MHP

Wundmanagement 2/2010

Originalarbeit

  • Wirkung verschiedener Wundspüllösungen auf MRSA-Biofilme in Wunden im Tiermodell (Schwein)

    R. Perez, S. C. Davies, K. Kaehn*

    Hintergrund und Fragestellung: Die Rolle von Biofilm in schlecht heilenden Wunden wird zunehmend erkannt und diskutiert. MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ist ein guter Biofilmproduzent und wird häufig aus chronischen Wunden isoliert. Geeignete Maßnahmen zur Entfernung des Biofilms können die Wundheilung verbessern und zusätzlich die Verbreitung von MRSA eindämmen. Es wurde an einem Wundmodell untersucht, ob mit Hilfe einer einfachen Pflegemaßnahme, der Wundreinigung mittels Spülung, MRSA-Biofilm aus Hautwunden entfernt werden kann.

    Ergebnisse: Epidermale Hautwunden auf dem Rücken von Schweinen wurden mit MRSA beimpft und mit Polyurethanfolie abgedeckt, um für 24 Stunden einen Biofilm aufwachsen zu lassen. Die Wunden waren vier Gruppen zugeteilt. In drei Gruppen wurden die Wunden zweimal pro Tag mittels Spülung gereinigt: a) mit einer betain- und polyhexanidhaltigen Wundspüllösung, b) mit Ringer und c) mit steriler Kochsalzlösung. In der Kontrollgruppe unterblieb die Spülung der Wunden. Nach 48 bzw. 72 Stunden wurden je vier Wunden pro Gruppe beprobt. Die Mittelwerte der Keimzahlbestimmungen waren nach 48 und 72 Stunden in der Gruppe a) signifikant niedriger (p<0,05) als in den Vergleichsgruppen b) und c). Die Entfernung von MRSA-Biofilm ließ sich nur mit der betain- und polyhexanidhaltige Wundspüllösung nachweisen; die beiden Salzlösungen zeigten keinen vergleichbaren Effekt.

Übersichtsarbeit

  • Pathophysiologie und konservative Therapie des Charcot-Fußes

    R. Lobmann

    Die Osteoarthropathie ist eine relevante Komplikation des Diabetikers und stellt eine eigene Entität des Diabetischen Fußsyndromes dar. Die pathophysiologischen Grundlagen sind wichtig für die Früherkennung, Diagnostik und erfolgreiche Behandlung dieser ansonsten deletären Komplikation. Neben den klassischen neurotraumatischen und neurovaskulären Hypothesen zeigen neuere Forschungen einen signifikanten Einfluss des RANKL/OPG Systems bei der Entstehung des Charcot-Fußes. Die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen tragen dem zunehmend Rechnung um in einer interdisziplinären Zusammenarbeit grobe Fehlstellungen oder Amputationen zu vermeiden.

  • Wunddokumentation in der podologischen Praxis

    B. C. Peschke

    Durch den Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ ist es unumgänglich, den Podologen in ein interdisziplinäres Versorgungskonzept für Patienten mit akuten oder chronischen Wunden aufzunehmen. Der Podologe kommt in erster Linie mit dem diabetischen Fußsyndrom, einer der drei häufigsten Wundarten, in Berührung. Grundsätzlich ist die Wundversorgung eine multiprofessionelle Aufgabe. Wundheilung und eine Rezidivprophylaxe sind nur in enger Zusammenarbeit mit allen beteiligten Berufsgruppen zu erreichen. Eine angemessene Dokumentation mit einem hinterlegten Behandlungsstandard sollte die Qualität der Behandlung in einer interdisziplinären Versorgung sichern.

Blickpunkt

  • Selbstpflege zur Verhinderung eines Diabetischen Fußsyndroms: Eine empirische Studie

    E.-M. Panfil, H. Mayer, S. G. Schmidt

    Zur Verhinderung eines Diabetischen Fußsyndroms (DFS) ist neben dem Screening der Patienten auf ein Risiko zur Entwicklung des DFS und der Einleitung von Interventionen vor allem wichtig, dass Patienten entsprechende Selbstpflegemaßnahmen durchführen. Ziel der Studie war zu beschreiben, welche Selbstpflegemaßnahmen Patienten ausführen und Unterschiede zwischen Patientengruppen zu untersuchen. Eine Sekundäranalyse von Daten zur Entwicklung des Frankfurter Aktivitätenkatalogs der Selbstpflege zur Prävention des DFS – FASPräDiFuß – wurde durchgeführt. 269 Patienten mit Diabetes Typ 1 und Typ2 waren in die Studie eingeschlossen. Patienten mit mehr als drei Teilnahmen an Schulungsprogrammen führen eine adäquatere Selbstpflege durch als Patienten mit einem oder keinem Schulungsprogramm. Risikopatienten für die Entwicklung eines DFS zeigen eine bessere Selbstpflege hinsichtlich der professionellen Unterstützung der Fußpflege, führen aber keine bessere Selbstpflege hinsichtlich der Selbstkontrolle der Füße, Schuhe und Strümpfe durch. Besonders Risikopatienten für die Entwicklung eines DFS brauchen mehr Unterstützung bei der Durchführung von Selbstpflegemaßnahmen zur Prävention des DFS. Innerhalb der Anamnese sollten deswegen Patienten mit Selbstpflegedefiziten identifiziert und entsprechend unterstützt werden.

Pflegelexikon

  • Das Diabetische Fußsyndrom, Teil 2

    K. Protz

Der „Erreger des Monats"

  • Die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei scabiei

    A. Schwarzkopf

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Einladung zur Mitgliederversammlung 2010
  • Aktiventreffen der ICW 2010 vom 22./23. Januar in Quedlinburg
  • Wundkongress in Soest am 28. Januar 2010
  • Dortmunder Wund- und Diabetesforum vom 19./20. Februar

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Jahreshauptversammlung vom 4.3.2010
  • Veranstaltungen 2010

Veranstaltungsbericht

  • 10. Interdisziplinäre Jahrestagung des Netzwerkes „Diabetischer Fuß“ Hamburg

Aktuelles

  • Desinfektionsmittelkommission des VAH veröffentlicht aktuelle Liste
  • „Passt die Wunde ins Budget“ – Bremer Wundkongress 2010
  • Verordnungsfähigkeit moderner Wundversorgungsprodukte bleibt gewährleistet
  • „Ohne Priorisierung drohen GKV-Beiträge von bis zu 43 Prozent“
  • Offenes Bein? – Teilnehmer für Studie gesucht