MHP

Wundmanagement 4/2011

Aktuelles

  • WOCN-Kongress in New Orleans vom 4-8.6.2011
  • Wundkompetenz-Zentrum Rhein-Main“ gegründet
  • Heilende Haut in der Petrischale
  • Schweizer Spitalpflege gehört zur «Top Liga»

Nachrichten des Wundverbundes Südwest e. V.

  • 28. Roundtable des Wundverbunds Südwest e. V. am 30.03.2011 in Karlsruhe

Nachrichten der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung

  • Master of Advanced Studies MAS) in Wound Care

Nachrichten der Österreichischen Gesellschaft für Wundbehandlung

  • 13. Jahrestagung der AWA in Salzburg

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • 15.000ster Absolvent der ICW/TÜV Wundkurse
  • Deutscher Wundkongress/ Bremer Pflegekongress auch 2011 ein wichtiges Informations und Diskussionsforum
  • ICW-Kongress Süd geht 2012 nach Würzburg
  • ICW e. V hat jetzt auch die ersten Mitglieder in China
  • Neues aus der ICW e. V.

Hygiene in der Wundversorgung

  • Hygienerecht – Von Änderungen, Wünschen und praktischen Auswirkungen

    A. Schwarzkopf

Pflegelexikon

  • Ulcus cruris venosum – Möglichkeiten der Patientenedukation

    K. Protz

Pflegepraxis

  • FIT Nursing Care – Eine Internet-Plattform zur Unterstützung evidenzbasierter Pflege und Wundversorgung

    E. M. Panfil, N. Ivanovic

    Pflegende sind verpflichtet, Pflege­empfänger auf dem aktuellen Stand des Wissens zu pflegen. Fehlende Ressourcen erschweren jedoch die Identifikation von relevantem Wissen. Die Internetplattform FIT-Nursing Care (www.fit-care.ch) bietet hierzu eine Lösung. FIT-Nursing Care stellt in deutscher Sprache aktuelle und wichtige Studien in bewerteter, kurzer, praxisnaher und verständlicher Form vor. Zusätzlich werden klinische Fragen auf Basis von Studien beantwortet und Informationen zu wichtigen (inter)nationalen Leitlinien zur Verfügung gestellt. Das Portal ist über ein Abonnement zugänglich.

Originalarbeit

  • Der Wund-Debrider: Eine neue Technik mit Monofilamentfasern*

    G. Hämmerle, H. Duelli, M. Abel, R. Strohal

    Das Débridement ist der unverzichtbare erste Schritt, um den Aufbau von neuem Gewebe im Rahmen der Behandlung chronischer Wunden einzuleiten. In dieser ersten Machbarkeitsstudie wurde eine neue Methode zum mechanischen Débridement eingesetzt. Der Debrider basiert auf einer Technologie mit speziellen Monofilamentfasern, die in einem textilen Faserverbund eingebettet sind. In dieser Studie wurden die Effizienz, Sicherheit und lokale Verträglichkeit an chronischen Wunden untersucht. In den Wunden aller 11 Patienten fand sich Debris (z. B. Biofilm-artige Beläge, stark visköse Beläge („slough“), nekrotische Krusten, hyperkeratotische Beläge). Der Debrider wurde mit physiologischer Kochsalzlösung angefeuchtet und ohne Kraftaufwand mit nur leichtem Anpressdruck angewendet. Die Wunden waren durchschnittlich innerhalb von 2–4 Minuten débridiert. Durch das sanfte Débridement mit dem Debrider kam das gesunde Granulationsgewebe zum Vorschein, wobei selbst kleine Epithelinseln erhalten blieben. Es traten keine Schmerzen oder andere Nebenwirkungen auf. In elektronenmikroskopischen Aufnahmen zeigte sich, dass der Debrider die gelösten Beläge und Keratosen, sowie das abgestorbene Gewebe aus der Wunde größtenteils in den Faserverbund aufgenommen hatte. Zusätzlich beurteilte ein Chirurg Fotografien vor und nach dem Débridement mit dem Debrider (verblindetes Verfahren). Alle Resultate zur neuen Débridement-Methode wurden als „sehr gut“ (beste Kategorie) bewertet. Auf Grund der vorliegenden Daten lässt sich für dieses Basiskonzept daher als Ergebniss zusammenfassen, dass die neue Débridement-Methode einfach, schnell, sehr effizient, gut verträglich und kostengünstig ist.

     

    * Dieser Artikel ist ein Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des British Journal of Nursing und ist im Original in British Journal of Nursing, 2011 (Tissue Viability Supplement), Vol 20, No 6, 35–42, erschienen.

Übersichtsarbeit

  • Das Ulcus cruris venosum

    K.-Chr. Münter

    Das venöse Ulcus cruris entsteht auf dem Boden einer chronischen venösen Insuffizienz, die ihrerseits Ursachen sowohl im tiefen, wie im oberflächlichen Venensystem oder im System der Perforanten haben kann. Der Ursache entsprechend, ist das wichtigste Therapieprinzip die stringente Kompression. Chirurgische Maßnahmen sollten, wo immer möglich, in der Therapie berücksichtigt werden, um Rezidive zu verhindern. Zusätzliche physikalische Therapieverfahren haben sich bewährt. Nach Abheilung des Ulkus sollte eine konsequente Prophylaxe durch das Tragen von Kompressionsstrümpfe und geregelte Bewegung durchgeführt werden.

  • Genese des Ulcus cruris

    J. Dissemond

    Es wird geschätzt, dass in Deutschland etwa 1 % der erwachsenen Bevölkerung an einem Ulcus cruris unterschiedlichster Genese leidet. Auch wenn die chronische venöse Insuffizienz bei ca. 65 % aller Patienten mit einem chronischen Ulcus cruris pathophysiologisch relevant ist, so ist doch die Kenntnis der relevanten Differenzialdiagnosen insbesondere bei therapierefraktären Verläufen von entscheidender Bedeutung. Es existieren neben pathologischen vaskulären Erkrankungen wie beispielsweise der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit auch neuropathische, metabolische, hämatologische und exogene Faktoren sowie Neoplasien, Infektionen, Medikamente, genetische Defekte und primäre Dermatosen, die ein Ulcus cruris verursachen können.

    Für eine dauerhaft erfolgreiche Behandlung der Patienten mit einem chronischen Ulcus cruris ist es von entscheidender Bedeutung alle relevanten Faktoren der Genese zu diagnostizieren, um eine kausal ansetzende, interdisziplinäre Therapie zu ermöglichen.

  • Kompressionstherapie – ohne Wicklung keine Entwicklung

    K. Protz

    Die Kompressionstherapie kommt unter anderem zum Einsatz beim Ulcus cruris venosum und dessen Rezidivprophylaxe. Zunächst ist die Durchblutungssituation durch die Ermittlung des Knöchel-Arm-Druck-Index zu klären. Die Durchführung erfolgt durch eine an den klar definierten Kompressionsklassen orientierte Wickelung, die später durch Bestrumpfung abgelöst werden kann. Spezielle technische Hilfsmittel ermöglichen eine Kompressionsdruckmessung zur genauen Definition des erreichten Anlagedrucks. Als Materialien der Kompressionstherapie stehen Binden, Strümpfe, Strumpfsysteme und unterstützend die Apparative Intermittierende Kompression zur Verfügung. Wesentlich für den Erfolg ist nicht nur die die sach- und fachgerecht durchgeführte Wickelung; denn ohne Miteinbeziehung des Patienten kann nichts erreicht werden. Aufklärung, Schulung und Motivation des Betroffenen sind daher Voraussetzung der erfolgreichen Kompressionstherapie.

  • Aktuelle Studienlage/Evidenz der Kompressionstherapie des Ulcus cruris venosum

    R. K. C. Moritz, S Reich-Schupke, P. Altmeyer, M. Stücker

    Die chronische Veneninsuffizienz ist eine Erkrankung, von der ein großer Teil der Bevölkerung betroffen ist und deren schwerste Komplikation das Ulcus cruris venosum darstellt. Es existieren zahlreiche Therapiemethoden, als evidenzbasiert können jedoch bislang nur die ursächliche Therapie der venösen Insuffizienz mittels operativer Verfahren bzw. interventioneller Verfahren wie die Sklerosierungstherapie sowie die konsequente Kompressionstherapie bezeichnet werden.

    Die Kompressionstherapie stellt die Basistherapie für alle Patienten mit venös bedingten Ulzerationen der unteren Extremität dar. Es besteht eine breite Auswahl an Kompressionsbandagierungsmethoden, Kompressionsstrümpfen und auch Verfahren der intermittierenden pneumatischen Kompression (IPK). Es haben sich dabei Mehrlagenverbände und spezielle Ulkus-Kompressionsstrümpfe als vorteilhaft für die Wundheilung gegenüber konventionellen Verfahren wie Verbänden mit Kurzzugbinden erwiesen. Auch für die IPK besteht bereits Evidenz bei der Therapie des Ulcus cruris venosum, sie gilt derzeit als valide Zusatzmaßnahme bei Versagen der konventionellen Kompressionsmethoden.

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Mitgliederversammlung vom 16. Juni im Fährhaus Zollspieker Hauptdeich