfen.

    Im nachfolgenden Artikel möchten wir deshalb eine Übersicht über den aktuellen Stand der praxisrelevanten Behandlungsmöglichkeiten und deren Einsatz geben. Darüber hinaus zeigen wir an einigen Beispielen, wie Tumor-bedingte Wunden chirurgisch behandelt werden können.

     

    WundM 2009; 3 (3): 108–115.

  • Praxisadaptierte medikamentöse Tumortherapie und Wundheilung

    J. Hense, M. Schuler

    Viele Medikamente zur Behandlung von Krebsleiden verzögern die Wundheilung von akuten Wunden (z. B. Operationswunden). Das gilt auch für die neue Medikamentklassen wie monoklonale Antikörper und Tyrosinkinaseinhibitoren. Da es wenige publizierte Daten zu diesen Effekten gibt, soll in dieser Arbeit ein Überblick zur Dosierung dieser Medikamente in Bezug auf geplante operative Eingriffe gegeben werden.

     

    WundM 2009; 3 (3): 116–119.

  • Wundbehandlung während der perkutanen Strahlentherapie

    E. Gkika, A. Wierlemann, C. Pöttgen*

    Die Pflege von Wundflächen unter der Strahlentherapie, die sich als akute Reaktion der Haut oder als Symptom der Tumor-assoziierten Destruktion der Haut manifestieren können, zielt vor allem auf die Verhinderung von Superinfektionen, die Vermeidung zusätzlicher Irritationen und die bestmögliche Förderung der Re-Epithelisierung. Zahlreiche Maßnahmen zielen auf die Prävention einer höhergradigen (CTC Grad 3) feuchten Desquamation. Das früher generell ausgesprochene Waschverbot ist zugunsten einer Pflege mit lauwarmem Wasser und milder Seife verlassen worden. Sind feuchte Desquamationen aufgetreten, gilt mittlerweile für die Lokaltherapie, dass ein feuchtes Mikromilieu bei der Wundbehandlung die Re-Epithelisierung durch Erleichterung der Migration von Epithelzellen fördert. Die zur Verfügung stehenden Verbandsmaterialien umfassen Schaumstoffe, Hydrogele, Hydrofasern, Hydrokolloide, Alginate und Folien, die entweder einzeln oder in Kombinationen verwendet werden. Besonderer Wert wird auf die leichte Ablösbarkeit der Verbände gelegt, um zusätzliche mechanische Irritationen der Wunde möglichst zu vermeiden und dem Patienten keine zusätzlichen Schmerzen zuzufügen. Komplexe Wundflächen sind in der modernen Strahlentherapie selten geworden. Unter fachgerechter Pflege bildet sich die Hautreaktion, auch höherer CTC Grade, regelhaft nach Abschluss der Strahlentherapie vollständig zurück, kann aber eine Abheilung von mehreren Wochen benötigen.

     

    WundM 2009; 3 (3): 120–123.

Fokus

  • Kommentar zum „Rote Hand Brief" Octenisept vom Januar 2009

    W. Sellmer

Pflegelexikon

  • Exsudatmanagement

    K. Protz

Der „Erreger des Monats"

  • Bacillus anthracis

    A. Schwarzkopf

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Der Diabetische Fuß – oder „wenn die Füße nicht mehr wollen“
  • Vorstellung der regionalen Arbeitsgruppe Bad Gandersheim

Kongressbericht

  • 9. Akademiekongress vom 10.-12.03.2009 in Bad Kissingen

Aktuelles

  • Parallelen zwischen Wundheilung und Krebs
  • Aktuelle Studie zur häuslichen Palliativversorgung von Tumorpatienten in Leipzig