MHP

Wundmanagement 5/2011

Aktuelles

  • 4. Freiburger Wundsymposium „Wundbehandlung in Grenzbereichen“
  • Deutschlandweites Register zu Wund- und Hygienemanagement gestartet
  • Fußnetz Nordrhein: Bilanz nach sechs Jahren
  • Pflege im XXL-Format
  • DGA zeichnet junge Wissenschaftler aus

Nachrichten des Wundzentrums Hamburg e. V.

  • Mitgliederversammlung am 01.09.2011 im Universitätskrankenhaus Eppendorf

Nachrichten des Wundverbundes Südwest e. V.

  • 29. Roundtable des Wundverbundes Südwest e. V. am 06.07.2011 in Stuttgart

Nachrichten der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung

  • Vorstellung des Vorstandes der SAfW

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Das Wundsiegel der ICW e. V.
  • Neues aus den regionalen Arbeitsgruppen – AG Soest
  • Das Institut Schwarzkopf im Netz

Hygiene in der Wundversorgung

  • Änderungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) – Fragen bleiben offen

    A. Schwarzkopf

Pflegelexikon

  • Wundversorgung – was ist verordnungs- und erstattungsfähig

    K. Protz

Aus der Praxis

  • Klinische Leistung eines neuen Produkts zum Wunddebridement mit Monofilament-Fasern

    S. Bahr, N. Mustafi, P. Hättig, A. Piatkowski, G. Mosti, K. Reimann, M. Abel, V. Dini, J. Restelli, Z. Babadagi-Hardt, F. Abbritti, T. Eberlein, T. Wild, K. Bandl, M. Schmitz

    Ziel: Untersuchung der Leistung des Wund-Debridements (das Erreichen von 100 % Granulationsgewebe auf dem Wundbett) mit einem neuen Produkt aus Monofilament-Fasern (Debrisoft).

    Methode: Diese multizentrische, prospektive Beobachtungsuntersuchung bewertete die Debridement-Leistung, Verträglichkeit, Patientenfreundlichkeit und Anwenderzufriedenheit dieses neuen Produktes. Außerdem wurde die Zeit, die für die Durchführung des Debridements erforderlich war, aufgezeichnet. Das neue Produkt wurde entweder mit physiologischer Kochsalzlösung oder Polihexanid-Lösung befeuchtet und zwei bis vier Minuten auf der Wunde angewendet, die danach wie gewohnt mit Wundverbänden versorgt wurde. Das klinische Ergebnis wurde von einem im Wundmanagement ausgebildeten Therapeuten bewertet. Zusätzlich wurden vor und nach der Anwendung aufgenommene Bilder durch diesen Mediziner verblindet ausgewertet. Die Debridement-Ergebnisse, die mit dem Testprodukt erreicht wurden, wurden mit den Ergebnissen anderer Debridement-Methoden mit demselben Bewertungssystem verglichen, sowohl nicht-chirurgische als auch chirurgische Methoden aus einer elektronischen Datenbank.

    Ergebnisse: 60 Patienten mit chronischen Wunden, bei denen ein Debridement erforderlich war, wurden in die Studie eingeschlossen, von diesen wurden 57 in die Analyse einbezogen. Das Debridement war in 93,4 % (142/152) der Fälle effektiv und das Produkt verblieb in 95,4 % (145/152) der Fälle intakt. Im Durchschnitt betrug die Zeit für jedes Debridement 2,51 Minuten, also erheblich weniger als für die aktuell in den Untersuchungszentren angewandten Debridement-Methoden. Sichtbare Beläge und Wundflüssigkeit wurden mit dem Testprodukt erfolgreich entfernt. Die Patienten erlebten in 45 % der Fälle während der Behandlung keinerlei Schmerzen und in 55 % der Fälle leichtes Unbehagen (Diskomfort) während einer kurzen Zeitspanne (2,0 Minuten im Durchschnitt).

    Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen das Potenzial dieses Monofilament-Faserprodukts auf, verschiedene Methoden des Debridements zu ersetzen, vor allem aufgrund seiner Debridement-Leistung, der Kürze der Behandlung, der Einfachheit der Anwendung und des Wohlbefindens für den Patienten.

Blickpunkt

  • Versorgung von Patienten mit morbider Adipositas in einem multidisziplinären Konzept ambulanter und stationärer Behandlung

    U. Bonacker

    Der rasante Anstieg der Anzahl adipöser Menschen in Industrie- und Schwellenländern ist eine neue Herausforderung für alle im Gesundheitswesen tätigen Fachleute. Das mangelnde Bewusstsein für die Notwendigkeit der Prävention und das Versagen der konservativen Therapie bei einem BMI > 40 erhöhen die Nachfrage nach bariatrischen Operationen. Als ein Element eines Gesamtkonzeptes ermöglichen sie eine drastische Gewichtsreduktion innerhalb von Monaten, bei gleichzeitigem Rückgang der Komorbiditäten. Vorraussetzung für die Nachhaltigkeit dieser Maßnahme ist dieEinbindung der Patienten in ein strukturiertes Nachsorgekonzept mit verbindlichem Charakter.

Übersichtsarbeit

  • Auswirkungen der Adipositas auf die Entstehung von Wunden

    W. Tigges

    Adipositas wird als eine Ansammlung vermehrten Fettgewebes bezeichnet und ist als solche eine Steigerungsform des Übergewichts. Das Normalgewicht wird unter BMI-Einteilungen (BMI= Quotient aus Körpergewicht und Körpergröße zum Qudarat) bis 25 definiert, das Übergewicht bis 29,9, Adipositas ab BMI 30 und die Adipositas per magna ab BMI 40.

    Erst in den vergangenen Jahren ist der Forschung gelungen, wesentliche hormonaktive Reaktionen des Fettgewebes zu erfassen, die durch die Adipositas verändert und in dem Bezug zu pathophysiologischen Veränderungen noch nicht in allen Einzelheiten hinreichend erklärt werden kann. In diesem Zusammenhang ist die Entstehung oder die Begünstigung chronischer Wunden durch die Adipositas, insbesondere der Adipositas per magna als ein multifaktorielles Geschehen zu sehen, das durch die Vielzahl der Einzelkomponenten in unterschiedlicher Ausprägung individuell getriggert werden kann. Für jeden Therapeuten in der Behandlung chronischer Wundverläufe ist es deshalb wichtig, sich die Zusammenhänge zu verdeutlichen, die durch die Adipositas in unterschiedlicher Weise Einfluß auf den Verlauf einer Wundbehandlung nehmen können. Neben der therapeutischen Beeinflussung ist auch für die Prävention zur Verhinderung neuer Wunden die Therapie einer Gewichtsreduktion ursächlich in die Überlegungen einzubeziehen. Dazu sollten Infomationen in der Therapie der Adipositas, konservative wie chirurgische Therapiemaßnahmen bekannt sein, um den Patienten in entsprechende Netzwerkstrukturen einzubringen. Das Ziel einer langfristig wirksamen Reduktion des Körpergewichts kann nur durch ein Team aus unterschiedlichen Disziplinen und Professionen erreicht werden, und muß für jeden Patieneten individuell festgelegt werden.

  • Adipöse Patienten mit einem Ulcus cruris venosum: Möglichkeiten und Grenzen der Kompressions- therapie, eine Herausforderung für Pflegefachkräfte, Ärzte, Therapeuten und den Patienten

    C. Hampel-Kalthoff, F. Schümmelfeder

    Kompression ist bei der chronisch venösen Insuffizienz (CVI) eine der Haupttherapiesäulen. Im Alltag tragen aber nicht immer alle Betroffenen regelmäßig diese unbequemen Maßnahmen mit. Adipöse Patienten stellen Therapeuten zusätzlich noch vor besondere anatomische Herausforderungen. In diesem Artikel werden einige Ansatzmöglichkeiten aufgezeigt, damit ein gutes therapeutisches Ergebnis erzielt wird. Dabei ist die Einbeziehung und Beteiligung des Betroffenen bei der individuellen Zielsetzung besonders wichtig.

  • Übersicht über die chirurgischen Maßnahmen der Gewichtsreduktion beim adipösen Patienten – Differenzialindikation der Methoden

    H. Tigges

    Einleitung: Adipositas stellt weltweit ein zunehmendes medizinisches, aber auch sozioökonomisches Problem dar. Konservative Therapieverfahren werden als primäre Therapieoption angesehen. Operative Therapieverfahren kommen erst bei Patienten mit einem Body Mass Index (BMI) ≥ 35 kg/m2 und gleichzeitigem Vorliegen von Konsekutiverkrankungen der Adipositas in Betracht oder bei einem BMI von ≥ 40 kg/m2, wenn konservative Therapien erfolglos geblieben sind oder keine Erfolgsaussichten mehr bieten.

    Methoden/Ergebnisse: Als bariatrische Standard-Operationsverfahren werden die laparoskopische Magenbandimplantation (Gastric Banding), die laparoskopische Sleeve-Resektion des Magens (Schlauchmagen), die laparoskopische Y-Roux Magen-Bypass Anlage und die laparoskopische Biliopankreatische Diversion mit Duodenal Switch (BPD-DS) angesehen. Die Auswahl des Operationsverfahrens und die operative Strategie sollte verschiedene Faktoren berücksichtigen: Medizinische Aspekte, therapeutische Aspekte und patientenbezogene Aspekte.

    Schlussfolgerung: Entscheidend ist, dass die Auswahl für ein operatives Verfahren zur Gewichtsreduktion individuell angepasst sein muss. Es gibt keine isolierte bariatrische Operation, die für alle morbid adipösen Patienten als Goldstandard angesehen werden kann. Es ist die Aufgabe des bariatrischen Chirurgen, den Patienten umfassend zu beraten und aufzuklären und gemeinsam mit dem Patienten nach entsprechender interdisziplinärer Vordiagnostik ein operatives Verfahren zur Gewichtsreduktion verantwortungsvoll auszuwählen.

  • Kollagen in der Wundbehandlung

    P. Al Ghazal, J. Dissemond

    In Deutschland leiden circa 2–3 Millionen Menschen an einer chronischen Wunde unterschiedlicher Genese. Eingebunden in eine kausal ansetzende Therapie nimmt die feuchte Wundbehandlung mit modernen Wundauflagen einen wichtigen Stellenwert in der Behandlung dieser Patienten ein. Eine interessante Gruppe von Wundtherapeutika besteht aus xenogenen Kollagenen, die als temporärer Dermisersatz sowohl für die Förderung der Granulation als auch für die Induktion der Reepithelisation bei stagnierender Wundheilung eingesetzt werden können. Kollagen soll in der Wundbehandlung den neu gebildeten Keratinozyten als Matrix dienen und insbesondere die überschüssigen Matrixmetalloproteasen binden um somit das Ungleichgewicht zwischen anabolen und katabolen Prozessen positiv zu beeinflussen. In diesem Übersichtsartikel wird die aktuelle Studienlage mit den wesentlichen Vor- und Nachteile des Einsatzes von Kollagen in der Behandlung chronischer Wunden vorgestellt. Ein wesentliches Problem bei der Beurteilung der vermittelten klinischen Effekte sind die überwiegend ausschließlich aus in vitro untersuchten zugrundeliegenden Wirkungsweisen der Kollagene. Es existieren bislang nur wenige klinische Studien, die eine eindeutig verkürzte Abheilungsdauer im Vergleich zu dem Einsatz konventioneller Wundheilungsprodukte belegen. Die praktischen Vorteile von Kollagenen sind beispielsweise die einfache Applikation, der hämostyptischen Effekte sowie der weitestgehende Schmerzfreiheit bei der Anwendung d zu sehen.

    Obwohl sicher noch mehr und bessere klinische Daten zu den Wirkungsweisen von Kollagen in der Wundbehandlung gefordert werden müssen, kann der gezielte Einsatz von Kollagenprodukten bereits heute als wichtiger Bestandteil eines modernen Konzeptes in der Behandlung insbesondere von therapierefraktären chronischen Wunden gesehen werden.

Veranstaltungsbericht

  • 3. Wundsymposium Moers am 16.07.2011
  • 16. Weltkongress der Internationalen Vereinigung für Chirurgie der Adipositas/ Stoffwechselerkrankungen (IFSO 2011) Die weltweite Ad