MHP

Wundmanagement 1/2012

Aktuelles

  • Regensburger Konsens-Papier beim Wundkongress verabschiedet
  • BVMed-Broschüre „Einsatz von hydroaktiven Wundauflagen" neu
  • Der ZFD informiert: 10 Jahre Podologengesetz

Originalarbeit

  • Bedeutung einer Silber freisetzenden Lipidokolloid-Wundauflage beim venösen Ulcus cruris mit Entzündungszeichen, die auf eine starke Bakterienbesiedlung hinweisen: Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie

    I. Lazareth, S. Meaume, M. Léa Sigal-Grinberg, P. Combemale, T. Le Guyadec, A. Zagnoli, J. -L. Perrot, A. Sauvadet, S. Bohbot

    Ziel: Die klinische Bedeutung von Silber bei der Behandlung chronischer Wunden ist nicht umfassend nachgewiesen. Hauptziel der vorliegenden klinischen Studie war die Untersuchung der Fragestellung, inwieweit eine neue Silber freisetzende Lipidokolloid-Wundauflage das Abheilen eines venösen Ulcus cruris mit auf eine starke bakterielle Besiedlung hinweisenden Entzündungszeichen und verzögerter Heilung im Vergleich zur gleichen Wundauflage ohne Silbersalz fördern kann.

    Methode: Es handelte sich um eine unverblindete, randomisierte, kontrollierte Studie, die Fälle von venösem Ulcus cruris mit mindestens 3 von 5 auf eine starke bakterielle Besiedelung hinweisenden klinischen Zeichen rekrutierte. Die Patienten wurden 4 Wochen lang mit Silber-Lipidokolloid-Wundauflagen 1(*) (CLS für engl. „contact layer silver dressing“) oder Lipidokolloid-Wundauflagen (**) (CL für „contact layer dressing“) behandelt. Anschließend wurden alle behandelten Ulzera über weitere 4 Wochen mit CL behandelt. In den ersten vier Wochen erfolgten wöchentlich und anschließend in den Wochen 6 und 8 Beurteilungen der Wunden und Bestimmungen der Wundfläche. Hauptwirksamkeitsendpunkt war die absolute Verkleinerung der Wundfläche (AD) in Woche 4 und Woche 8.

    Ergebnisse: Es wurden 102 Patienten randomisiert und behandelt. Die Ulzera bestanden seit durchschnittlich fast 11 Monaten, bei 65 % handelte es sich um rezidivierende Ulzera und die mittlere Ulkusfläche betrug 20,0 ± 17,8 cm2. Fast 80 % der behandelten Fälle von venösem Ulcus cruris stagnierten/verschlechterten sich unter der vorherigen Behandlung. In Woche 4 hatte die mittlere Oberfläche in der CLS-Gruppe um 6,5 ± 13,4 cm2 (Median: 4,2 cm2) und in der CL-Gruppe um 1,3 ± 9,0 cm2 (Median: 1,1 cm2) abgenommen (p = 0,023). In Woche 8 betrug die mediane Abnahme 5,9 cm2 vs. 0,8 cm2 (p = 0,002), was einer prozentualen Verkleinerung der Wunde um 47,9 % bzw. 5,6 % entspricht (p=0,036). Die mediane Wundheilungsgeschwindigkeit betrug in der vierten Woche 0,145 vs. 0,044 cm2/Tag (p = 0,009) und blieb in der CLS-Gruppe auch nach Wechsel auf eine CL-Wundauflage bei diesen Patienten bis Woche 8 höher (p = 0,001). Die Odds-Ratio (multinominale logistische Regression) für die Wahrscheinlichkeit für eine Verkleinerung der Wundfläche um ≥ 40 % betrug bei den mit Silber behandelten Ulzera 2,7 (95 %-KI: 1,1 bis 6,7; p = 0,038). Die Verträglichkeit der Wundauflagen war in beiden Gruppen gut.

    Schlussfolgerung: Eine 4-wöchige Behandlung mit einer Silber freisetzenden Lipidkolloid-Wundauflage fördert einen dauerhaften Anstieg der Wundheilungsgeschwindigkeit bei venösem Ulcus cruris mit auf eine starke bakterielle Besiedelung hinweisenden Entzündungszeichen.

Fallbeispiel

  • Erfahrungen mit einer glukoseoxidasehaltigen Wundauflage (sog. aktive Sauerstoff-Wundauflage) bei chronischen Wunden

    P. Davis, L. Wood, J. Wilkins, B. Baum

    Zielsetzung: Felderfahrung mit einer neuartigen Technologie für Wundauflagen bei einer großen Anzahl chronischer Wunden zu gewinnen.

    Methode: Durchgeführt wurde ein offenes, internationales, nicht-vergleichendes Fallstudienprogramm mit besonders hartnäckigen chronischen Wunden verschiedenster Ätiologie, bei dem durchweg die neuartige Wundauflage Oxyzyme (ein zweiteiliges glukoseoxidasehaltiges Hydrogel-Wundauflagen-System) eingesetzt wurde.

    Ergebnisse: Das Fallstudienprogramm umfasst 50 Fälle in Deutschland von denen 35 vollständig abgeschlossen sind. Bei den 35 in Deutschland abgeschlossenen Fallstudien kam es bei mehr als dreiviertel der Fälle innerhalb von 6 Wochen zu einer vollständigen Abheilung oder deutlichen klinischen Verbesserung (11 % heilten vollständig, 69 % zeigten eine klinische Verbesserung z. B. Verminderung der Wundgröße und/oder des Wundzustandes). Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 69 Jahre, die Wunden bestanden im Durchschnitt seit 60,2 Monaten. Der Großteil der Patienten und Behandelnden waren mit dem Ergebnis der Behandlungen sehr zufrieden oder zufrieden.

Pflegelexikon

  • Biofilm – Auftreten und Beseitigung

    K. Protz

Nachrichten der Initiative Chronische Wunden e. V.

  • Wundstammtisch Remchingen-Karlsbad veranstaltet den „2. Thementag chronische Wunde“
  • Regionale Arbeitsgruppe der ICW e. V. im Kreis Warendorf gegründet
  • Besuch im TCW Ortenau
  • Zwei neue Broschüren der ICW e. V.
  • Letzte Vorbereitungen für 3. ICW-Süd-Kongress in Würzburg
  • Weitere Einrichtungen mit dem ICW e. V. Wundsiegel zertifiziert

Nachrichten der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung

  • Wunden und Schmerz – alle therapeutischen Möglichkeiten in Betracht ziehen!