MHP

Wundmanagement 6/2009

Übersichtsarbeit

  • Software zur digitalen Wunddokumentation: Marktübersicht und Bewertungskriterien

    U. Hübner, D. Flemming, A. Schulz-Gödker

    Ziel der vorliegenden Übersicht ist es, Kriterien zur Bewertung von elektronischen Wunddokumentationssystemen unter Berücksichtigung der Literatur zu entwickeln und diese exemplarisch auf die im Rahmen einer Internetrecherche identifizierten deutschsprachigen IT-Lösungen anzuwenden. Eine Gruppe von 39 Produkten wurde anhand folgender Kriterien – soweit Informationen auf den Webseiten des Herstellers oder über eine Testversion verfügbar waren – bewertet: Vollständigkeit, Einsatz von Fachsprachen und Skalen, statistische Auswertbarkeit, mobile Dokumentation, Integrationsfähigkeit der Inhalte in eine Pflegeprozessdokumentation und in eine multiprofessionelle Akte, Unterstützung der Verlaufsüberwachung, Auswertung von digitalen Wundfotografien und Einbindung von Wundexperten und gesichertem Wissen. Während sehr viele Produkte umfassende Angaben zum Wundassessment und zur Wundtherapie erlaubten, nahm deren Zahl hinsichtlich einer vollständigen Abbildung der Anamnese ab. Ebenso berücksichtigten viele Produkte die Darstellung des Verlaufs und ermöglichten, Wundfotos einzustellen. Viele Lösungen nutzten vorgegebene Begrifflichkeiten, ohne jedoch deren Herkunft offen zu legen. Integrationsfähig waren naturgemäß die Systeme, die ein Modul eines übergeordneten Gesamtsystems darstellten oder um weitere Module ergänzbar waren. Deutlich weniger Systeme waren in der Lage, die Daten statistisch auszuwerten, auf mobilen Endgeräten zu dokumentieren und die Kommunikation mit Experten herzustellen (Telehealth). Keines der Systeme bot die Möglichkeit, auf evidenz-basiertes Wissen explizit zuzugreifen. Die Herausforderung für die Hersteller besteht in den nächsten Jahren darin, den Mehrwert einer digitalen Dokumentation, wie Telehealth-Fähigkeit, Zugang zu Wissensquellen und Auswertbarkeit der Daten, durch Implementation entsprechender Funktionen in ihren Produkten deutlich zu machen und damit zu einer Qualitätsverbesserung der Wundversorgung beizutragen.

  • Die fotografische Wunddokumentation – Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

    S. Radünz, M. Henning, W. Niebel*

  • Computergestützte strukturierte Befundung am Beispiel der Wunddokumentation

    J. Ingenerf

    Mit zunehmenden Anforderungen hinsichtlich der rechnergestützten Mehrfachverwendung einmal erhobener Patientendaten steigt auch im Bereich der Pflege der Bedarf an einer geeigneten strukturierten Dokumentation. Während es aus Sicht der dokumentierenden und kommunizierenden Menschen durchaus Gründe für die Verwendung von Freitexten gibt, sind die sprachlich formulierten Inhalte für den Rechner kaum interpretierbar. Die Verwendung standardisierter Informationsmodelle und Terminologien werden deshalb mittelfristig auch in der Pflege Einzug halten, z. B. mit dem HL7 CDA (Clinical Document Architecture)- basierten elektronischen Pflegebericht. Dabei ist es wichtig, auch Nachteile und Gefahren zur Kenntnis zu nehmen, die sich bei kritikloser Verwendung der strukturierten Dokumentation ergeben. Einige Unterschiede in der Akzeptanz u. a. zwischen Ärzten und Pflegekräften sind dabei aufschlussreich.

  • Digitale Wunddiagnostik und -dokumentation mit W.H.A.T. als Basis für eine integrative Versorgung

    T. Wild*, T. Hölzenbein, T. Grechenig, M. Bernhart, A. Binder, B. Horn, S. Strobl, J. Unosson, M. Prinz, A. Wujciow

    In Zeiten der Hightechmedizin ist die Bedeutung der Wundbehandlung und vor allem der Wunddiagnostik förmlich vergessen worden. Unsere Analysen des derzeitigen Standes einer objektiven Wundbeurteilung und Dokumentation und der daraus abgeleiteten lokaltherapeutischen Versorgung zeigen eine nicht mehr akzeptierbare Situation. Diesem extrem wichtigen und aktuellen Thema haben wir uns in enger Kooperation zwischen Pflegepersonal und Ärzten angenommen. Das Resultat ist ein völlig neuartiges Analyse- und Dokumentationsprogramm, welches erstmals eine objektive Beurteilung der Wundheilung ermöglicht. Die Software hat den Namen „W.H.A.T. – Wound Healing Analysing Tool“ und ist weltweit das einzige, derartige Programm. Auf der einen Seite implementiert W.H.A.T. ein modernes elektronisches Dokumentationssystem, welches der handschriftlichen Dokumentation in ihren Möglichkeiten (statistische Auswertung zur Bedarfsplanung von Verbandsstoffen, Medikamenten, Liegezeiten) überlegen ist. Auf der anderen Seite sind alle Hautveränderungen (Wunden, Kathetereinstichstellen, Hämatome etc.) sowohl in ihrer morphologischen als auch in ihrer zeitlichen Veränderung quantifizierbar. Dabei wurde bei der Entwicklung der Notwendigkeit der integrierten Versorgung Rechnung getragen und kein rein wissenschaftliches Werkzeug geschaffen.

Pflegelexikon

  • Edukation von Betroffenen mit chronischen Wunden

    J. Forster

Der „Erreger des Monats"

  • ESBL

    A. Schwarzkopf

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Gemeinsame Tagung der ICW-Regionalgruppen in Bielefeld am 5.9.2009
  • Fragebogen zu chronischen Wunden in Deutschland
  • 10. Akademiekongress „Hygiene – Wunde – Pflege“ in Bad Kissingen am 16.–18.03.2010
  • Vorstellung der regionalen Arbeitsgruppe in Münster
  • ICW-Curriculum als Grundlage eines IV-Vertrages
  • Vorstellung der regionalen Arbeitsgruppe in Münster

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Mitgliederversammlung vom 3.9.2009

Nachrichten des Wundverbundes Südwest e. V.

  • 20. Roundtable am 29.9.2009 in Mannheim
  • 21. Roundtable am 7.10.2009 in Offenbach

Kongressbericht

  • Fachtagung mit Vorstellung eines IV-Vertrages am 21.10.2009 in Hannover
  • Pflegekongress in Wien am 24./25.9.2009
  • Niederrheinischer Pflegekongress am 9./10.9.2009 in Krefeld

Aktuelles

  • Aktuelles zur Kodierung des Dekubitus mit der ICD-10-GM
  • BVMed-Konferenz zur ambulanten Wundversorgung
  • Pflegemesse Leipzig und Homecare Leipzig: Teilnehmerrekord
  • 400 Wundassistenten DDG weitergebildet
  • MHH-Forscherin erhält 1,3 Mio. EUR, um Wundheilung zu untersuchen
  • Teststudium für den Master in Pflegewissenschaft in Witten/Herdecke