MHP

Wundmanagement 5/2009

Übersichtsarbeit

  • Vermeidungsstrategie Majoramputation – Extremitätengefährdung durch Diabetisches Fußsyndrom (DFS)

    A. Risse, H.-U. Clever

    Die Vermeidung von Majoramputationen bei Menschen mit Diabetes Mellitus wäre einfach. Eine sachgerichtete Zusammenarbeit als Grundvoraussetzung und die geordnete Folge von sehr einfachen bis banalen Therapiemaßnahmen, die seit langem bekannt sind, wären die Bedingung. Bisher ist jedoch die flächendeckende Umsetzung des bekannten Wissens ausgeblieben. Weder Patientenvertretungen noch die ärztliche Selbstverwaltung haben in den letzten 4 Jahrzehnten, in denen das Wissen besteht, hier nennenswerte Erfolge erzielen können. Die Strukturierung müsste daher von außen kommen.

  • Vermeidung einer Majoramputation durch invasive Gefäßtherapie

    W. Lang, R. Zimmer

    Die chronische kritische Durchblutungsstörung der unteren Extremität führt unbehandelt fast unweigerlich zur Majoramputation. Auch Diabetiker sind davon betroffen, da diese relevante Stenosen und/oder Verschlüsse größerer Arterien aufweisen können. Die Wiederherstellung eines Fußpulses durch Lumen eröffnende Maßnahmen ist das Behandlungsziel mit der höchsten Priorität. Eine medikamentöse parenterale Therapie kann nur als adjuvante Behandlung bei fehlender Revaskularisationsmöglichkeit gesehen werden. Im Vergleich zu Patienten mit einer Claudicatio wird im Stadium der chronisch kritischen Ischämie die Indikation zur PTA auch im Bereich der Unterschenkelarterien häufiger gestellt, da die Langzeitoffenheitsraten wegen der reduzierten allgemeinen Lebenserwartung der Patienten in den Hintergrund treten. Die Gruppe mit den schlechtesten Ergebnissen der endovaskulären und operativen Therapie wird von den Patienten mit Diabetes und dialysepflichtiger Niereninsuffizienz gebildet. Bei ausgedehnten Befunden, schlechter Mobilität und reduzierter Lebenserwartung kann in diesen Fällen auch eine primäre Majoramputation indiziert werden.

  • Stellenwert der Prostanoide und der Stammzelltherapie bei kritischer Extremitätenischämie

    D. H. Walter

    Der folgende Artikel befasst sich mit vasoaktiven Substanzen und neuartigen vielversprechenden angiogenetischen Therapieformen wie einer autologen Stammzelltherapie bei Patienten mit kritischer Extremitätenischämie und fehlenden interventionellen oder operativen Revaskularisationsmöglichkeiten.

  • Wundmanagement nach Grenzzonenamputation und Minoramputationen

    H. J. Herberhold, M. Schoeneich, M. Bertolini, W. Tigges

    Neben der Polyneuropathie beim diabetischen Fußsyndrom sind die arteriellen Durchblutungsstörungen häufige Ursachen, die nicht selten zu Amputationen führen. Die Zahl der Gefäßeingriffe an Unterschenkel und Fußarterien (interventionell und chirurgisch) hat jedoch durch zunehmende Erfahrung an Bedeutung gewonnen. Hierdurch werden Major­amputationen zumindest an den gefäßchirurgischen Zentren seltener und das Amputationsniveau am Fuß verschiebt sich zu den distalen Grenzzonen- und Minoramputationen. Nach arterieller Gefäßrekonstruktion heilen 80–90 % der Grenzzonenamputationswunden ab Damit sind Gefäßeingriffe bei nachgewiesenen Durchblutungsstörungen überhaupt erst die Voraussetzung zur Durchführung von Knochen- und Weichgewebseingriffen. Man muss sogar fordern, dass vor jedem distalen Knochen- und Weichgewebseingriff arterielle Durchblutungsstörungen ausgeschlossen werden müssen. Eine raschere Wiederherstellung der Gehfähigkeit und eine frühzeitige Anpassung von Spezialschuhwerk oder Prothesenschuhen verkürzt die stationäre und ambulante Behandlungsdauer . Damit das Ergebnis einer bestmöglichen Gehfähigkeit und Rehabilitation jedoch dauerhaft erfolgreich sein kann, müssen die Technik der Amputation und die Technik der postoperativen Wundbehandlung modernen Konzepten folgen.

Blickpunkt

  • Auf einem Bein kann man nicht stehen … – oder doch?

    A. Vogt-Bolm

    Sie finden diese Frage in einer Fachzeitschrift mit dem Schwerpunktthema „Amputationen“ provokativ?

    Eine Amputation ist immer ein wesentlicher Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Menschen. Aufgrund ausgezeichneter Verfahren ist es heute möglich, Amputationen zu vermeiden, Patienten im Umgang mit Gefäßleiden, chronischen Wunden und/oder Diabetes umfassend aufzuklären, zu schulen, Angehörige zu informieren und einzubinden. Der Erhalt des Beines steht in der Gefäßmedizin glücklicherweise im Vordergrund.

    Leider sind jedoch nicht immer alle Bemühungen und Bestrebungen erfolgreich und eine Amputation wird sozusagen „ zur Methode der letzten Wahl“.

    Was erleben Patienten und Angehörige, die mit dieser Konsequenz eines langen Leidensweges konfrontiert werden? Wie sieht der Weg aus, der nun gegangen werden muss? Wo gibt es Hürden, Stolperfallen? Wer hilft über die Klippen? Wie gestaltet sich der Rehabilitationsverlauf nach einer Amputation? Ist eine Amputation das Ende oder kann sie auch Chance für Neuanfang und Perspektive sein?

    Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und werden, um ein „Leben danach“ führen zu können?

  • Zweitmeinung und Amputationsregister – Instrumente für eine Reduktion der Majoramputationen in Deutschland?

    W. Tigges, E. S. Debus

Fallbeispiel

  • Kasuistik: Erfolgreiche Sanierung eines MRSA-kontaminierten sakralen Dekubitus mit einem PHMB-haltigen Wundverband

    T. Eberlein

Pflegelexikon

  • Möglichkeiten der Wundreinigung

    K. Protz

Der „Erreger des Monats"

  • Leishmanien

    A. Schwarzkopf

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Fragebogen zu chronischen Wunden in Deutschland

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Wundtag und Gesundheitsmesse am 28. August 2009

Aktuelles

  • So weit die Beine tragen – wie Belastungen auf Beinprothesen wirken
  • Diabetesforschung will Amputationsrate verhindern
  • Homecare Leipzig: Fachausstellung und Kongress für vernetzte und intersektorale Patientenversorgung
  • Deutscher Wundkongress Bremen 2010: Call for Papers