MHP

Wundmanagement 2/2011

Aktuelles

  • Schnappschüsse der Flächenverteilung des pH-Werts. Einsatz in Krebstherapie und Wundheilung möglich
  • Entwicklung einer Wundauflage für infizierte Wunden mit biotechnologischer und biologischer Antibiose
  • BVMed unterstützt Krankenhaushygienegesetz
  • Fördert psychologische Betreuung die Heilung nach der OP?

Blickpunkt

  • Hausärzte und Wundberater – Konfrontation oder Teamwork?

    K.-C. Münter

  • Diskussion auf Augenhöhe? Ärztinnen und Wundmanagerinnen im (Streit-)Gespräch – Lösungsansatz eines Kommunikationstrainers

    R. Suckert

  • Pflegediagnostik – Pflegetherapeutisches Instrument zur Förderung des Selbstmanagements von Menschen mit chronischen Wunden

    M. Gerber

  • Stellenwert der patientenbezogenen Kommunikation für den Heilungserfolg

    V. Gerber

Pflegeorientiertes Fallbeispiel

  • Pflegediagnostik als Unterstützung des Pflegeprozesses am Beispiel einer Patientin mit chronischen venösen Ulcera cruri in der ambulanten Pflege

    U. Wehrmann

Empfehlung

  • Einstufung von Risikowunden (Wounds at Risk; W.A.R. Score) und deren antimikrobieller Behandlung mit Polihexanid – eine praxisorientierte Expertenempfehlung

    J. Dissemond, O. Assadian, V. Gerber, A. Kingsley, A. Kramer, D. J. Leaper, G. Mosti, A. Piatkowski, G. Riepe, A. Risse, M. Romanelli, R. Strohal, J. Traber, A. Vasel-Biergans T. Wild, T. Eberlein*

    Bisher existieren keine allgemein akzeptierten Definitionen für infektionsgefährdete Wunden. In der klinischen Praxis werden bei fehlenden Vorgaben und Empfehlungen zu viele Wunden als infektionsgefährdet eingestuft. Daraus resultiert eine zu häufige und/oder zu langzeitige Anwendung antiseptisch wirksamer Produkte. Auf der Basis von Expertengesprächen und dem aktuellen Wissen wurde ein Bewertungsscore entwickelt, welcher nun eingeführt wird. Der Sinn dieses Wounds At Risk (W.A.R.) Scores soll es sein, die Entscheidungsfindung für die Anwendung von Antiseptika auf der Basis von Polihexanid zu erlauben. Insgesamt soll diese Empfehlung zur Begriffsklärung beitragen und Entscheidungshilfen zur sinnvollen Auswahl lokaler antimikrobieller Maßnahmen mit Fokus auf die Substanz Polihexanid bieten. Dies geschieht mit dem Ziel, Wundinfektionen zu verhindern. Der W.A.R. Score beruht auf einer klinisch orientierten Risikoerhebung unter Berücksichtigung der konkreten Patientensachverhalte. Die Indikation für den Einsatz von Antiseptika ergibt sich aus der Addition unterschiedlich zu gewichtender Gefährdungsursachen, für welche Punkte vergeben werden. Bei drei oder mehr Punkten ist eine antimikrobielle Behandlung zu rechtfertigen.

Übersichtsarbeit

  • Elektrostimulationstherapie chronischer Wunden: Evidenz zu Rationale, klinischer Wirksamkeit und Nutzen

    K. Herberger, T. Kornek, E. S. Debus, H. Diener, M. Augustin

    Hintergrund: Die Elektrostimulationstherapie (EST) hat sich in den letzten 10 Jahren zu einer klinisch bedeutsamen Therapieoption bei der Behandlung schlecht heilender Wunden entwickelt. Die Bewertung des Nutzens und der Wirksamkeit einer innovativen Methode wird anhand der Evidenz, das heißt der verfügbaren wissenschaftlichen Daten beurteilt. Die Datenlage zur Biologie und Physiologie der Elektrostimulation, der klinischen Wirkung und Verträglichkeit hat sich in den letzten Jahren verbessert.

    Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist eine systematische Literaturanalyse zur Evidenz der EST bei chronischen Wunden, unter folgenden Gesichtspunkten:

    1. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse bestehen bezüglich der zugrundeliegenden Effekte der Elektrostimulationstherapie auf die Wundheilung?

    2. Welche Evidenz findet sich für die klinische Anwendung der EST bei chronischen Wunden?

    3. Welche Empfehlungen werden in den internationalen Leitlinien zur Anwendung der Elektrostimulationstherapie bei chronischen Wunden gegeben?

    Methoden: Systematische Literaturrecherche auf dem Boden eines à priori- Suchprotokolls in den medizinischen Online-Datenbanken (Medline, Cochrane Library). Die Auswahl der Publikationen, die Datenextraktion und -bewertung erfolgte nach einem standardisierten Protokoll.

    Ergebnisse: Insgesamt wurden 699 Publikationen gefunden, davon erfüllten 75 die protokollgemäßen Einschlusskriterien. Es fanden sich Arbeiten zum Ulcus cruris (n = 11), diabetischen Fußulkus (n = 4) und zum Dekubitus (n = 6). Insgesamt wurden an die 1.000 Patienten mit Elektrostimulation behandelt.

    Die klinischen Studien wiesen mehrheitlich eine signifikante Wirksamkeit der EST bei den genannten Indikationen auf. 54 relevante grundlagenwissenschaftliche Arbeiten wurden identifiziert, in denen gezeigt werden konnte, dass die EST physiologisch günstige Effekte auf den Wundheilungsprozess hat. Es kommt zu einer Stimulation von Keratinozyten, Epithelzellen (n = 8 Arbeiten), Fibroblasten und Extrazellulärmatrix (n = 18) sowie der Chemotaxis auf Makrophagen und Granulozyten (n = 4). Weitere Effekte sind eine Steigerung der Perfusion und der Sauerstoffkonzentration, eine Reduktion des Ödems und des Wundschmerzes. Darüber hinaus konnte eine antibakterielle Wirkung nachgewiesen werden (n = 24 Arbeiten).

    Schlussfolgerungen: Für die EST liegt bei den verschiedenen Indikationen chronischer Wunden jeweils eine vergleichsweise hohe Evidenz der klinischen Wirksamkeit und zugleich eine pathophysiologische Rationale in der Wundtherapie vor. In Verbindung mit den insgesamt 9 positiven Bewertungen durch internationale Leitlinien kann die EST als evidenz-basierte Therapiemethode chronischer Wunden angesehen werden.

Pflegelexikon

  • Verfahrensstandards zum Umgang mit MRSA, Teil 1

    K. Protz

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Aktiventreff der ICW e. V. in Quedlinburg
  • Einladung zur Mitgliederversammlung 2011

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Mitgliederversammlung des Wundzentrums Hamburg e. V. am 3. März 2011

Veranstaltungsbericht

  • TIME- Die Zeit heilt alle Wunden
  • Paris und die Wundheilung
  • Wundsymposium TCW Ortenau – nicht die chronische Wunde, der Mensch steht im Mittelpunkt
  • 11. interdisziplinäre Jahrestagung des Netzwerkes „Diabetischer Fuß“