MHP

Wundmanagement 1/2011

Aktuelles

  • RUB-Wundforscher ausgezeichnet: Defensine gegen diabetische Wunden
  • Gesunder Rücken in Pflegeberufen
  • BVMed-Newsletter „MedTech ambulant“ zur Wundversorgung
  • Bessere Heilungsverläufe durch neuartige responsive Verbände

Blickpunkt

  • Verschiedene Blickwinkel bei einem „komplizierten Fall“ – Welchen Vorteil hat interdisziplinäre Zusammenarbeit?

    M. Schmitt

    Die Ursachen und Entstehungsmechanismen nicht heilender Wunden sind vielfältig. Viele unserer Patienten haben eine Fülle an Begleiterkrankungen, die zusätzlich einen Einfluss auf die Wundheilung sowie auf die Lebensqualität der Patienten ausüben. Nicht immer ist ein invasiver Behandlungsansatz indiziert. Vielmehr ist die Ermittlung derjenigen Parameter, die die Lebensqualität der Patienten ausmachen, in den Vordergrund zu stellen. Es gilt gemeinsam mit dem Betroffenen ein Therapieziel zu formulieren, welches nicht zwingend das Abheilen einer Wunde bedeuten muss.

  • Der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege

    J. Stausberg

Originalarbeit

  • Kosten-Nutzen-Bewertung in der Versorgung chronischer Wunden – Clusteranalyse nach Dauer der Behandlung und Kostentypologie

    H. Janssen, R. Becker

    Einleitung: Die jährliche Inzidenz chronischer Ulzerationen liegt derzeit bei 8 Patienten pro 1.000 Einwohner. Für Deutschland bedeutet dies eine jährliche Neuerkrankungsrate in Höhe von etwa 650.000. Zur Weiterentwicklung effizienter Versorgung in der chronischen Wundversorgung wurde ein integrierter Versorgungsvertrag mit strukturierter Fallsteuerung eingeführt. Die zentrale Forschungsfrage war, welche Wirkungen werden durch die Integrierte Versorgung inkl. Fallsteuerung erzielt werden können.

    Methoden: Es wurde eine retrospektive Longitudinalstudie durchgeführt. Als Hauptdatenquelle wurden Routinedaten zur Patientendokumentation verwendet. Zudem wurden Daten aus der Datenbank des nationalen Wundregisters ausgewertet und Sekundäranalysen ausgeführt. In die Studie eingeschlossen wurde alle Patienten, die aufgrund einer chronischen Wunde im Rahmen des integrierten Versorgungsvertrages behandelt wurden (N = 291). Es fand eine Auswertung für mobile Patienten mit vollständiger Wundheilung statt (N = 240). Es wurde eine Clusterung nach Schweregrad mit der Behandlungsdauer als Gruppierungsmerkmal durchgeführt. Der Beobachtungszeitraum war von 2007–2010.

    Ergebnisse: Die Analysen ergaben, dass ca. 50 % der Patienten eine Behandlungsdauer < 58 Tage (1. + 2. Quartil) hatten, während ca. 25 % der Patienten eine Behandlungsdauer > 101 Tage aufwiesen (4. Quartil). Die entstandenen Behandlungskosten verlaufen analog zu den Ergebnissen und Divergenzen in der Behandlungsdauer chronischer Wunden. Das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen fällt für moderne Wundversorgung im Vergleich zu konventioneller Versorgung deutlich günstiger aus. Die Kosten durch Nichtnutzung der günstigeren Alternative (Opportunitätskosten) sind in der Wundbehandlung für die Gesamtpopulation markant (siehe Inzidenzrate) und liegen im Milliardenbereich.

    Diskussion: Alles in allem kann eine populationsbezogene Umsetzung Integrierter Versorgungskonzepte, die dem im Rahmen dieser Studie evaluierten Versorgungsmodell ähnlich sind, in der chronischen Wundversorgung aufgrund des günstigeren Kosten-Nutzen-Verhältnisses empfohlen werden. Es gilt jedoch auch im modernen Versorgungssetting längere Behandlungsdauern weiter zu beachten und tiefergehend zu untersuchen, um die Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit integrierter Versorgungskonzepte besser beurteilen und letztendlich sicherstellen zu können.

Übersichtsarbeit

  • Moderne Wundversorgung aus sozialepidemiologischer Perspektive

    R. Becker, K. Kröger

    Insgesamt ist die Datenlage zur Prävalenz und Inzidenz chronischer Wunden in Deutschland sehr unbefriedigend und es gibt kaum verlässliche Daten. Nur verlässliche Zahlen lassen jedoch verlässliche Bedarfsplanungen bezogen auf Kosten und Personaleinsatz zu. Die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden stellt eine komplexe Aufgabe dar, die nicht mit einzelnen, einfachen medizinischen oder pflegerischen Maßnahmen zu lösen ist, weil die Gründe für das Fortbestehen der Wunde selten monokausal sind und eine chronische Wunde zudem für jeden Betroffenen mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität einhergeht. Ein Lösungsansatz bildet die Umsetzung einer Integrierten Versorgung mit interdisziplinärer Kooperation zwischen den Leistungserbringern unter Aufhebung sektoraler Grenzen. Erste Ergebnisse solcher Integrierten Versorgungen zeigen positive Ergebnisse. So wird z.B. für das Kölner Netzwerk zum Diabetischen Fuß, das zwischen April 2003 und März 2004 471 Patienten betreute, eine Majoramputationsrate von nur 2,1% berichtet. Ob jedoch tatsächlich eine Steigerung der Qualität im Hinblick auf Medizin, Gesundheitsökonomie, Zeitmanagement und Patientenzufriedenheit gelingt, hängt entscheidend davon ab, wie das jeweilige Miteinander gestaltet ist und schwankt demgemäß zwischen Kontrolle und Erleichterung. Es gilt vor allem die Verständigung und Kooperation zwischen den beteiligten Berufsgruppen, eventuell mitpflegenden Angehörigen, Kostenträgern und den Hilfsmittelanbietern zu verbessern. Gleichzeitig ist eine klarere Abgrenzung der Verantwortlichkeiten notwendig; zum Einen, um die alltägliche patienten- bzw. klientenbezogene Handlungsfähigkeit zu verbessern, zum Anderen, um eine größere Rechtsklarheit im Streitfall zu schaffen.

Pflegelexikon

  • Verfahrensstandard zu immunologisch bedingten Wunden

    K. Herberger, K. Protz

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • EWMA-Dokument zu Wundstudien
  • Neues zur Rezertifizierung und Entwicklung für 2011
  • Aus den regionalen Arbeitsgruppen der ICW e. V.

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Mitgliederversammlung Wundzentrum Hamburg e. V. vom 2.12.2010

Nachrichten des Wundverbundes Südwest e. V.

  • 27. Roundtable des Wundverbundes Südwest e. V. auf Schloss Karpfenburg

Veranstaltungsbericht

  • 1. Symposium der Wundplattform.com in Wien
  • Wundmanagement und Implementierung – ein großes Thema auch in Südwest-Europa
  • Dermatologen Nachmittag in Göttingen